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„Hinrunde und Pokal zu Ende spielen“

SFV und Vereine verständigen sich in einer Videokonferenz über Spielmodus. Eine Verlängerung der Saison wird geprüft.

Die Freitaler Marian Weinhold und Philip Weidauer (schwarze Trikots) und die Pirnaer Tim Baumann (rechts) und Ronald Wolf (Zweiter von rechts) hoffen auf den Restart in der Fußball-Landesliga nach Ostern.
Die Freitaler Marian Weinhold und Philip Weidauer (schwarze Trikots) und die Pirnaer Tim Baumann (rechts) und Ronald Wolf (Zweiter von rechts) hoffen auf den Restart in der Fußball-Landesliga nach Ostern. © Egbert Kamprath

Die Videokonferenz, die der Spielausschuss des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) den insgesamt 85 Vereinen der Landesliga und Landesklasse angeboten hatte, fand eine positive Resonanz. „Mir gefällt das Format gut“, sagt Frank Paulus, Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Pirna-Copitz. „So bekommt man etwas Einblick in die Planungen des Verbandes.“

Allerdings schwindet bei vielen Vereinsverantwortlichen die Zuversicht, das Spieljahr 2020/21 noch vernünftig zu Ende zu spielen. Um einen Aufsteiger und die Absteiger in der Landesliga sportlich ermitteln zu können, müsste die Hinrunde mit 21 Spieltagen abgeschlossen werden. Zudem soll der Landespokal ausgespielt und Ende Mai mit dem „Tag der Amateure“ abgeschlossen werden. Zudem soll, so der SFV, geprüft werden, ob auch eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus und verbandsübergreifend realisierbar wäre. Wochen-Spieltage werden von den meisten Vereinen abgelehnt. „Wie erwartet, wenig bis keine neuen Nachrichten“, meint Paul Rabe, Coach der SG Motor Wilsdruff. „Aber das ist kein Vorwurf an den SFV, der auch von der Politik abhängig ist. Um Ostern beginnen zu können, müssten wir spätestens ab Mitte März trainieren, aber das ist für mich unvorstellbar.“

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Zunächst war der Verband davon ausgegangen, nur bei einem Restart im März die Hinrunden in der Landesliga und Landesklasse zu Ende spielen zu können. Bei der Videokonferenz stellte der SFV nun drei Szenarien dar. Bei einem Wettkampfstart zu Ostern (3.-5. April) sei es noch möglich, die Hinrunden zum Abschluss zu bringen, in der Landesliga allerdings nur unter großen Anstrengungen der Vereine, heißt es beim Verband. Ein späterer Termin sei für die Sachsenliga nicht darstellbar. Für die Landesklassen steht dagegen der 1./2. Mai als letzter Termin für den Restart zur Debatte. Die dritte Konstellation sieht der SFV „als die schwierigste“ an. Dann nämlich würde die Landesliga die Hinrunde nicht zu Ende spielen können, die Landesklassen aber die erste Halbserie zum Abschluss bringen. „Dann muss ein Modus zu den Auf- und Abstiegen gefunden werden“, so der Verband in seiner Pressemitteilung.

Rahle rechnet mit Saisonabbruch

Aber Corona trifft den Fußball auch direkt. Inzwischen wieder besser geht es Daniel Wohllebe, Trainer des VfL-Liga-Kontrahenten Radebeuler BC. Der 43-Jährige war an Corona erkrankt, „und es war ziemlich heftig“. Andreas Vogel, Präsident des Großenhainer FV, hatte etwas mehr Glück. „Ich wurde vor Weihnachten positiv getestet, hatte aber lediglich Symptome einer Männergrippe.“ Trotzdem hoffen er und Wohllebe, dass es endlich wieder losgeht. „Ich denke, Training im Freien in kleinen Gruppen ist machbar. Selbst wenn die Jungs nur zu Hause duschen können, sehe ich kein Problem. Unser Hygienekonzept hat sich im Vorjahr bewährt“, sagt Vogel.

In der Landesklasse Ost würde ein Spielbeginn am ersten Mai-Wochenende zumindest beim SV Wesenitztal die Alarmglocken läuten lassen. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die bis auf eine Ausnahme sechs oder sieben Punktspiele bestritten hat, kommt der SVW nur vier Begegnungen. Elf Spiele bis zum 30. Juni 2021 zu bestreiten, wäre ohne Wochen-Spieltage für die Mannschaft von Trainer Uwe Rahle nicht möglich. „Ich gehe davon aus, dass die Serie abgebrochen wird. Wochen-Spieltage kann der Verband im Amateurbereich nicht anordnen, daher wird das zumindest in der Landesliga wohl nichts mehr“, glaubt Rahle. „Dann gibt es wieder keine Absteiger, aber Aufsteiger aus der Landesklasse, sollte die die erste Halbserie zu Ende bringen. Dann müsste die sechste Liga weiter aufgestockt werden und das ist bei aktuell 22 Teams völlig unmöglich.“

Der Copitzer Richard Scykalka scheitert am Leipziger Keeper Marcus Herrmann. Es war das letzte Landesliga-Heimspiel der Pirnaer – am 17. Oktober 2020. In der Landesklasse Ost hat der SV Wesenitztal sogar nur vier Partien ausgetragen.
Der Copitzer Richard Scykalka scheitert am Leipziger Keeper Marcus Herrmann. Es war das letzte Landesliga-Heimspiel der Pirnaer – am 17. Oktober 2020. In der Landesklasse Ost hat der SV Wesenitztal sogar nur vier Partien ausgetragen. © Marko Förster

Jens Wagner, Trainer des SC Freital II, glaubt dagegen „fest an die Fortsetzung und Beendigung der ersten Halbserie“ in den Landesklasse-Staffeln: „Wir ertragen dieses ganze Theater schon einige Monate. Jetzt ist aus meiner Sicht ein Moment gekommen, wo nur noch positive Signale seitens der Politik zählen. Der Freizeitsport in allen Altersklassen ist dabei ein sehr wichtiger Bereich.“ Die letzten Punktspiele in der Landesliga und den Landesklassen gingen am 1. November 2020 über die Bühne. Seitdem ruht auch der Trainingsbetrieb.

Von den Vereinen wird nun ein weiterer Informationsaustausch als Videokonferenz ausdrücklich erwünscht. Hier ließ sich SFV-Präsident Hermann Winkler auch schon in die Karten schauen und versprach Angebote für digitale Vereinssprechstunden. Zudem richtete der Präsident erneut die Bitte an das sächsische Innenministerium, eine zeitnahe Aufnahme des Trainings- und Spielbetriebs im Breitensport in die Überlegungen einfließen zu lassen. „Ich bin froh über diesen Vorstoß und hoffe, dass auch der Breitensport in das Blickfeld der politischen Entscheidungen zur Corona-Pandemie rückt“, sagt Volkmar Beier, Vorsitzender des Spielausschusses.

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