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Ärger um alte Schule in Kleinnaundorf

Der Stadtrat will vorerst kein Geld für Umbauten des Gebäudes in Kleinnaundorf locker machen. Stattdessen gibt es eine Forderung an Stadt und Heimatverein.

Kleinnaundorfs ehemalige Schule soll Vereinshaus mit Heimatmuseum werden..
Kleinnaundorfs ehemalige Schule soll Vereinshaus mit Heimatmuseum werden.. © Andreas Weihs

Eine Schule, die keine mehr ist, eine Debatte um 30.000 Euro und schließlich ein Kompromiss - kürzlich befasste sich Freitals Stadtrat mit der Zukunft des Kleinnaundorfer Schulhauses. Angestoßen wurde die Diskussion von den Bürgern für Freital. Sie hatten einen Antrag eingebracht, kurzfristig einen Betrag von 30.000 Euro für Sanierungsarbeiten zu bewilligen und außerdem bis Ende Mai ein Nutzungskonzept zu erstellen.

Besonders Thomas Käfer (Freitals konservative Mitte), gerade erst als Stadtrat berufen, legte sich ins Zeug. Er legte ausführlich dar, wie aktiv der Heimatverein das kulturelle und soziale Leben im Ortsteil gestaltet. Und weshalb die Ex-Schule dringend saniert und umgebaut werden müsste.

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An dem Punkt mussten ihn die Verwaltung und auch andere Stadträte bremsen. Denn Käfer ist auch Ortsvorsteher und sitzt im Vorstand des Kleinnaundorfer Heimatvereins G-Haus. Und zumindest als Vereinsmitglied galt er als befangen. Als Stadtrat Käfer das nicht einsehen wollte, kam es zu einer Abstimmung. Diese ging klar aus - Käfer wurde von der Beschlussfassung ausgeschlossen.

Heimatverein braucht Planungssicherheit

In der Sache wurde dann auch noch diskutiert. "Ich sehe wenig Sinn darin, jetzt mal schnell Geld zur Verfügung zu stellen und eine Sanierung zu fordern", sagte Lothar Brandau (FDP). Er lobte den Kleinnaundorfer Heimatverein für seine Arbeit, forderte aber ein konkretes Nutzungskonzept.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg bekräftigte, dass sich die Stadt um das Gebäude kümmere. "Der Zustand ist nicht so schlecht. Wir können die Schule so nach und nach sanieren."

Lars Tschirner, der Antragssteller, erläuterte noch einmal, warum die Bürger für Freital bis Mai ein Nutzungskonzept und die 30.000 Euro Sanierungspauschale forderten. "Ortschaftsrat und Verein brauchen eine Perspektive und Planungssicherheit."

Bis Jahresende Konzept vorlegen

Das sahen grundsätzlich auch die anderen Stadträte so und beschlossen mehrheitlich, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein G-Haus ein solches Nutzungskonzept erstellen soll. Allerdings nicht bis Ende Mai sondern bis Jahresende. Dann könnten erste Sanierungs- oder auch Umbauarbeiten bereits im Haushaltsplan 2022 eine Rolle spielen.

Die alte Schule wird nicht mehr als Bildungseinrichtung benötigt. Zuletzt diente sie als Ausweichquartier für Schulklassen bei Bauarbeiten. Unter anderem wurden dort zuletzt die Grundschüler aus Wurgwitz und die Gymnasiasten aus Wilsdruff unterrichtet.

Derzeit werden im Haus mehrere Kitagruppen vom Verein Lebensbaum betreut bis diese in einen Neubau an die Albert-Schweitzer-Straße ziehen. Extra dafür wurde im vergangenen Jahr im Gebäude noch einmal umgebaut.

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