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Freitals kleinster Stadtteil wächst

In Saalhausen entsteht ein Neubau mit sieben Eigentumswohnungen. Die Baupläne stehen fest, der Preis aus einem bestimmten Grund allerdings noch nicht.

Das ist der Plan: In Saalhausen errichtet Bauunternehmer Heiko Dietrich (re.), hier mit Vorarbeiter Andrzej Klyszcz, ein kleines Wohngebiet.
Das ist der Plan: In Saalhausen errichtet Bauunternehmer Heiko Dietrich (re.), hier mit Vorarbeiter Andrzej Klyszcz, ein kleines Wohngebiet. © Karl-Ludwig Oberthür

Als Dorf hinterm Wald ist Saalhausen für seine ruhige und abgeschiedene Lage bekannt, als Standort für neue Baugebiete eher nicht. Nur gut ein Dutzend Häuser entstanden hier seit der Wende neu. Nun wird Freitals kleinster Stadtteil auf einen Schlag größer: Am oberen Ortsende wächst ein neues Wohngebiet.

Vier Doppelhäuser, also insgesamt acht Wohneinheiten, stehen schon. Als Nächstes beginnen die Arbeiten für ein weiteres Haus mit sieben Eigentumswohnungen.

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Am Rand der Krug-von-Nidda-Straße steht Heiko Dietrich. Er ist Bauunternehmer aus dem erzgebirgischen Brand-Erbisdorf und hat die Möglichkeiten von Saalhausen vor knapp zwei Jahren entdeckt.

Umplanungen zum Mehrfamilienhaus

Damals stand oberhalb der Krug-von-Nidda-Straße noch ein Vierseithof, alt, verbaut und heruntergekommen. Eine Sanierung wäre ein Kraftakt gewesen. Investor Dietrich kaufte das Grundstück und riss den Vierseithof Ende 2020 kurzerhand ab.

Seit dem Frühjahr entsteht auf dem Gelände nun ein kleines Wohngebiet. Während die Arbeiten an den Doppelhäusern weit vorangeschritten sind, blieb ein Baufeld bisher frei. "Wir hatten dort zwei Mehrgenerationenhäuser geplant, eigentlich ein gutes Konzept. Aber die Nachfrage war einfach nicht da", berichtet der Bauherr.

Die Firma plante um. Nun steht fest: Es wird ein größeres Gebäude mit sieben Eigentumswohnungen. Die Baugenehmigung müsste in Kürze eintreffen, sagt Dietrich.

Tiefgarage, drei Etagen, Satteldach

Ein Radlader kommt die Straße entlang gerollt, biegt ab, die Schaufel senkt sich und Splitt rutscht in einen Graben, in dem Kunststoffrohre liegen. "Die Abwasserleitungen", sagt Dietrich. Erst vor wenigen Minuten sei die Abnahme erfolgt, nun werde gleich weitergebaut.

Die Firma hat einen sportlichen Zeitplan einzuhalten. Während in den Doppelhaushälften, die bereits alle verkauft sind, der Innenausbau läuft, soll in Kürze für das Mehrfamilienhaus der Rohbau starten. Eine zunächst als Stützmauer hochgezogene Wand steht schon.

Sie bildet einen Teil der zukünftigen Tiefgarage mit fünf Stellplätzen. Daneben entsteht eine Souterrainwohnung. Das Haus wird pro Etage zwei Wohnungen haben, vorgesehen ist ein Satteldach. Modern und trotzdem passend zum dörflichen Charakter soll die gesamte Anlage wirken.

Gehobene Ausstattung nach Wahl

Dazu passt, dass Bauunternehmer Dietrich einen Innenhof mit Erschließungsstraße und großer Grüninsel anlegen möchte, die in einem ländlichen Stil gestaltet werden und an den alten Bauernhof erinnern soll. Ein Randstreifen des Grundstücks wird zur Streuobstwiese umgestaltet.

Die Eigentumswohnungen, die jetzt noch entstehen, werden zwischen 70 und 120 Quadratmeter groß sein, mit gehobener Ausstattung, wie der Investor betont. In wenigen Tagen startet die Vermarktung. Bei der Innenausstattung richte man sich nach den Wünschen der zukünftigen Eigentümer.

Allerdings gibt es ein Problem. Kaufpreise kann der Investor momentan keine nennen. Denn im Bausektor herrscht eine derart rasante Preisentwicklung, wie sie selbst erfahrene Unternehmer noch nicht erlebt haben. "Ich mache das seit 30 Jahren, aber was sich jetzt abspielt, ist einfach nur verrückt", sagt Heiko Dietrich.

Preisspirale im Baugewerbe

Das beginne mit den Materialproblemen. Lieferschwierigkeiten gibt es nicht nur bei Baustoffen wie Stahl und Holz, sondern mittlerweile in jedem Gewerk. Die Haustechniker klagen über fehlende Bauteile, die Elektriker über schon lange bestellte, aber immer noch nicht gelieferte Kabel.

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Und selbst wenn Bestellungen angenommen und bearbeitet werden, können Lieferanten mitunter keine genauen Preise nennen. Zumindest nicht für mehrere Wochen im Voraus. "Tagespreis ist der Slogan", kommentiert Heiko Dietrich.

Er ist dennoch optimistisch, das Mehrfamilienhaus innerhalb eines Jahres fertigstellen zu können. Ende 2022, so sein Plan, sollen die Bewohner einziehen können.

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