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Oberschule Hainsberg: Freitals Problembaustelle

Die Stadtverwaltung spricht von einer Kostenexplosion bei bestimmten Baumaterialien. Und das ist nicht das einzige Ärgernis.

Von Annett Heyse
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An der Oberschule Hainsberg läuft der Innenausbau auf Hochtouren, allerdings steigen die Baukosten rasant.
An der Oberschule Hainsberg läuft der Innenausbau auf Hochtouren, allerdings steigen die Baukosten rasant. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Sanierung der Oberschule Geschwister Scholl im Freitaler Stadtteil Hainsberg wird immer teurer. Das geht aus einer Anfrage an die Stadtverwaltung Freital hervor. Grund für die Kostenerhöhung ist vor allem die steigende Nachfrage nach Baumaterialien bei sinkendem Angebot.

"So sind unter anderem die Preise für Dämmung im Dachbereich zum Teil explosionsartig gestiegen, zudem haben sich deren Lieferzeiten enorm erhöht. Gleiches gilt bei den Gewerken Elektro und Lüftung. Auch hier sind zum Teil extreme Preissteigerungen zu verzeichnen", sagte Katrin Reis, Büroleiterin des Freitaler Oberbürgermeisters, auf Nachfrage.

Probleme gibt es auch bei der Anlieferung. So werde bestelltes Baumaterial oft nicht mehr nach Bedarf auf die Baustelle geliefert werden, sondern die Lieferanten verlangen zum Teil die Komplettlieferung gleich zu Beginn. Reis: "Das wiederum führt zu großen Platzproblemen auf der Baustelle oder zu Mehrkosten wegen Zwischenlagerungen bei den Auftragnehmern."

Wie hoch die Summe inzwischen ist, die für die Sanierung der Oberschule zusätzlich aufgebracht werden muss, dazu machte die Stadtverwaltung zunächst keine Angaben. Bekannt ist nur, dass bereits im August 2020 Zusatzkosten in sechststelliger Höhe zu verzeichnen waren. Unter anderem betraf das Abbrucharbeiten, die 120.000 Euro mehr kosteten, als zunächst veranschlagt war.

Zu den Materialproblemen gesellen sich auf der Baustelle Personalprobleme bei den Firmen. Coronabedingt komme es immer wieder zu größeren Personalausfällen, heißt es aus dem Rathaus weiter.

Schüler kehren im neuen Schuljahr zurück

Dennoch sei man zuversichtlich, den Fertigstellungstermin zu halten, sodass die Schule mit dem Beginn des neuen Schuljahres 2022/23 wieder in Betrieb gehen kann.

Derzeit laufen Trockenbauarbeiten, die Installation von Heizung-, Lüftung, Sanitäranlagen sowie die Elektroinstallationen. In Kellerräumen und Treppenhäusern sind noch Putzarbeiten zu erledigen, parallel wird schon der Aufzug eingebaut. Als Nächstes erfolgen die Malerarbeiten.

Die Geschwister-Scholl-Oberschule wird seit Herbst 2019 komplett saniert. Dafür wurde der Altbau zunächst entkernt. Weil zukünftig mehr Zimmer gebraucht werden, wurde ein Anbau errichtet und zusätzlich ein neues Obergeschoss auf den Altbau gesetzt.

Die Baukosten liegen bei rund acht Millionen Euro. Während der Bauzeit lernen die Schüler in eigens errichteten Containern und teils auch in den Räumen der benachbarten Grundschule.