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Freitaler Röntgenpraxis mit neuer Technik

Ein Magnetresonanztomograph der jüngsten Generation liefert schärfere Bilder als bisher. Für die Patienten bringt das gleich mehrere Vorteile.

Röntgenassistentin Katharina Zschoge, Dr. Tobias Pollack und Dr. Katrin Pietzarka arbeiten mit der besten Technik, die es auf dem Markt gibt.
Röntgenassistentin Katharina Zschoge, Dr. Tobias Pollack und Dr. Katrin Pietzarka arbeiten mit der besten Technik, die es auf dem Markt gibt. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Patient liegt auf dem Rücken, langsam wird er in die Apparatur hineingefahren. Lampen leuchten auf, das Deckenlicht wird gedämpft. Dann geht es los. Im Nebenraum, wo Katharina Zschoge sitzt, hört man so gut wie nichts. Die Röntgenassistentin hat den Mann aber gut im Blick. Kameras übertragen die Bilder aus der Röhre - Mediziner sprechen von Gantry - auf Monitore.

Die Röhre - der Begriff ist hängengeblieben aus ersten Fernsehreportagen über neue Durchleuchtungstechniken. Das war vor rund 30 Jahren, als der Blick ins Körperinnere mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) revolutioniert wurde. Damals sahen die Geräte tatsächlich noch aus wie überdimensionale Konservendosen.

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Eine Röhre aber gibt es in der Radiologischen Praxis Freital längst nicht mehr. Vielmehr ist das Gerät eine riesige kreisrunde Apparatur, vorne und hinten offen, ein leichter klimatisierter Luftzug streift das Gesicht der Patienten.

Hochauflösende Bilder aus dem Körper

Das MRT liefert im Gegensatz zur klassischen Röntgentechnik oder zum Ultraschall kontrastreiche, hochauflösende Bilder. Außerdem entsteht dabei keine belastende Strahlung, sondern lediglich ein starkes Magnetfeld. Erzeugt wird es tatsächlich von einem kreisrunden Magneten, der das Herz des MRT-Gerätes bildet.

"Hier", sagt Tobias Pollack, Facharzt für diagnostische Radiologie und Inhaber der Praxis, die im Erdgeschoss der Weißeritztal-Klinik Freital eingerichtet ist. Auf seinem Handy zeigt er Fotos, die kürzlich entstanden, als in der Praxis umgebaut wurde. Zu sehen ist tatsächlich ein fast mannshoher Koloss, kreisförmig mit gewaltigem Loch und graphitfarben.

Die Patienten sehen davon aber nichts, denn die gesamte Technik steckt in einem Kunststoffgehäuse. Wer in diesem Magnet liegt, merkt auch nichts von dem Magnetfeld. Lediglich hören die Patienten verschiedene Klopfgeräusche. Diese entstehen, wenn der Tomograph die einzelnen Messungen vornimmt, die dann vom Computer in Bilder umgewandelt werden.

So sieht es im Inneren des Magnetresonanztomographen aus, mit dem kreisrunden Magneten als Herzstück der Anlage.
So sieht es im Inneren des Magnetresonanztomographen aus, mit dem kreisrunden Magneten als Herzstück der Anlage. © privat

Alter Magnet wurde wiederverwendet

Und diese Bilder werden immer detailreicher und genauer. "Da hat sich in den vergangenen Jahren viel getan", sagt Mediziner Pollack. Seine Kollegen Katrin Pietzarka, ebenfalls Fachärztin für Radiologie, bestätigt das.

Seit Anfang März arbeiten sie mit einem MRT der jüngsten Generation. Er liefert innerhalb kürzerer Zeit nochmals deutlich schärfere Bilder. Dafür wurde der Magnetresonanztomograph aufwendig umgebaut und erneuert. Lediglich der Magnet selbst - unverschleißbar - wurde wiederverwendet. "Wir hatten bisher schon eine gute Technik, jetzt haben wir eine sehr gute Technik", erläutert Tobias Pollack.

In den MRT kommen vor allem Patienten, die an Nervenbahnen, Gelenken, Wirbelsäule oder im Kopfbereich untersucht werden müssen. Auch einige Organe können mithilfe der MRT-Technik gut dargestellt werden. "Die Leber lässt sich im MRT hervorragend darstellen", erläutert der Radiologe. Die Internisten aus dem Freitaler Krankenhaus würden sich auch sehr lobend äußern, dass die Bilder nun eine noch höhere Qualität haben.

Mehr Aufnahmen in kürzerer Zeit

Das liegt auch daran, dass das neue Gerät schneller arbeitet. Bei verschiedenen Aufnahmesituationen, speziell auch bei Untersuchungen an der Leber, müssen die Patienten die Luft anhalten. Pollack: "Da ist das Zeitfenster natürlich sehr klein." Entstehen nun in kürzerer Zeit mehr Bilder, steigt die Qualität dieser Aufnahmen.

Ein neues und wichtiges Einsatzgebiet des MRT ist auch die Untersuchung der Prostata bei Verdacht auf Tumor. Hier ersetzt die MRT-Untersuchung in vielen Fällen eine ungezielte Gewebeentnahme und gibt eine höhere Sicherheit für die betroffenen Männer.

Pollack: "Hierfür nehme ich gerade an vielen Fortbildungen teil, um die hohen Anforderungen an die fachliche Qualifikation zu erfüllen. Die technischen Voraussetzungen erfüllt der neue MRT sehr gut."

Mehr Komfort für die Patienten

Was so einfach klingt, ist für manche Patienten dennoch eine kleine Herausforderung. "Viele haben noch die Vorstellung von einer engen, geschlossenen Röhre im Kopf", bestätigt der Chef der Radiologie. Dementsprechend nervös oder gar ängstlich kommen manche Männer oder Frauen zur Untersuchung.

Deshalb haben die Ärzte und ihre Mitarbeiter auch am Interieur im neuen MRT-Bereich gearbeitet. Wohnlicher und gemütlicher sollte die Einrichtung wirken, was mit der Neuverlegung des Fußbodens und der Gestaltung der Wände auch gelang. Ein großes Wandbild mit Landschaftsaufnahme trägt dazu bei. "Das sind so Tricks. Die Angst steckt im Kopf und da müssen wir ansetzen", sagt Tobias Pollack.

Mehr Komfort für alle Patienten wird es auch bald im Tomographen selbst geben: Geplant ist noch, demnächst über Kopfhörer Musik einzuspielen. Das entspannt die Patienten und sorgt für Unterhaltung während der 15- bis 20-minütigen Untersuchung.

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