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Es fehlen 100 Millionen Euro

Ob Königsbrücker Straße oder Stauffenbergallee: Der Sanierungsstau auf den Straßen der Stadt wächst.

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© André Wirsig

Von Sandro Rahrisch

Marodes Pflaster, Schlaglöcher und fehlende Radwege: Um das gesamte Dresdner Straßennetz zu ertüchtigen, müsste die Stadt jetzt 101,5 Millionen Euro in die Hand nehmen. Das teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Anfrage des Linken-Fraktionschefs André Schollbach mit. Der Sanierungsstau sei weiter gewachsen.

Zu den größten Holperpisten gehören die Königsbrücker Straße, für die es noch immer keinen endgültigen Sanierungsplan gibt. Auch die Stauffenbergallee zwischen Königsbrücker und Radeburger Straße wartet seit Jahren auf eine Erneuerung. Das Gleiche gilt für die Fetscherstraße. In sechs Zustandsklassen werden die Dresdner Straßen unterteilt, von sehr schlecht bis sehr gut. Wenn man das Stadtgebiet betrachtet, gibt es große Unterschiede: Während in der Altstadt bei der letzten Erfassung des Fahrbahnzustandes gerade einmal 4,2 Prozent aller Straßen in die schlechten Kategorien eingeordnet wurden, waren es beim Negativ-Spitzenreiter Cotta fast 25 Prozent. Mindestens 50 Millionen Euro sind pro Jahr nötig, um alle Stadtstraßen instand zu halten, zu erneuern und zu unterhalten. Zur Verfügung stehen allerdings nur 30 Millionen Euro. Grundlage für diese Schätzung ist die Zustandserfassung von 2008. Aktuellere Daten sind in Arbeit. Seit April 2015 werden die Straßen erneut mit Kameras und Laserscannern auf Schäden untersucht. Auf den rund 695 Kilometern entstehen über zwei Millionen Fotos. Mit den Laser-Messergebnissen kann ein 3-D-Modell angefertigt werden. Mit dem digitalen Bericht kann die Stadt präziser festlegen, wo das knappe Geld für Reparaturen eingesetzt werden soll.