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Das zweite Leben des alten Sportplatzes

Direkt am Tharandter Wald in Spechtshausen entsteht ein Mehrgenerationenpark. Zum Arbeitseinsatz herrschten extreme Bedingungen.

Uwe Babocsai organisiert gemeinsam mit anderen Freiwilligen den Bau des Walderlebnisplatzes "Zum Specht".
Uwe Babocsai organisiert gemeinsam mit anderen Freiwilligen den Bau des Walderlebnisplatzes "Zum Specht". © Egbert Kamprath

Uwe Babocsai ist baff. Als Projektleiter des Spechtshausener Mehrgenerationenplatzes hat er eben gesagt: „Wenn es so weiter regnet, wird die Auffangfläche für die Schaukeln zum Planschbecken. Eigentlich wollten wir heute die Spielgeräte aufbauen. Doch der Untergrund ist zu schlammig.“ Aber die Freiwilligen stehen trotzdem bereit, um beim Arbeitseinsatz loszulegen – mit aktualisierten Schwerpunkten.

Seit dem 3. Oktober 2019 bauen engagierte Anwohner des kleinen Tharandter Ortes den alten Sportplatz an der Triebischstraße nach eigenen Ideen um. In Kooperation mit der Forststadt, der das Areal gehört, entstehen ein Spielplatz, ein Fahrrad-Parcours und ein Jugendbereich, ein Bolzplatz und ein Beachvolleyballplatz sowie eine Bewegungsfläche für Senioren – die auch integrativ nutzbar sein soll. 

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Das Gelände liegt am Tharandter Wald. Es bekommt einen parkähnlichen Charakter mit heimischen Pflanzen und Bänken. Daneben befindet sich der Imbiss am Waldrand. „Es wird eine Bereicherung für beide Seiten sein.“

In Spechtshausen gibt es bisher keinen Spielplatz

Uwe Babocsai sitzt in den Reihen der Freien Wählervereinigung im Stadtrat und ist zweiter stellvertretender Bürgermeister der Forststadt. Der 60-Jährige betont: „Die Grundidee für den Mehrgenerationenplatz kam von den Jüngeren. Ich helfe dabei, sie umzusetzen.“ Von den rund 250 Spechtshausenern sind über ein Viertel Kinder. Bisher gibt es im Ort aber keinen Spielplatz.

„Das war der Ansatz, einen zu bauen und zugleich für alle Generationen einen Treffpunkt zu schaffen“, sagt Thomas Liebschner. Der 39-Jährige arbeitet in einem Tiefbau-Ingenieurbüro. Seine Erfahrungen bringt er ein. Beim Arbeitseinsatz zieht er mit Projekt-Webmaster Carlo Schwarze - der im Online-Marketing tätig ist - per Spitzhacke und Schaufel Drainagegräben. Das Gelände ist schon modelliert. In den Kuhlen staut sich Wasser.

Christoph Sobota baggert einen Abfluss am „Becken“, in dem die Schaukeln stehen sollen. In der Pause erinnert der 38-jährige Veranstaltungstechniker an gewachsene Aktivitäten im Ort, wie das aller zwei Jahre stattfindende Sommerfest.

Carlo Schwarze (rechts) und Thomas Liebschner legen mit Spaten und Spitzhacke die Drainage frei. 
Carlo Schwarze (rechts) und Thomas Liebschner legen mit Spaten und Spitzhacke die Drainage frei.  © Egbert Kamprath
Hier soll einmal die Schaukel stehen. Doch am Samstag sah es eher aus wie ein Planschbecken.
Hier soll einmal die Schaukel stehen. Doch am Samstag sah es eher aus wie ein Planschbecken. © Egbert Kamprath
Philipp Fischer gehört zum festen Kern der Helfer. Auch er ließ sich vom Dauerregen nicht abschrecken.
Philipp Fischer gehört zum festen Kern der Helfer. Auch er ließ sich vom Dauerregen nicht abschrecken. © Egbert Kamprath

Bis jetzt schon 1.000 Stunden Eigenleistung

Für den Generationenpark haben die Anwohner schon den Namen „Walderlebnis zum Specht“ gewählt. Im Jugendbereich steht bereits eine frühere Holzgarage. Sie wurde aus dem Ort umgesetzt und soll als Schutzhütte dienen. Die Wände bemalen Mädchen und Jungen noch.

Das Projekt lebt davon, dass es viele praktisch, mit Sach- oder Geldspenden unterstützen. „Über 1.000 Stunden Eigenleistungen wurden schon erbracht“, betont Uwe Babocsai. Die Webseite informiert über den konkreten Bedarf. So traf auch zertifizierter Erdaushub von Baustellen für den Fahrrad-Parcours ein. „Im Herbst und Frühjahr ist es wieder sinnvoll, Pflanzen beizusteuern.“ Ein Wassertank steht für Freiwillige zum Gießen da.

Nach und nach werden die Module übergeben. „Wenn es die Witterung erlaubt, bauen wir die Spielgeräte auf: die Schaukeln, Rutschen, den Sandkasten und den Kletter-Parcours. Im Frühjahr wollen wir den Spielplatz eröffnen.“ Im Sommer sollen der Bolz- und der Beachvolleyplatz sowie die Jugendecke mit der Tischtennisplatte fertig sein.

Etwas gedulden müssen sich die Senioren. Ihre Trimm-Dich-Strecke wird zuletzt eingerichtet. Auch weil die Finanzierung besonders intensiv ist. „Doch sie können gern schon von den Bänken aus den Jüngeren zuschauen. Auch das ist Teil des generationsübergreifenden Projektes.“

Seit 90 Jahren gibt es den Sportplatz

Der Sportplatzstandort ist rund 90 Jahre alt. Zu DDR-Zeiten war dort die 1949 gegründete Sportgemeinschaft Spechtshausen aktiv. In den 1990ern wurde das Areal umgebaut. Bis etwa 2012 war der Pohrsdorfer Sportverein Pächter des Hartplatzes. Der Fußball rollte. Dann verwilderte das Grundstück.

„Mit der Neugestaltung werten wir unser Ortsbild auf und bereichern auch die Region“, sagt Uwe Babocsai. Während des Corona-Lockdowns waren zumindest Kleingruppen aktiv. Anfang Mai war die Freude groß: Über den Wettbewerb „Ideen für den ländlichen Raum” des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung kam die Projektinitiative in den Genuss von 5.000 Euro Fördergeld.

Kurz darauf gab es einen Zuschuss von 16.000 Euro aus dem Förderprogramm EU-Leader Silbernes Erzgebirge, Bereich Kleinprojekte. Der erforderliche Eigenanteil von 4.000 Euro wurde über das vorhergehende Preisgeld ausgeglichen. „Weitere Fördermittel und Spenden brauchen wir“, betont Uwe Babocsai. 

Seit Kurzem steht schon die barrierefreie Toilette am Waldimbiss. Sie wurde mit 25.000 Euro, also zu 100 Prozent, vom Sächsischen Ministerium für Umwelt- und Landwirtschaft (SMUL) gefördert.

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