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Freital: Diebe klauen Schaukel aus Schulgarten

Das Spielgerät war bei Freitals Förderschülern besonders beliebt. Die Schulleiterin ist sauer und hofft auf Hinweise. Sie hat einen Verdacht.

Schulleiterin Kerstin Kober (4.v.re.) und ihre Schützlinge sind traurig, weil die Nestschaukel geklaut wurde.
Schulleiterin Kerstin Kober (4.v.re.) und ihre Schützlinge sind traurig, weil die Nestschaukel geklaut wurde. © Karl-Ludwig Oberthür

Leer ist der Platz zwischen den Pfosten. So leer, dass dort gut acht Kinder Platz finden. Sie schauen traurig in die Kamera, ein Mädchen weint verstört. "Unsere Kleinen verstehen gar nicht, was hier geschehen ist. Wir legen hier so viel Wert auf soziale Kompetenzen. Darauf, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Und dann so etwas", sagt Kerstin Kober.

Man hört der Leiterin der Hainsberger Förderschule an, dass sie immer noch empört ist. Empört und machtlos über einen Diebstahl, der sich bereits am vergangenen Wochenende zutrug, aber die Hainsberger Kinder immer noch aufwühlt.

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Denn aus dem Schulgarten, eine liebevoll gepflegte Grünanlage, verschwand eine Schaukel.

Spezialanfertigung für Kinder mit Handicap

Das Spielgerät ist besonders beliebt. Denn die Schaukel war eine Spezialanfertigung, gebaut für bis zu drei Kinder, deren Bewegungsfähigkeiten eingeschränkt sind. "Das ist eine Nestschaukel, in die wir auch unsere Rollstuhlfahrer legen können", erläutert Kerstin Kober.

Die "Schule im Park" wird von 62 Mädchen und Jungen besucht, die an einem Handicap leiden. Manche sind körperlich eingeschränkt, manche geistig. Es gibt Rollstuhlfahrer, Autisten, Kinder mit Trisomie 21. Auch sogenannte schwerst mehrfach behinderte Kinder werden hier unterrichtet.

Manche, so berichtet die Schul-Chefin, schaffen es bis zum Hauptschulabschluss und haben gute Chancen, mindestens auf dem zweiten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das Wort "Behinderte" hören sie deshalb gar nicht gern an der Schule. "Das finden unsere Großen diskriminierend. Bei uns heißt es einfach Handicap."

Täter nutzten spezielles Werkzeug

Die Schaukel war deshalb so eine Attraktion, weil auch Kinder mit schlechter körperlicher Koordination gut dort spielen konnten. Lange war die Schaukel in diesem Jahr gesperrt - eine Corona-Schutzmaßnahme. Erst vor wenigen Wochen wurde sie wieder zum Spielen freigegeben, sehr zur Freude der Schüler. Und nun ist sie weg.

Als Kerstin Kober am vergangenen Montag zum Dienst kam, bemerkte sie die Lücke zwischen den Pfosten. Ihr erster Gedanke war, dass der Hausmeister das Spielgerät demontiert haben musste. "Vielleicht war etwas kaputt", ging es ihr damals durch den Kopf.

Doch dies stellte sich schnell als Irrtum heraus. Die Schulleiterin rief die Polizei. Dort hat man noch keinen Erfolg auf der Suche nach der Schaukel vorzuweisen. Fakt ist: Am Freitag, den 13. Juni, war die Schaukel noch da. Am Montag darauf war sie weg. Spuren gab es keine.

Die Diebe müssen über den Zaun gestiegen sein oder das Tor aufgestemmt und anschließend geschickt wieder geschlossen haben. Die Schaukel allerdings ist mit speziellen Schrauben befestigt. "Dafür ist schon Spezialwerkzeug notwendig", kommentiert Kober.

Auch müssen es mehrere Täter gewesen sein, die den Klau durchführten. Denn das Nestchen mitsamt Aufhängung wiegt um die 70 Kilogramm.

Schule hofft auf Hinweise

Ob jemand den Diebstahl beobachtet hat? Die Chancen stehen schlecht. Die Schule im Park befindet sich abseits der Wohnbebauung, der Spielplatz ist von der Straße schon bei Tageslicht schlecht einsehbar.

Schulleiterin Kober hofft vielmehr, dass eine solche Schaukel auffällt, wenn sie anderswo aufgebaut wird. Sie hat den Verdacht, dass dies ein gezielter Diebstahl war, weil jemand genau diese Art Schaukel gut gebrauchen kann.

Und das Spielgerät zu Geld zu machen? Lohnen würde sich das vermutlich. Denn der Anschaffungspreis beträgt mehr als 1.000 Euro. So viel Geld für eine neue Schaukel hat die Schule nicht, zumal in diesem Jahr noch andere Ausgaben für Reparaturarbeiten anstehen. Die Kinder müssen wohl vorerst auf das Schaukeln verzichten.

Es trifft nicht nur die eigenen Schüler. In den Sommerferien plant die Lebenshilfe wieder ein betreutes Ferienangebot. Dann kommen auch andere Kinder in die Schule im Park, um dort schöne gemeinsame Tage zu verbringen. Kober: "Auch ihnen wird die Schaukel fehlen."

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