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Fünf für alle

Die vor neun Monaten gestartete Tourismuszentrale für die Region läuft und hat erste Erfolge vorzuweisen.

© Matthias Weber

Von Thomas Mielke

Dass alle fünf Damen rote Pullover tragen, ist kein Zufall. Die Mitarbeiterinnen des vor neun Monaten gestarteten Tourismuszentrums für die Region mit Sitz im Zittauer Rathaus, in der früheren Zittauer Touristinformation, wollen und sollen einheitlich nach außen auftreten. Bald müssen sie dafür nicht mal mehr im eigenen Kleiderschrank suchen: Ihr Arbeitgeber lässt Dienstkleidung für sie anfertigen.

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Angestellt sind sie bei der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft, unter deren Dach die Aktivitäten der Zittauer Tourist-Information und der Touristischen Gebietsgemeinschaft – kurz TGG – „Naturpark Zittauer Gebirge“ gebündelt wurden. Es habe beim Übergang keinerlei Reibungsverluste gegeben, sagt Birgit Kaiser, die Chefin der Stadtentwicklung. Die Anzahl der Mitarbeiter ist insgesamt gleich geblieben. Aber die gemeinsame Truppe ist nun viel schlagkräftiger, denn „wenn wir ganz ehrlich sind, ist vorher viel parallel gelaufen“, sagt Angela Muder, die Vize-Chefin des Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge. So haben sich zum Beispiel Hoteliers früher gefragt: Warum zwei Kataloge, ein Zittauer und einer von der TGG? In welchem schalte ich meine Anzeige?

Nun ziehen die sechs Mitarbeiterinnen nicht mehr an zwei Strängen, sondern gemeinsam an einem. Das ergebe eine ganz andere Effektivität, sagt Frau Kaiser. Zwei Drittel des Teams waren schon vor der Zusammenlegung dabei: Die Chefin der Tourismuszentrale, Sylvia Gulich, hat in der Touri-Info gearbeitet und die Chefin vertreten. Auch Nadine Grollmisch war seit August 2016 Mitarbeiterin im Erdgeschoss des Zittauer Rathauses. Angela Muder und Christine Hänsel – derzeit im Mutterschutz – kommen von der TGG-Geschäftsstelle. Die anderen beiden sind neu: Linda Schönborn ist zum 1. September dazugestoßen. Seit 1. Dezember komplettiert Dagmar Hrehova das Team. Die junge Tschechin lebt in Hradek (Grottau) und bringt ein großes Plus ein: Sie kümmert sich um Anfragen in Tschechisch und Polnisch. Allen Mitarbeiterinnen ist gemein, dass sie Englisch sprechen und eine touristische Ausbildung haben. „Sie sind mit viel Liebe und Engagement dabei“, sagt Birgit Kaiser lobend.

Die derzeit fünf Damen vermitteln Übernachtungen in rund 2 800 Betten von Hotels und Pensionen in der Region, informieren und beraten Einheimische und Touristen zu Sehenswürdigkeiten und Wanderrouten, vermarkten den Oberlausitzer Bergweg, bieten Pauschalangebote, Stadtführungen, Reisebegleitungen und Gruppenreisen, Tagesfahrten und touristische Erlebnisbausteine an. Auch mit Blick in die Nachbarländer. Zudem verkaufen sie Gutscheine, Tickets, Souvenirs und Heimatliteratur, vermarkten die Angebote bei Messen wie vor wenigen Tagen in Stuttgart, auf einer Internetseite, bei Facebook und mit Broschüren und Faltblättern. Natürlich sichern sie auch die Öffnungszeiten der Tourismuszentrale ab, wobei sie zum Beispiel bei Sonderveranstaltungen sehr flexibel reagieren, betont Sylvia Gulich.

Ein Meilenstein ihrer Arbeit ist der erste gemeinsame Urlaubskatalog für die Gesamtregion, der vor Kurzem veröffentlicht worden ist. Von Zittau bis Löbau sind darin alle Städte und Gemeinden der Region porträtiert – selbst solche wie Großschönau und Leutersdorf, die nicht Mitglied der TGG sind. Bei der Buchung kann die Zentrale auf ein Computersystem zurückgreifen, das europaweit funktioniert, Zittau für sich eingeführt hatte und sonst niemand von den Partnern in der Region hat.

Der Befürchtung, dass vor allem Zittau von der neuen Struktur profitiert, widersprechen die Damen. Ein Symbol dafür ist, dass es nun keine Kataloge und Broschüren mehr mit dem Zittauer Zeichen gibt, sondern alle mit dem Logo des Naturparks erscheinen. Auch bei der Buchung von Zimmern und Angeboten wird niemand übervorteilt, betonen die Mitarbeiterinnen. Sie gehen bei den Angeboten nach den Wünschen der Kunden, die meist nicht nach einer Stadt oder Gemeinde, sondern nach bestimmten Zimmergrößen und -ausstattungen, nach Preisen und Ähnlichem fragen.

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Unter dem Strich bilanziert Birgit Kaiser, dass der Schritt zur Tourismuszentrale richtig war: Die Leistungsfähigkeit ist größer geworden. Sowohl der Naturpark als auch Zittau profitieren. Und mehr Geld für die bessere Leistung muss keine Seite bezahlen. Dennoch sind die Vorbehalte bei einigen Partnern noch nicht ausgeräumt. „Wir nehmen niemanden etwas weg“, wirbt Frau Kaiser deshalb. Viele verfolgen weiterhin auch eigene touristische Aktivitäten und sollen das ruhig auch tun. Aber „wir arbeiten für alle mit, die das wollen“, sagt sie. Nicht nur Birgit Kaiser wünscht sich, dass der begonnene Weg nun fortgesetzt wird. Zum Beispiel, indem noch mehr Gemeinden mitziehen und so die Schlagkraft der TGG erhöhen.Auf ein Wort

www.zittauer-gebirge.com