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Freitaler Wochenmarkt auf Erfolgskurs

Zufriedene Händler, gut gelaunte Kunden – selbst im Winter läuft das Geschäft. Und es gibt schon neue Ideen.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

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Freital. Sonnabendvormittag, grauer Himmel, fünf Grad über null – das Wetter lädt nicht gerade zum Bummeln ein. Trotzdem ist Freitals Neumarkt gut gefüllt. Zwölf Händler haben ihre Stände aufgebaut. Es gibt frisches Obst und Gemüse aus dem Elbtal, Wildfleisch aus dem Erzgebirge, Pfefferkuchen aus Pulsnitz, Käsespezialitäten aus Österreich.

Was die Freitaler von ihrem Markt halten

Wochenmarkt in Freital – das gab es seit Jahren nicht mehr. Wer frische Produkte direkt beim Hersteller oder Händler kaufen wollte, musste nach Dresden fahren oder nach Tharandt. Seit September 2017 gibt es den Freitaler Wochenmarkt, alle 14 Tage immer sonnabends von 8 bis 13 Uhr.

„Die Freitaler sind total dankbar, dass es so etwas hier endlich gibt“, sagt Gregor Herrmann. Gemeinsam mit seiner Frau Steffi betreibt Herrmann „Fannis Käseboutique“ und verkauft Käsespezialitäten aus dem österreichischen Bregenz. Früher hatten sie einen Laden in Dresden, seit einigen Jahren sind sie als fliegende Händler unterwegs. „Keine Ladenmiete, überschaubare Betriebskosten – wir kommen damit gut klar“, sagt Gregor Herrmann, während seine Frau gerade eine Portion Frischkäse abwiegt. Nach Freital kommen die beiden gerne. „Die Leute hier sind sehr freundlich. Sie schätzen Qualität und sind bereit, dafür auch einen höheren Preis zu zahlen“, sagt der Käsehändler. Er sagt aber auch, dass der Markt noch ausbaufähig sei. „Wir hoffen auf den Frühling. Wenn es wärmer wird, kommen die Blumenhändler wieder und hoffentlich noch zwei oder drei andere Branchen.“

Mit Branchen seien auf keinen Fall Textilen oder Ähnliches gemeint, sagt Marktleiter Lothar Scupin. „Wir sind im Gespräch mit einem Händler für selbst gemachte Marmeladen. Außerdem wollen wir jemanden ranholen, der Oliven, Fetacremes und andere mediterrane Spezialitäten verkauft.“ Mit einem Gärtner, der Blumen- und Gemüsepflanzen vertreibt, habe man bereits einen Vertrag abgeschlossen. „Der kommt ab April. Eher geht es nicht, weil es da noch zu kalt ist und die Pflanzen Schaden nehmen könnten.“ Insgesamt sei die Deutsche Marktgilde, die den Freitaler Wochenmarkt veranstaltet, mit dem Standort Freital zufrieden. „Selbst jetzt im Winter läuft es gut“, sagt Marktleiter Scupin. Er habe nur positive Resonanz bekommen. „Der Markt wird gut angenommen, es kommen auch viele junge Käufer. Die Händler sind sehr zufrieden.“

Händler wie Andreas Schulze zum Beispiel. Er betreibt eine Gärtnerei in Dresden-Gohlis und baut Blumen, Obst und Gemüse an. Seine Produkte vertreibt er seit Jahren auch auf Märkten, so zum Beispiel jeden Freitag an der Lingnerallee in Dresden, dem größten Wochenmarkt der Region. Nach Freital kommt er seit November 2017. Das sei ein anderes Pflaster als Dresden, aber kein schlechtes, meint Schulze. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Umsatz. Die Leute fragen gezielt auch nach regionalen Produkten. Wir sind schon dabei, unseren Gemüseanteil weiter auszubauen.“

Schön wäre es, sagt auch Gärtner Schulze, wenn es die Marktgilde schaffe, noch ein paar andere Händler nach Freital zu locken. „Ich könnte mir vorstellen, dass ein Stand mit Gewürzen und Tee hier gut funktioniert.“

Die Freitaler Stadtverwaltung war es, die im Frühjahr 2017 die Initiative für einen neuen Wochenmarkt startete, nachdem wiederholt Anfragen und Anregungen von Bürgern im Rathaus eingegangenen waren. Zunächst wurde eine Umfrage durchgeführt, an der sich fast 600 Einwohner beteiligten. Das Ergebnis war eindeutig: Eine große Mehrheit wünschte sich einen Wochenmarkt, möglichst zentral gelegen. Der Neumarkt ist dafür wie geschaffen – mitten in Freital, Parkplätze sind vorhanden, eine Bushaltestelle ist davor.

Am 9. September war Premiere für den Wochenmarkt. „Schon der Auftakt war damals großartig“, erinnert sich Marktleiter Scupin. Er habe von vielen gehört, die seitdem regelmäßig kommen. Ob sich der Wochenmarkt auf Dauer etablieren kann oder ob das nur ein Strohfeuer ist, haben nun die Freitaler in der Hand. Scupin: „Die Händler kommen nur immer wieder, wenn sich der Umsatz lohnt.“

Der Wochenmarkt findet jeden zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 8 bis 13 Uhr statt. Nächste Termine: 10. und 24. Februar, 10. und 24. März.