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Freital erhöht Miete für Sporthallen

Die bisherigen Preise stammen von 1998. Nun sollen sich die Einnahmen für die Stadt verdoppeln. Doch daran es gibt Kritik.

Freitals Turnhallen, wie hier die der Glück-Auf-Grundschule, sollen ab Januar mehr kosten.
Freitals Turnhallen, wie hier die der Glück-Auf-Grundschule, sollen ab Januar mehr kosten. © Karl-Ludwig Oberthür

Ob Karatekämpfer, Turner oder Leichtathleten - sie alle müssen ab dem kommenden Jahr mehr Miete für Freitals Sporthallen bezahlen. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die bisherige Gebührenordnung, die noch von 1998 stammt und mit der Einführung des Euro im Jahr 2001 lediglich auf die neue Währung umgerechnet und gerundet wurde, tritt damit außer Kraft.

Es geht um viel Geld für Freital. Derzeit nimmt die Stadt jährlich rund 21.000 Euro Miete für ihre Sporthallen, Turnsäle und Gymnastikräume ein. Mit der Erhöhung kommen dann etwa 40.000 Euro zusammen. Das ist aber nicht annähernd kostendeckend. Jährlich gibt die Stadt für den Betrieb der Hallen rund 544.000 Euro aus. Darin enthalten sind Strom-, Heiz- und Wasserkosten, Reinigungs- und Wartungsarbeiten für insgesamt neun Sporthallen.

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Sportgruppen ohne Verein zahlen in Freital mehr

Allerdings werden die Hallen überwiegend für den Schulsport genutzt. Von den insgesamt 20.700 Nutzungsstunden entfallen 12.700 Stunden auf den Unterricht der Kinder und Jugendlichen. Vereine sind etwa 8.000 Stunden eingemietet.

Sie müssen nun deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bisher lag die Miete je nach Hallengröße bei fünf Euro bis 7,50 Euro die Stunde für Freitaler Vereine. Das erhöht sich nun um jeweils einen Euro. Richtig teuer wird es für vereinsunabhängige Sportgruppen und auswärtige Vereine. Sie zahlten schon in der Vergangenheit etwas mehr für die Hallennutzung - im Schnitt 2,50 Euro mehr. Diese Entgelte erhöhen sich nun drastisch - auf bis zu 32,10 Euro pro Stunde für die großen Hallen.

Günstiger wird es hingegen für andere Nutzer. Wollen sie für Veranstaltungen, Messen, Versammlungen, Ausstellungen oder Ähnliches eine Halle mieten, mussten sie bisher bis zu 52 Euro pro Stunde zahlen. Nun sollen es nur noch maximal 32,10 Euro sein.

Mitte-Links-Fraktion stimmt gegen höhere Hallenmiete

Die Stadt orientiert sich mit der neuen Preisgestaltung an der Gebührenordnung der Sporthallen des Landkreises. Dessen Entgelte liegen je nach Größe der Sporthalle bei sechs Euro bis 10,50 Euro. In anderen sächsischen Kommunen, beispielsweise in Pirna, liegen die Gebühren teils deutlich höher als in Freital. Zudem gewährt Freital Vereinen, die besonders viele Kinder- und Jugendsportgruppen haben, einen Rabatt von bis zu 80 Prozent.

In der Stadtratssitzung ging die Beschlussvorlage dennoch nicht ohne Kritik durch. "Wir halten die Gebührenänderung für ein falsches Signal zu dieser Zeit und lehnen die Erhöhung ab", sagte Klaus Wolframm, Vorsitzender der Mitte-Links-Fraktion. Bei 21 Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen bei einer Enthaltung wurde die neue Preisliste dennoch beschlossen.

Werden Mitgliedsbeiträge der Freitaler Vereine höher?

Für manche Vereine dürfte es dennoch schwer werden, die höhere Miete aufzubringen. Ein Euro pro Stunde mehr klingt erst einmal nicht viel. Doch die Vereine finanzieren Mieten vor allem über die Vereinsbeiträge. Wird die Miete höher - und auf ein Jahr gerechnet kommt schnell eine dreistellige Summe zusammen - müssen die Vereine ihre Mitglieder zur Kasse bitten.

Oder sie wenden sich an ihre Sponsoren. Meist sind das in Freital kleine mittelständische Firmen oder Einzelunternehmen, die aufgrund der Corona-Krise auch noch andere Sorgen haben.

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