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Baggern fürs Parken am Schloss Burgk

Freitals Sehenswürdigkeit soll besser touristisch erschlossen werden. Die Stadt lässt deshalb einen Parkplatz bauen. Daran gibt es Kritik. Doch der Bau hat begonnen.

Die Wiese in Burgk oberhalb des alten Förderturms grünt nicht mehr. Bagger bereiten das Baufeld für einen Parkplatz vor.
Die Wiese in Burgk oberhalb des alten Förderturms grünt nicht mehr. Bagger bereiten das Baufeld für einen Parkplatz vor. © Egbert Kamprath

Die Wiese ist weg. Der Bagger hat das Grün ausgehoben. Die Fläche oberhalb des alten Förderturms an der Burgker Straße in Freital sieht im Moment sehr nach Mondlandschaft aus. Bis Ende September soll hier ein Parkplatz entstanden sein. Dann ist ein Projekt umgesetzt worden, dass nach wie vor in der Kritik steht, auch wenn es zahlreiche Formen der Bürgerbeteiligung gab. Nicht jeder ließ sich von der vermeintlichen Sinnhaftigkeit des Parkplatzbaus überzeugen.

Entstehen werden 113 Stellplätze für Pkws sowie drei für Reisebusse. Anfänglich waren doppelt so viele Busparkplätze geplant und auch sechs Pkw-Plätze mehr. Doch nach einer ausführlichen Bürgerbeteiligung inklusive Gesprächsforum mit Oberbürgermeister und zuständigen Planern reduzierte die Stadt den Umfang etwas. Anwohner befürchten Lärmbelästigung durch an- und abfahrende Autos sowie durch Busse ebenso wie ein Blenden in den Abendstunden durch die Scheinwerfer der Fahrzeuge.

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Im Ergebnis steht die angepasste Planung mit etwas weniger Plätzen. Zudem wird, so weit es geht, begrünt, zum Teil mit Hecken, die wenigstens 1,40 Meter hoch sein werden. Eine Wand an der nördlichen Seite in Richtung der Wohnhäuser soll das Blenden in die Grundstücke hinein verhindern. Und die eigentlichen Parkflächen werden mit sogenanntem Ökopflaster ausgebaut. Laut Hersteller ist dieses wasserdurchlässig, sodass die Fläche nicht versiegelt ist.

Damit das Wasser im Untergrund abfließen kann, werden nun nach Abbaggern der Wiese als erstes die Entwässerungskanäle gebaut. Danach wird der Untergrund verbessert und Kabelarbeiten für die Freitaler Stadtwerke ausgeführt. "Als Bauende ist der 30.9.2021 vorgesehen", teilt die Stadt als Auftraggeberin mit. "Im Oktober sind noch Pflanzarbeiten vorgesehen", heißt es weiter.

Parkplatz kostet 650.000 Euro

Die Zu- und Ausfahrt des Parkplatzes hängt an der Burgker Straße. Für den Bau wird es vorübergehend zu Verkehrseinschränkungen kommen. "Des Weiteren werden im Zuge der Arbeiten Kanäle und Trinkwasserleitungen gebaut, öffentliche Beleuchtung installiert und Landschaftsbau mit 29 Bäumen, 180 Sträuchern und weiteren Pflanzungen ausgeführt", teilt die Stadt mit.

Die Baukosten für das Vorhaben liegen bei rund 650.000 Euro. Etwa 80 Prozent der Summe stammen aus Fördermitteln des Freistaates. Ausführende Firma ist die Freitaler Arndt Brühl GmbH.

So ordnet sich der Parkplatz in das Wohngebiet Burgk ein. Seine Größe ist nach wie vor einer der Kritikpunkte der Anwohner.
So ordnet sich der Parkplatz in das Wohngebiet Burgk ein. Seine Größe ist nach wie vor einer der Kritikpunkte der Anwohner. © Stadt Freital
Nach einem ersten Entwurf wurden später die Stellplätze noch einmal geringfügig auf 113 für Pkws und drei für Busse reduziert.
Nach einem ersten Entwurf wurden später die Stellplätze noch einmal geringfügig auf 113 für Pkws und drei für Busse reduziert. © SZ Grafik
Grüne Wiese ade: Hier entsteht der Parkplatz. Das Grün war aber ohnehin immer nur eine Zwischenlösung, eine Bebauung der Fläche von vornherein vorgesehen.
Grüne Wiese ade: Hier entsteht der Parkplatz. Das Grün war aber ohnehin immer nur eine Zwischenlösung, eine Bebauung der Fläche von vornherein vorgesehen. © Karl-Ludwig Oberthuer

Für die Besucher wird es vom Parkplatz eine Fußwegverbindung direkt zum Schloss Burgk geben. Ebenso werden die Anschlüsse für ein mögliches Sanitärgebäude vorbereitet. Sollte sich zeigen, dass es dafür an dieser Stelle Bedarf gibt, kann es zu einem späteren Zeitpunkt dort gebaut werden.

Schloss Burgk ist ein attraktives Ausflugsziel

Schloss Burgk ist mit den Städtischen Sammlungen, Ausstellungen, dem Besucherbergwerk, den Sälen, dem Schlosscafé, dem bergmännischen Spielplatz und den zahlreichen Veranstaltungen ein attraktiver Ausflugsort. Die Städtischen Sammlungen Freital gehören zu den größten und bedeutendsten nichtstaatlichen Museumskomplexen in Sachsen.

Die Bekanntheit und Beliebtheit des Schlosses Burgk sei in den letzten Jahren stetig gewachsen, heißt es von der Stadtverwaltung. Die Stadt Freital wolle dieses Potenzial künftig noch stärker nutzen und weitere Angebote etablieren. Deshalb sei es nur konsequent bereits jetzt die Infrastruktur dafür zu schaffen. Parkmöglichkeiten und ein barrierefreier Zugang vom Parkplatz zum Schlossareal sei dabei ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtentwicklung.

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