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Kein Platz für Freitals Hunde?

Aus dem Rathaus heißt es, man habe keine Fläche für eine Hundewiese. Inakzeptabel, finden die Freien Wähler.

Claudia Mihály-Anastasio kämpft für eine Hundewiese in Freital, wo die Vierbeiner gefahrlos von der Leine gelassen werden können.
Claudia Mihály-Anastasio kämpft für eine Hundewiese in Freital, wo die Vierbeiner gefahrlos von der Leine gelassen werden können. © Karl-Ludwig Oberthür

Wer in Freital einen Hund hat, ist gut beraten, möglichst am Stadtrand zu wohnen. Denn innerstädtisch gibt es kaum Möglichkeiten, die Vierbeiner mal so richtig von der Leine zu lassen.

Entlang von vielen Hauptstraßen und in einigen Wohngebieten herrscht Leinenzwang, ebenso in allen Grünanlagen der Stadt sowie an bestimmten Rad- und Fußwegen. Schon vor knapp drei Jahren brachten die Freien Wähler deshalb im Stadtrat den Antrag ein, eine Hundewiese einzurichten. Doch bis jetzt hat sich nichts getan.

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Wiese am Bodelschwingh-Heim geprüft

"Ich habe das Gefühl, solch eine Wiese ist seitens der Stadtverwaltung, insbesondere seitens des Stadtbauamts, nicht gewollt", sagt Claudia Mihály-Anastasio. Die Stadträtin der Freien Wähler war es, die im Juni 2018 als Erste das Thema im Freitaler Stadtrat ansprach. "Wir Hundehalter brauchen nicht viel. Es reichen ein eingezäuntes Gelände, ein paar Abfalleimer, eine Hundetoilette, ein paar Bänke", zählt die Stadträtin auf. Doch passiert ist - nichts.

Die Freien Wähler schlugen damals vor, die Wiese zwischen den Sportanlagen und dem Bodelschwingh-Heim als Hundeplatz auszuweisen. Die Wiese gehört der Stadt und ist an einen Landwirt verpachtet, der dort im Sommer Heu macht.

Seitens der Stadtverwaltung heißt es, man habe die Idee dennoch geprüft. "Im Ergebnis war festzustellen, dass dieses Vorhaben auf der im Eigentum der Stadt befindlichen Fläche schon aus planungsrechtlicher Sicht nicht zulässig wäre. Außerdem wären aus Sicht der Stadt mit der Anlage in dieser Umgebung - Kita, Altenheim, Sport - Nutzungskonflikte vorprogrammiert", sagt Matthias Weigel, Pressesprecher von Freital, dazu.

Leinenpflicht wurde verschärft

Die Freien Wähler ließen nicht locker und brachten gemeinsam mit der CDU einen weiteren Antrag im Stadtrat ein. Der zielte darauf ab, anderswo in Freital eine Fläche zu finden, die für einen Hundeplatz geeignet wäre. Im Gegenzug sollte die sogenannte Hundepolizeiverordnung, insbesondere der Leinenzwang, verschärft werden.

Das mit dem Leinenzwang ging dann auch ganz schnell. Anfang 2019 beschloss der Stadtrat die neue Vorschrift. Darin ist unter anderem festgelegt, wo in der Stadt die Vierbeiner an die Leine müssen.

Die Leinenpflicht gilt nun nicht nur entlang der Dresdner Straße, Poisentalstraße, Wilsdruffer Straße, dem Pulverturmweg, im Wohngebiet Zauckerode, entlang der Weißeritz zwischen Burgker Straße und Leßkestraße, auf dem Areal des City Centers an der Ecke Bahnhofsstraße/Dresdner Straße sowie auf dem Goetheplatz.

Erweitert wurde die Vorschrift für den gesamten Edgar-Rudolph-Weg sowie der Guido-Brescius-Weg in Kleinnaundorf. Ebenso herrscht nun auf der Rotkopf-Görg-Straße, der Otto-Dix-Straße und Burgker Straße Leinenzwang. Im Gegenzug erhofften sich die Antragsteller, dass eine Hundewiese eingerichtet wird.

Fast 1.600 Hunde in Freital

Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Nun erteilt die Stadt der Idee vom Hundeplatz eine Absage. Es seien weitere Flächen auf Eignung zur Errichtung eines eingezäunten Hundeplatzes geprüft worden, sagt der Pressespecher. "Im Ergebnis verfügt die Stadt gegenwärtig über keine kommunalen Flächen, die die Errichtung eines öffentlichen Hundeplatzes in zentraler Lage zulassen", sagt Weigel.

Geschaut hatte man vor allem nach Flächen in Tallage, also zentrale Orte in der Stadt. Aber weder eine Wiese am Platz der Jugend in Potschappel noch Flächen an der Mozartstraße erschienen als geeignet.

Claudia Mihály-Anastasio will sich damit nicht zufrieden geben. "Diese Antwort ist mir zu lapidar. Das ist einfach zu wenig." Sie glaubt, dass es in Freital ein echtes Interesse an einer Hundewiese gibt. Im Rathaus sind 1.596 Hunde steuerlich gemeldet. Das sind fast 100 Tiere mehr als vor drei Jahren, als die Stadträtin ihre Initiative startete.

Hundesteuer nicht zweckgebunden

Für die Hunde kassiert die Stadt Hundesteuer, etwa 95.000 Euro pro Jahr. Die Steuern sind nicht zweckgebunden. Das heißt, das Geld fließt in den allgemeinen Haushalt mit ein. Stadträtin Mihály-Anastasio ist das auch klar. "Man könnte aber auch mal gezielt etwas von dem Geld nehmen und für die Hundebesitzer etwas tun", sagt sie.

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Sie denkt dabei auch an die Nutzung von Brachflächen, die derzeit ohnehin nicht gebraucht werden. "Es kann ja auch vorübergehend ein Hundeplatz eingerichtet werden, bis solche Flächen anderweitig bebaut werden", sagt sie. Die entstehende Freifläche auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik zum Beispiel könne man doch mal in Betracht ziehen. "Wir bleiben da dran", verspricht sie.

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