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Freitals größter Bäcker baut an

Zwei Millionen Euro hat die Bäckerei Laube in eine neue Produktion gesteckt. Ein Thema macht dem Chef aber Sorgen.

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© Tilo Harder

Von Tobias Winzer

Freital. Das Herzstück der neuen Halle ist der Ofen. In den drei Kammern, jede von ihnen mannshoch und mehrere Meter tief, werden jeden Morgen ab 1 Uhr Brot, Brötchen, Kuchen und andere Waren gebacken. Sie stehen in der Mitte der riesigen und hellen Halle, die Marcel Nitz Ende des vergangenen Jahres in Betrieb genommen hat. Zwei Millionen Euro investiert der Inhaber der Bäckerei Laube dafür. In Zeiten, in denen andere Bäcker wegen der steigenden Konkurrenz durch Discounter Filialen schließen oder gar komplett dicht machen, ist das keine Selbstverständlichkeit.

„Man kann nicht stehen bleiben“, sagt der 37-Jährige. Mit der neuen Produktionsanlage an der Güterbahnhofstraße unweit des Edelstahlwerks will der Unternehmer Freitals größten Bäcker fit für die Zukunft machen. Die Bäckerei Laube, die 1975 auf der Coschützer Straße anfing, hat mittlerweile 17 Filialen in Freital, Wilsdruff, Bannewitz, Rabenau und Dresden. Bereits seit 1995 gibt es den Produktionsstandort an der Güterbahnhofstraße. Hier werden derzeit wöchentlich rund zehn Tonnen Mehl zu Brötchen, Brot, Kuchen und Co. verarbeitet. Jeden Morgen um 4.30 Uhr werden die frischen Waren in die Filialen gefahren.

Stabile Zahl der Mitarbeiter

„Unser Vorteil ist, dass wir relativ kurze Wege haben“, so Nitz, der das Unternehmen 2002 von Firmengründer Ulrich Laube übernommen hat. Keine Filiale liege weiter weg als 15 Kilometer. 120 Mitarbeiter gehören zum Team. Trotz steigender Zahl an Zweigstellen ist die Zahl der Beschäftigten stabil geblieben.

Der Neubau war nötig geworden, weil die Arbeit in den alten Räumen zunehmend ineffizient wurde. Produziert wurde in einer viel zu kleinen und außerdem veralteten Halle. Die Konditorei war im Keller eingerichtet. Die Küche, in der belegte Brötchen und warme Speisen für die Bäckereicafés vorbereitet werden, war wiederum in einem anderen Raum. In der neuen Produktionshalle, die direkt neben der alten und anstelle eines ungenutzten Industriebaus entstanden ist, sind alle Bereiche der Bäckerei auf einer Ebene. Die alte Produktionshalle wurde zum Lager umfunktioniert. Neu ist auch eine Brotmaschine, mit der der Teig geknetet und in Form gebracht wird.

Noch mehr erleichtern aber die vier neuen Kühlzellen – jede von ihnen fast so groß wie ein Zimmer – die tägliche Arbeit. Dort kann die noch rohe Teigmasse, die am Vortag vorpoduziert wird, nicht nur gekühlt, sondern per Computersteuerung auch allmählich auf Gärtemperatur gebracht werden. Den zusätzlichen Gärofen braucht es nicht mehr. Kurz vor der Auslieferung am Morgen kommen die Waren in den Ofen.

Weitere Filiale in Dresden

Zum Filialnetz, das in den vergangenen Jahren behutsam gewachsen ist, wird in den kommenden Tagen noch eine weitere Zweigstelle hinzukommen. Am 12. Mai zieht die Bäckerei Laube in das neue Einkaufszentrum am Straßburger Platz in Dresden. „Dort gibt es sonst weit und breit nichts“, sagt Nitz. „Der Standort ist super.“ Zurzeit stehe er außerdem in Verhandlungen über eine weitere Filiale.

Wo diese eingerichtet werden soll, will Nitz noch nicht verraten. Es sei aber nicht das Ziel, das Unternehmen in Größenordnungen auszubauen. „Da würde auch die neue Produktionshalle an ihre Grenzen stoßen.“

Sorgen macht dem Unternehmer allerdings die Suche nach neuem Personal. Seit einigen Monaten ist er auf der Suche nach einem Bäcker und einem Konditor. „Die Maschinen können in der Produktion unterstützen, aber am Ende braucht man immer noch Menschen.“ Viele scheuten aber die Nachtarbeit. „Außerdem wollen viele nur halbtags arbeiten.“ Weil das für Nitz nicht infrage kommt, ist er immer noch auf der Suche. Das Durchschnittsalter in der Produktion schätzt er auf 45 Jahre. „Wir brauchen den Nachwuchs, weil die Bäcker irgendwann in Rente gehen.