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Freitaler Angeklagte belastete Mittäter

Maria K. hat nach ihrer ersten Verhaftung offen über die Anschläge der Gruppe Freital ausgesagt, sich selbst aber eher als unbeteiligte Zuschauerin dargestellt.

© Paul Sander

Dresden. Die im Terrorprozess angeklagte Maria K. hat nach ihrer ersten Verhaftung im November 2015 offen über die Anschläge der Gruppe Freital ausgesagt, sich selbst aber eher als unbeteiligte Zuschauerin dargestellt. Ein Ermittlungsrichter sagte am Mittwoch als Zeuge vor dem Oberlandesgericht Dresden, die 28-Jährige habe in ihrer Vernehmung spontan über Einzelheiten des nächtlichen Überfalls auf das linke Wohnprojekt in der Dresdner Overbeckstraße berichtet und auch freimütig Namen von Mittätern genannt.

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Die Verhaftung sei für Maria K. aus seiner Sicht eine Art Zäsur gewesen. Sie habe offen darüber gesprochen, wie fanatisch und radikal die Gruppenmitglieder gedacht und geredet hätten. Es seien Sätze gefallen wie „Das sind Kanaken und das bleiben Kanaken“. Alle hätten versucht, sich zu überbieten und gegenseitig anzustacheln.

Reue habe Maria K. während der Vernehmung nicht gezeigt, sagte der Ermittlungsrichter. Timo S. und Patrick F. hätten den Überfall auf das Wohnprojekt als angeblichen Racheakt gegen Linke geplant und organisiert. Sie selbst sei bei den Vorbereitungen des Anschlags in der Tatnacht dabei gewesen. Da sie wegen eines Rückenleidens nicht schnell laufen konnte, sei sie erst nach dem Überfall wieder zur Gruppe dazugestoßen. Vertreter der Nebenklage kritisierten, Maria K. habe zwar Mittäter belastet, eigene Taten aber ausgespart.

Maria K. muss sich mit sieben Mitangeklagten wegen Mitgliedschaft in einer rechtsterroristischen Vereinigung und versuchten Mordes verantworten. Der Haftbefehl gegen sie war nach der Vernehmung Ende 2015 außer Vollzug gesetzt worden. Seit April sitzt sie ebenso wie die anderen Angeklagten in Untersuchungshaft. (SZ/lot)