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Plan B für Kreischaer Jahrmarkt

Die Gemeinde möchte das Fest unbedingt durchführen. Für eventuelle Corona-Einschränkungen nimmt sie Geld in die Hand. Das gefällt nicht allen.

In Kreischa soll Anfang September wieder ein Jahrmarkt stattfinden - ohne Einschränkungen, hofft man im Rathaus.
In Kreischa soll Anfang September wieder ein Jahrmarkt stattfinden - ohne Einschränkungen, hofft man im Rathaus. © Karl-Ludwig Oberthür

250-mal Kreischaer Jahrmarkt - das ist schon eine Hausnummer, die in der Region nur von manchem Weihnachtsmarkt übertroffen wird. Doch mit der 251. Auflage ist das in Pandemiezeiten so eine Sache. Im vergangenen September musste der dreitägige Rummel an der Lungkwitzer Straße ausfallen.

Nun soll es dieses Jahr in Kreischa wieder einen Jahrmarkt geben. Doch die große Frage ist: eine echte, eine abgespeckte oder eine strenge Version? Darüber diskutierten kürzlich in ihrer Sitzung die Gemeinderäte.

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Zur Debatte standen zwei Szenarien. Szenario eins wäre allen am liebsten, ist aber nicht planbar: Die Corona-Pandemie ist verbannt, die Erkrankungszahlen niedrig und der Jahrmarkt kann ohne Einschränkungen wie immer stattfinden. Szenario zwei ist dagegen kompliziert und umstritten.

AfD gegen Alternativvorschlag

Die Verwaltung schlägt vor, im Falle von geltenden Einschränkungen eine Corona-Variante des Jahrmarktes zu planen. Dazu zählen eine gut 500 Meter lange Einzäunung des Festgeländes, drei bewachte Zugänge, eine Kontaktdatenerfassung, vorgeschriebene Laufwege und ein Einbahnstraßensystem im Festgelände. Wenn der Andrang die vorgeschriebene Besucheranzahl übertrifft, könnten auf dem benachbarten Sportplatz Wartezonen eingerichtet werden.

Dafür muss die Gemeinde einen Mehraufwand betreiben, der sich finanziell bei etwa 10.500 Euro niederschlagen dürfte, so die Schätzung.

"Nicht mit uns", sagt Frank Fiebiger, Chef der AfD-Fraktion, dazu. "Die Menschen wollen mal wieder Freude haben und etwas erleben. Solche Einschränkungen schädigen den Charakter des Jahrmarktes." Sein AfD-Kollege Milko Schurzky argumentierte, die Kosten könnten schnell noch viel höher ausfallen, wenn Unvorhergesehenes passiere. Zudem kritisierte er einen möglichen Wartebereich. "Das hat mit dem Jahrmarkt nichts mehr zu tun."

Feuerwehrverein will Bierzelt betreiben

Die Gemeinderäte der Freien Bürgervertretung sprachen sich dagegen für das Konzept aus. "Besser als gar kein Jahrmarkt. Es sollen endlich mal wieder ein paar Veranstaltungen stattfinden", sagte Tilo Oertelt. Dafür könne man auch die Mehrkosten in Kauf nehmen. Das meinte auch CDU-Mann Jens Rühle. "Die Leute sind ausgehungert, die wollen mal wieder auf ein Fest gehen."

Die Mitglieder des Feuerwehrvereins Saida, die auf dem Jahrmarkt das Bierzelt betreiben, bekräftigten, zur Verfügung zu stehen. Allerdings müssten sie bis Anfang August wissen, ob Innen- oder nur Außengastronomie erlaubt sei.

Bürgermeister Frank Schöning äußerte sich optimistisch, etwa einen Monat vor dem Jahrmarkt konkret sagen zu können, wie der Jahrmarkt ablaufen kann. "Als Gemeinde stehen wir auch mit den etwa 50 Schaustellern, Imbissbetreibern und Händlern in Verbindung, die ebenfalls eine konkrete Aussage brauchen. Deshalb denke ich, dass wir uns Anfang August festlegen können, ob und unter welchen Bedingungen der Jahrmarkt stattfindet."

Die Verträge mit den Schaustellern würden entsprechend gestaltet und in den nächsten Tagen verschickt werden. Schöning betonte aber auch, dass im schlechtesten Fall immer noch eine Absage droht.

Der Gemeinderat einigte sich letztendlich mit acht Zustimmungen und fünf Gegenstimmen bei einer Enthaltung, mit beiden Varianten zu planen. Sollten Einschränkungen notwendig werden, stellt die Gemeinde 10.500 Euro für Mehrkosten zur Verfügung.

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