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Freital rückt die Landesliga-Tabelle gerade

Der SCF siegt in Großenhain und ist nun wieder Spitzenreiter der Landesliga. Wilsdruff absolviert am Dienstag das bedeutendste Spiel der Vereinsgeschichte.

Von Jürgen Schwarz
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Volltreffer: Philip Weidauer (links) und Robin Fluß (im Hintergrund) haben Freitals Sieg im Landesliga-Spitzenspiel gegen Großenhain perfekt gemacht.
Volltreffer: Philip Weidauer (links) und Robin Fluß (im Hintergrund) haben Freitals Sieg im Landesliga-Spitzenspiel gegen Großenhain perfekt gemacht. © Christian Kluge

Großenhain. Wohl selten hat eine Mannschaft ein Eigentor so locker weggesteckt. In Großenhain überwand der Freitaler Einwechselspieler Stephan Ruß seinen Torhüter in der Nachspielzeit mit einem Kopfball. Es war der Anschlusstreffer zum 1:2 für die Gastgeber. Mehr passierte danach allerdings nicht: Freital verließ vor 331 Zuschauern als Sieger den Platz und eroberte Platz eins in der Fußball-Landesliga zurück. Robin Fluß (48./Foulelfmeter) und Philip Weidauer (50.) hatten den Sportclub auf die Siegerstraße gebracht.

Auch bei Torhüter Christopher Hauswald, der im 13. Punktspiel erst sein zweites Gegentor kassierte, überwog die Freude über den neunten Saisonsieg. „Klar, so ein Eigentor ist unglücklich, aber ich denke, an so einem Tag kann jeder von uns damit leben“, sagte der 23 Jahre alte SCF-Keeper, der im Vorjahr aus Freiberg gekommen war. „Wir sind sehr geschlossen aufgetreten, jeder hat für jeden gekämpft. Einige Male ist es auch hitziger geworden, aber das gehört zu einem Spitzenspiel dazu.“ Sehr zufrieden war auch Robin Fluß. „Wir haben alles rausgehauen und verdient gewonnen“, sagte der Freitaler Spielmacher. Im Vorfeld habe man sich per Videoaufzeichnungen die Großenhainer genau angesehen und danach offenbar das richtige Rezept gefunden.

Großenhain mit schlechtem Start in Halbzeit zwei

Die 331 Zuschauer sahen auf der Jahnkampfbahn von Anfang an ein hochinteressantes Spiel. Die erste Halbzeit gehörte den Gastgebern, die schneller ins Spiel fanden. Freital musste schon ab der sechsten Minute auf Kapitän Marian Weinhold verzichten, der verletzt den Platz verließ. Die kurzzeitige Verunsicherung konnten die Großenhainer zwar für eine optische Überlegenheit nutzen, aber nach vorn fehlte die Durchschlagskraft. Dennoch hatten sie und ihre Fans in der 24. Minute den Torschrei auf den Lippen, als gleich vier Chancen von den Gästen erfolgreich abgewehrt wurden.

Nach dem Wechsel drehte sich das Spiel. Die GFV-Akteure verschliefen sprichwörtlich die ersten Minuten nach Wiederanpfiff. Ein Doppelschlag sorgte für die Vorentscheidung zugunsten der Freitaler. „Die zweite Halbzeit ging denkbar ungünstig los“, sagte der Großenhainer Coach Steve Dieske. Seine Mannschaft fand danach kaum noch zu ihrem Spiel, versuchte es zu oft mit der Brechstange. Freital zeigte die reifere Spielanlage, beim Gastgeber schlichen sich zunehmend Unkonzentriertheiten und Nervosität ins Defensivverhalten ein. „Am Ende hat Freital einen Fehler weniger als wir gemacht“, so Dieske. „Uns fehlte es aber auch an Durchschlagskraft.“

Für Ligakontrahent SG Motor Wilsdruff steht am Dienstag das bedeutendste Fußballspiel der Vereinsgeschichte an. Im Sachsenpokal-Halbfinale erwartet die Mannschaft von Trainer Paul Rabe ab 18 Uhr den elffachen Cup-Sieger Chemnitzer FC. „Das ist ein Highlight für uns alle, der Kartenvorverkauf lief noch besser als erwartet“, sagt Rabe. „Wir wollen diesen Tag genießen und uns bestmöglich präsentieren. Sicher wird es viele Aktionen geben, in denen wir leiden müssen, dennoch wollen wir uns gegenseitig in jeder Aktion unterstützen und auch mutig auftreten.“

Pirnas Zweiter fehlen die Spieler

In der Landesklasse Mitte sagte der VfL Pirna-Copitz II sein Nachholspiel in Gröditz wegen Personalmangels ab. Die Punkte gehen damit an die Röderstädter. „Wir hatten viele Urlauber, auch einige Verletzte. Es blieben nur sechs einsetzbare Spieler übrig“, so VfL-Coach Holger Weinhold. „Ich habe die ganze Woche gekurbelt, aber es ging einfach nicht. Mit Gröditz war leider keine Einigung auf eine Spielverlegung zustande gekommen. Wir wären auch in der Woche an einem Abend nach Gröditz gefahren, aber das wollten sie nicht.“

In der Landesklasse Ost bleibt der SV Wesenitztal nach dem 2:2 im Sebnitzer Waldstadion Spitzenreiter. In der dritten Nachspielminute kassierte der Tabellenführer den Ausgleich. „Wir hatten schon einige Male Glück in dieser Saison, aber diesmal nicht“, sagte SVW-Trainer Uwe Rahle.

Der SC Freital II kam in einem Testspiel gegen den SC Borea, Tabellendritter der Landesklasse Ost, zu einem 3:3 (1:3). Florian Müller, Franz Wietasch und Torhüter Benjamin Böse, der als Feldspieler eingewechselt wurde, erzielten die Treffer für den Zweiten der Landesklasse Mitte. Für die Dresdner trafen Paul Kalauch, Markus Jens Mai und Marcus Hüppe. „Das war ein richtig gutes Freundschaftsspiel mit viel Tempo und Chancen auf beiden Seiten zu mehr als diesen sechs Toren“, so das Fazit es Freitaler Trainers Jens Wagner. (mit tr)