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Für kuschelige und warme Bettdecken

Auf dem Njepilahof in Rohne haben sich die Frauen zwei Tage lang mit dem Federnschleißen beschäftigt.

Die Arbeit geht flink voran, die Frauen sind im  Federnschleißen geübt.
Die Arbeit geht flink voran, die Frauen sind im Federnschleißen geübt. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Rohne. Zu den Veranstaltungen im Jahreslauf gehört auf dem Njepilahof im zeitigen Frühjahr das Federnschleißen. Früher war es eine notwendige Arbeit, wenn die Bauern und vor allem ihre Kinder im Winter nicht auf Strohsäcken schlafen mussten. Die industrielle Bettdeckenproduktion war noch nicht bekannt. Heute hingegen finden es viele wieder schön, unter einer mit Gänsefedern gefüllten Bettdecke kuscheln zu können, zumal es darunter schön warm ist. Deshalb gibt es auch in diesem Jahr schon wieder Vorbestellungen.

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Über die Arbeit hatten sich die Rohner Frauen am Montag- und am Dienstagnachmittag hergemacht. Das Federnschleißen war früher schon eine reine Frauenarbeit, meist waren es die Älteren, die sich damit beschäftigten. So ist es auch auf dem Njepilahof Tradition. Die Männer helfen beim Ausschütten der Schüsseln und stopfen die vorbereiteten Inletts: Kopfkissen und Bettdecken.

Angeliefert wurden die Federn von 30 Gänsen. Da ist die Arbeit natürlich nicht an einem Tag getan. Für ein Kissen werden je nach Größe zwischen 400 und 800 Gramm geschlissene Federn benötigt, für ein Deckbett etwa 1 200 bis 1 500 Gramm. 100 Gramm liefert in etwa eine Gans.

Der Förderverein „Njepilahof Rohne e.V.“ freut sich über jeden Sack, den die Nachbarn vorbeibringen. Gänse gibt es heute wieder auf vielen Bauernhöfen und ein Lieferant ist ein Gänsezuchtbetrieb ganz in der Nähe.

Mit dieser Traditions- und Brauchtumspflege bleibt der Njepilahof lebendig und es wird an die Vergangenheit erinnert getreu dem Vereinsmotto „Kak to jo bylo – Wie es einmal war“.

Beim Federnschleissen lässt es sich gut erzählen. Früher, als es noch kein Radio und Fernsehen gab, waren es die Neuigkeiten aus dem Dorf, die man erfuhr. Heute ist das nicht anders, weil Radio und Fernsehen sich kaum nach Rohne verirren. Natürlich gibt es auch eine Kaffeepause mit bäuerlichen Wurstbroten und selbst gebackenem Kuchen. Auch ein Cipac darf nicht fehlen. Die Federkiele, von den Daunen getrennt, finden schon bald Verwendung, wenn auf dem Njepilahof wieder das Eiermalen in Familie stattfindet. Ostern rückt näher!