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Friedewald über Nacht umbenannt?

Aus Friedewald wurde dank dieses Schildes Oybin. © Jens Klotsche

Ein neues Ortseingangsschild sorgte am Dienstag an der Stadtgrenze von Radebeul zu Friedewald für Verwunderung. Doch das war noch nicht alles.

Moritzburg. Mehrere SZ-Leser glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Jens Klotsche aus Friedewald ließ der SZ gleich noch ein Foto vom Gesehenen zukommen. Ein paar Meter vor dem Bahnübergang – mit dem sanierten einstigen Kurhaus als malerischem Hintergrund – ist darauf ein Ortseingangsschild mit der Aufschrift Oybin zu sehen. Wurde Friedewald umbenannt? Hat sich ein Spaßvogel einen verspäteten oder vorgezogenen April-Scherz erlaubt?

Im Rathaus der Gemeinde Moritzburg gingen zwar auch einige Hinweise ein, eine hundertprozentige Antwort haben aber weder der Bürgermeister noch der Ordnungsamtsleiter parat. „Ich habe gehört, dass es möglicherweise Dreharbeiten gab“, sagt Rathauschef Jörg Hänisch. „Eine Straße am Auer soll ebenfalls kurz gesperrt gewesen sein.“ Eine offizielle Information hat Jochen Bauer vom Ordnungsamt dazu nicht bekommen. „Ich habe das Schild aber gefunden und mitgenommen. Es lang am Straßenrand.“

Licht in das Dunkel bringt eine Anfrage beim MDR. Tatsächlich gibt es einen aktuellen Dreh für den Tatort. Die Produktionsfirma Wiedemann & Berg schreibt dazu: „In ,Oybin‘ hoffen die Ermittlerinnen, ein wichtiges Indiz zur Aufklärung des Mordes an ,Gastronom Benda‘ zu finden.“ Jedes Filmteam drehe natürlich am liebsten an den Originalschauplätzen. 

Gleichzeitig sei die Organisation eines Drehs jedes Mal eine logistische Herausforderung. Manchmal suche man aus diesen Gründen näherliegende Orte, an denen man den Schauplatz glaubhaft erzählen und trotzdem die zeitlichen Vorgaben des Drehplans einhalten kann. „Um Friedewald haben wir alles gefunden, was wir gesucht haben. Einen hübschen Ort, Wald, einen Steinbruch und sogar eine Schmalspurbahn. Wir hoffen, dass unsere Oybiner Zuschauer zufrieden sein werden.“