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Freital will sich Millionen angeln

Es geht um ein neues Förderprogramm für mehrere Stadtteile entlang der Weißeritz. Nun sollen auch die Bürger sagen, was sie sich wünschen. Das geht ganz einfach.

Ein Blick über die Weißeritz in Döhlen - auch dieser Bereich soll zum Entwicklungsgebiet gehören.
Ein Blick über die Weißeritz in Döhlen - auch dieser Bereich soll zum Entwicklungsgebiet gehören. © Karl-Ludwig Oberthür

Freital vor 30 Jahren - man hätte die Stadt auch gut und gerne als Aschenputtel bezeichnen können. Graue Fassaden und dreckige Luft prägten das Bild. Millionen sind seitdem in den Städteumbau geflossen. Noch immer ist die Stadt kein berühmter Hingucker, aber sie hat sich gemausert: Häuser wurden saniert, Straßen erneuert, Parkanlagen und Spielplätze kamen hinzu. Nun soll in einem nächsten Schritt der Feinschliff erfolgen. Dafür werden auch die Bürger gebraucht. 

Was hat die Stadt vor?

Die Verwaltung möchte ein neues städtebauliches Entwicklungskonzept aufstellen. Weitere Millionen sollen so an die Weißeritz fließen. Passenderweise gibt es schon einen Namen für das Konzept: "Freital - Urbanität am Fluss". Es geht vor allem darum, dem Gebiet rechts und links der Weißeritz in Potschappel einen Schub zu verleihen. Auch Teile von Döhlen, Burgk, Birkigt und Deuben sollen profitieren. Insgesamt ist der Bereich 107 Hektar groß. Darin eingeschlossen sind die Bebauung entlang der Dresdner Straße, das Kulturhaus, das Schloss Burgk, die Sportstätten rund um das Stadion des Friedens, aber auch das Stadion an der Burgwartstraße, das Einnehmerhaus, die Porzelline sowie die Bahntrasse.

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Um wie viel Geld geht es?

Das sich solch ein Förderprogramm lohnt, wurde in der Vergangenheit bewiesen. Allein nach Potschappel flossen im Rahmen des Städtebauförderprogramms von 1995 bis 2019 rund 15,8 Millionen Euro. Wie viel Geld in den nächsten Jahren eingesammelt werden soll, kann noch keiner genau sagen. Definitiv geht es um mehrere Million Euro als Zuschuss zu städtischen und privaten Bauvorhaben aller Art. Die Verwaltung möchte den Antrag auf Aufnahme ins Förderprogramm Anfang 2021 stellen. Der Förderzeitraum soll bis circa zum Jahr 2033 laufen. 

© SZ Grafik

Welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden?

Es geht um den Ausbau von Schloss Burgk als touristische Attraktion. Es geht um die Erweiterung von Sportstätten und eine neue Mehrzweckhalle. Es geht um Grünanlagen, Wohnungsbau und die Lösung von Verkehrsproblemen. Kindergärten und Schulen sollen ausgebaut werden. Auch Ideen gegen den Ladenleerstand entlang der Dresdner Straße sollen ins Konzept einfließen. Zudem gibt es in Potschappel und auch in Döhlen noch viele Baulücken und Brachflächen, die man nutzbar machen könnte. "Durch die ungenügende Verknüpfung öffentlicher Einrichtungen, Handel, Wohnen und Freizeit kann im Gebiet bisher keine städtische Identität entstehen", heißt es dazu aus dem Rathaus. Das soll sich nun ändern.

Was ist der nächste Schritt?

Die Verwaltung möchte eine genaue Untersuchung der Mängel und Missstände anfertigen sowie eine detaillierte Planung mit konkreten Maßnahmen und Kosten erarbeiten. Dabei können auch die Bürger helfen. 3.440 Kinder, Frauen und Männer wohnen in dem Gebiet. Das sind knapp 850 Menschen mehr als 2005. Sie können nun in einer Befragung Wünsche, Ideen und Anregungen äußern. Aber auch alle anderen Freitaler dürfen mitmachen. Die Umfrage ist seit Dienstag im Internet freigeschaltet und geht bis zum 10. November. Zu erreichen ist die Seite über die Homepage der Stadt.

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