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Comödie verpflichtet Freitaler Künstler

Mario Grünewald und Anne Konstanze Lahr reisen in Übigau mit Alice ins Wunderland. Premiere ist am Freitag.

Zwei Freitaler sind bei der Inszenierung von „Alice im Wunderland“ am Schloss Übigau dabei: Der Schauspieler Mario Grünewald und die Designerin Anne Konstanze Lahr, von ihr ist auch der Entwurf für die Grinsekatze.
Zwei Freitaler sind bei der Inszenierung von „Alice im Wunderland“ am Schloss Übigau dabei: Der Schauspieler Mario Grünewald und die Designerin Anne Konstanze Lahr, von ihr ist auch der Entwurf für die Grinsekatze. © René Meinig

Der Minister für Ordnung ruft die Untertanen der Herz-Königin zur Ordnung – wozu auch sonst. Damit sie keiner vergisst, übermittelt er seine Botschaft in Form eines Liedes, eines Ohrwurms: „Das Lotterleben ist vorbei, Schluss mit lustig, wir brauchen eine Polizei.“ Seit Tagen schon tänzelt Mario Grünewald in blauem Gewand mit weit ausgestellten Schultern und einer Mütze, die ihn um zwanzig Zentimeter wachsen lässt, vor der morbiden Fassade des Schlosses Übigau über die Bühne und singt: „Das ist nun mal der Lauf der Welt, dass man sich an Ordnung hält.“

Bis zu zehn Stunden am Tag probt der Freitaler Schauspieler derzeit für das neue Sommertheater der Comödie Dresden. Kerstin Polenske inszeniert „Alice im Wunderland“ nach Motiven von Lewis Carroll als musikalischen Sommertraum unter freiem Himmel – mit dem Puck als Shakespearsche Zutat. Die Premiere ist am Freitag, bis Mitte September wird das Stück 50-mal gegeben. Genauso oft ermahnt Grünewald als Minister das Volk zur bedingungslosen Hörigkeit gegenüber der Herrscherin. Sonst wird man geköpft.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Mario Grünewald freut sich auf die Auftritte, es ist das erste Mal seit Oktober, dass er seinen Beruf wieder ausüben darf. Und das gleich in einer Doppelrolle: Neben dem Minister gibt der 53-Jährige den Johannes, einen der Insassen der Anstalt, in der keine Irren sind, sondern Menschen, die sich in der Welt nicht mehr zurechtfinden. Wie Johannes, für den die Zeit vor dreißig Jahren stehengeblieben ist und der ein bisschen an einen gewissen Honecker erinnert.

Von Anne Konstanze Lahr sind die Entwürfe für die Kostüme, mittendrin der Minister für Ordnung, den Mario Grünewald spielt.
Von Anne Konstanze Lahr sind die Entwürfe für die Kostüme, mittendrin der Minister für Ordnung, den Mario Grünewald spielt. © Thomas Morgenroth

Entwürfe für Kulissen und Kostüme

Auch Alice, die kein Kind mehr ist, sondern eine junge Frau, gespielt von Susanna Mucha, gehört dazu. Von der Anstalt aus träumt sie sich jede Nacht in das Wunderland. Der Eingang ist anders als im Original kein Kaninchenloch, sondern ein weit geöffneter gigantischer Mund mit einer heraushängenden Zunge als Schwingtür. „Das Mundloch ist ein Symbol dafür, dass man im Wunderland auch kommunizieren kann“, sagt Anne Konstanze Lahr. Die Freitaler Designerin hat die Ausstattung für das Stück übernommen, von ihr sind die Entwürfe für die Kulissen und die Kostüme.

Auf der Bühne geht es groß zu, den Dimensionen des Freilufttheaters angemessen. Teekanne und Teetasse beispielsweise sind begehbar, sie können sich zudem drehen und quer über die Bühne rollen. Vom Balkon wehen riesige Fahnen in den Farben Rot, Gelb und Orange. „Es ist ein buntes Stück, luftig-leicht, surreal und farbenfroh“, sagt Anne Konstanze Lahr. Und witzig: In der Bibliothek der Raupe, der Hüterin der Weisheit, gibt es Bücher mit Titeln wie „Die sinnliche Seide der Raupe“ aus dem Spannerverlag, „Raupritter im Mittelalter“ oder „Raupe in Venedig“ von Thomas Frau. Zudem kommen skurrile Figuren von Studenten der Klasse für Theaterdesign von Ulrich Eißner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden zum Einsatz.

Regisseur in der Spielbühne

Es ist bereits die dritte Zusammenarbeit der Comödie mit Anne Konstanze Lahr. Sie hatte auch die Ausstattung vom „Wirtshaus im Spessart“ übernommen, dem ersten Sommerstück in Übigau, sowie im vergangenen Jahr für „Addams Family“. „Ich war bisher nur als Zuschauer dabei“, sagt Mario Grünewald. War aber immer nah dran: Er und Anne Konstanze Lahr sind seit Jahren ein Paar und Eltern einer Tochter.

Derzeit ist Grünewald der Regisseur seiner Partnerin: Für die Spielbühne Freital inszeniert er ein neues Sommertheater, eine Krimikomödie von Erich Kästner. Da spielt Anne Konstanze Lahr eine zwielichtige Dame – die Grünewald bei der Probe hin und wieder zur Ordnung rufen muss. Das hat er ja nun lange geübt, der Herr Minister.

https://www.comoedie-dresden.de/

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