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Furcht vorm Pferderipper geht um

Eine Stute des Pferdehofs Cotta wird mit blutender Wunde auf der Koppel gefunden. Die Besitzerin vermutet eine Gewalttat.

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Von Mareike Huisinga

Der Schock ist groß. Annett Klemm betritt die Koppel nahe ihrem Pferdehof in CottaA, um die Tiere zu füttern. Sofort fällt ihr Blick auf eine Stute. Die Hinterbeine sind mit Blut verschmiert. Das Pferd hat eine Stichverletzung. Annett Klemm greift zum Handy, ruft die Tierärtzin, die die Wunde per Notoperation näht.

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag. Annett Klemm hat die Vermutung, dass dem Tier die Verletzung gezielt zugefügt wurde. „Bei der Wunde handelt es sich um einen fingertiefen Stich, der direkt ins Innere geht“, sagt sie. Auf der Koppel gebe es keine Gegenstände, womit sich das Pferd diese Verletzung hätte zufügen können. Auch habe die Tierärztin keinen Fremdkörper, wie zum Beispiel ein Stückchen Ast, in der Wunde gefunden. Ebenfalls sei auszuschließen, dass andere Pferde auf der Weide der Stute die Verletzung zugefügt haben.

„Die Tiefe der Wunde spricht eindeutig dagegen“, sagt Klemm. Die Tierärztin habe festgestellt, dass die Verletzung aufgrund eines Fremdkörpers von außen verursacht worden sei. „Allerdings konnte sie nicht nachvollziehen, ob es sich um eine Gewalttat oder einen Unfall handelt“, erklärt Annett Klemm. Die Cottaerin bleibt jedoch bei dem Verdacht, dass ein Pferdeschänder hier gezielt angegriffen hat. Bereits im vergangenen Jahr hatte es auf ihrem Pferdehof einen eindeutigen Fall von Pferdeschändung gegeben. Damals hatte ein Unbekannter einem Tier in den Hals geschnitten. Die Wunde war 25 Zentimeter lang. Annett Klemm erstattete Anzeige. Allerdings wurde das Verfahren später eingestellt, weil keine Aussicht bestand, den Täter zu ermitteln. Aufgrund dieser negativen Erfahrungen will sie diesmal von einer Anzeige absehen. Ihr gehe es in erster Linie darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen. „Der erneute Vorfall muss bekannt gemacht werden, um andere Pferdebesitzer zu warnen“, betont Annett Klemm. Ähnliche Vorfälle in der Umgebung seien ihr aktuell aber nicht bekannt. Sie selber wird ab sofort verstärkt ihre Koppel kontrollieren.

Die Polizei kann ihr momentan nicht helfen. „So lange wir keine konkreten Anhaltspunkte für eine Straftat haben, können wir nicht tätig werden“, erklärt Polizeisprecher Lutz Teistler. Die verletzte Stute ist glücklicherweise auf dem Weg der Besserung und steht momentan sicher im Stall.