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Der Schulbusstreit von Kleinnaundorf

Wegen einer Baustelle ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. Anwohner wünschen sich eine bessere Lösung für ihre Kinder und haben einen Vorschlag.

Thomas Käfer Ortsvorsteher Kleinnaundorf an dem Bus-Wendeplatz.
Thomas Käfer Ortsvorsteher Kleinnaundorf an dem Bus-Wendeplatz. © Egbert Kamprath

Er ist mit seiner Geduld am Ende. Und mit seinem Verständnis auch. Manche der Worte, die Kleinnaundorfs Ortsvorsteher Thomas Käfer im Gespräch mit Sächsische.de wählt, sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Was den ehrenamtlichen Politiker in Rage bringt, ist eine Baustelle, die eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt zur Folge hat. Doch noch viel mehr als das sind es die Folgen für den Schulbusverkehr, die daraus resultieren.

Die Linie D kommt morgens halb acht aus Freital über Burgk vorbei an der Hopfenblüte nach Kleinnaundorf. Normalerweise. Da die Ortsdurchfahrt gesperrt ist, fährt der Bus nun zunächst die Kohlenstraße hoch über den Windberg. Dort werden auch die Haltestellen Am Segen und Hoher Plan bedient. 

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Dann geht es weiter Richtung Bannewitz bis zum Kreisverkehr an der Horkenstraße. Dort wendet der Bus und fährt zurück über den Windberg, dann an der Hopfenblüte rechts rein nach Kleinnaundorf zur Haltestelle Meßweg, um sich dann auf den Weg nach Freital zur Ludwig-Richter-Grundschule zu machen.

Kinder müssen über die Baustelle laufen

„Für Kinder aus Kleinnaundorf jenseits der Straßensperrung bedeutet das, sie müssen morgens durch den Baustellenbereich zur Bushaltestelle laufen“, sagt Thomas Käfer. Das sei durchaus nicht ungefährlich. Vor allem aber sei es überhaupt nicht notwendig, denn aus seiner Sicht gebe es für die Fahrt eine viele bessere Route. „Der Bus könnte sich den Schlenker über den Kreisverkehr in Bannewitz sparen“, sagt er. Der werde nur zum Wenden gefahren.

„Stattdessen könnte die Linie D links in die Steigerstraße einbiegen, nach Kleinnaundorf runter fahren und am Dorfplatz halten, Kinder mitnehmen und wieder hochfahren auf die Strecke zur Schule.“ Mehr Zeit brauche der Bus dafür nicht, da ist sich Thomas Käfer sicher. Ganz im Gegenteil. „Nach meinen Messungen würde es trotz anhalten und ein- und aussteigen sogar etwas schneller gehen.“ Zudem würden auf diese Weise beide Ortsseiten von Kleinnaundorf gleichermaßen bedient.

Der Kampf für eine alternative Variante

Käfer unterbreitete diesen Vorschlag bereits Mitte September zunächst bei der Stadtverwaltung. Diese jedoch lehnte mit Verweis auf eine vermeintlich längere Fahrzeit ab. „Die Runde kostet pro Fahrt drei Minuten zusätzlich“, heißt es in der Antwort. Diese Zeit habe man auf der Linie nicht, da es eine „Vielzahl anderer Randbedingungen“ gebe wie beispielsweise Anschlüsse zum Umsteigen an der Burgker Straße und am Bahnhof Deuben.

Eine Antwort, mit der Thomas Käfer im Sinne seiner Kleinnaundorfer Bürger nicht zufrieden sein konnte. Er wandte sich also auch an den Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE), der die Strecke bedient. Doch auch von dort kommt eine knappe Ablehnung. Die Streckenführung sei schon mit einem zeitlichen Mehraufwand durch die Umleitung über den Windberg belastet. Man könne deshalb nicht noch mehr Zeit aufwenden für eine zusätzliche Runde nach Kleinnaundorf. Die Streckenführung sei „leider ohne Alternative“.

Regionalverkehr RVSOE sitzt das Problem aus

Thomas Käfer macht das sprachlos. Denn seiner Meinung nach gibt es keinen zeitlichen Mehraufwand. Er fühlt sich hingehalten. Die Baustelle läuft seit Ende August. Anfang Dezember soll sie Geschichte sein. Dann fährt der Bus wieder normal. Käfer wird das Gefühl nicht los, dass der RVSOE das Problem einfach aussitzen will.

Zumindest einen Teilerfolg konnte der Kleinnaundorfer Ortsvorsteher aber doch verbuchen. Denn als Mitte September zusätzlich zur Baustelle in der Ortsmitte plötzlich noch eine auf der Umleitungsstrecke über den Windberg auftauchte, die mit einer Ampel versehen war, hatte Käfer nach eigener Aussage etliche seiner aufgebrachten Bürger am Telefon. 

„Ich meldete mich daraufhin beim Oberbürgermeister“, sagt er. „Uwe Rumberg hat sich dafür eingesetzt, dass die Bauleute wenigstens nicht in den Stoßzeiten arbeiten. Damit war dann auch die Ampel nicht aktiv, also die Durchfahrt in beide Richtungen offen.“

Mit den aus seiner Sicht misslichen Umständen der Streckenführung für den Schulbus werden er und die Kleinnaundorfer aber wohl noch für die nächsten drei Wochen leben müssen. Die Worte, die er dafür findet, behält er lieber für sich.

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