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Verdächtige Spuren an Tharandter Garagen

Ein Unternehmer glaubt, einen mutmaßlichen Dieb erwischt zu haben. Doch die Polizei kann mangels Beweise nichts tun. Indizien gibt es trotzdem.

Thomas Köhler vor seiner Garage am Opitzer Weg in Tharandt. Bei ihm und in anderen benachbarten Garagen war im Dezember und Januar mehrmals eingebrochen worden.
Thomas Köhler vor seiner Garage am Opitzer Weg in Tharandt. Bei ihm und in anderen benachbarten Garagen war im Dezember und Januar mehrmals eingebrochen worden. © Thomas Morgenroth

Als Thomas Köhler am Dienstagmorgen gegen halb sieben Werkzeug aus seiner Garage am Opitzer Weg in Tharandt holen wollte, bemerkte er dort einen jungen Mann auf einem Fahrrad mit Hänger. „Er müsse nur mal“, habe er auf Köhlers Frage geantwortet, was er zu so früher Morgenstunde in dem Garagenkomplex zu schaffen habe. Spuren eines erledigten „Geschäfts“ fanden sich nicht, dafür aber deutliche Reifenspuren, die Köhler an etwas erinnerten, und die ihm verdächtig vorkamen.

Der 37-Jährige wählte kurzerhand den Notruf 112 und gab die Informationen an die Polizei durch, die den Verdächtigen schließlich am Tharandter Bahnhof aufgreifen konnte. Allerdings konnte dieser wenig später seine Fahrt fortsetzen. „Wir haben ihn im Zuge einer gefahrenabwehrende Maßnahme überprüft“, teilt die Polizeidirektion Dresden auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung mit. „Wir konnten keinen Einbruch und keinen Einbruchsversuch feststellen. Er war nur zu der angegebenen Zeit bei den Garagen.“ Der Polizei fehle so die Handhabe, etwas gegen den Mann zu unternehmen.

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Thomas Köhler indes hat dazu andere Ansichten. In die gemietete Garage des selbstständigen Gebäudereinigers ist nämlich Anfang Dezember schon zum zweiten Mal eingebrochen worden. Beim ersten Mal fehlte eine Heckenschere, nun wurden zwei Motorkettensägen im Wert von insgesamt 1.000 Euro gestohlen. „Wenigstens blieb mein Rasentraktor stehen, das wäre richtig teuer geworden“, sagt er. Anfang Januar gab es zwei weitere aufgebrochene Garagen. Eine davon nutzt der Eigentümer, Enrico Grüneberger, der den gleichen Verdacht wie Thomas Köhler hat.

Spuren eines Fahrrads mit Hänger

„Da fanden sich deutliche Spuren eines Fahrrades mit Hänger“, sagt Grüneberger. Die habe er damals leider nicht fotografiert und auch die Polizei nicht verständigt. „Aus meiner Garage fehlte ja nichts, dort lagern Gerüstteile, die waren wohl zu sperrig“, vermutet er. Aus der anderen Garage wurde ein Werkzeugkasten gestohlen, wie der Nutzer allerdings erst nach einigen Tagen feststellte. Das wesentlich wertvollere Motorrad scheint den Dieb indes nicht interessiert zu haben.

Grüneberger ist überzeugt, dass es sich um einen Kleinkriminellen handeln müsse, ein richtiger Raubzug würde wohl anders aussehen. Er will keinen grundlos verdächtigen, das Zusammentreffen des Fahrradfahrers am Dienstag mit Thomas Köhler und die identischen Reifenspuren erscheinen ihm indes bedenkenswert.

„Wir werden sehen, ob sich nun noch mal einer an unseren Garagen zu schaffen macht“, sagt Köhler. Vielleicht, hofft er, hat die Aktion mit der Polizei erst einmal potenzielle Diebe abgeschreckt.

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