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Fußgängerbrücke schwebt über die Röder

Eine Stahlbrücke wurde in der Nähe der Dresdner Straße in Radeberg installiert. Bis zur Eröffnung dauert es nicht mehr lange.

Mit einem Autokran wurde am Donnerstagvormittag die neue Fußgängerbrücke in Position gebracht. Jetzt werden die Wege rechts und links angelegt. © Thorsten Eckert

Radeberg. Gebangt wurde bis zuletzt: Passt die neue Fußgängerbrücke wirklich zwischen die Fundamente rechts und links der Röder oder muss nachgebessert werden. „Ja, hier ist ein exakter Abstand nötig. Aber ich denke, es funktioniert“, sagt Bodo Knauthe, Chef der ausführenden Baufirma RP Bau. Wegen der großen Entfernung und der notwendigen Genauigkeit reichte ein Maßband diesmal nicht aus. „Der exakte Abstand wurde von einem Vermesser bestimmt. Es hat also sicher alles seine Richtigkeit.“ Zunächst musste aber der 13 Tonnen-Koloss an den Haken. Die Vorarbeiten entpuppten sich dabei als schwierig. Der Platz ist durch Bäume eng begrenzt. Vor allem stellte der matschige Untergrund eine Herausforderung dar. Erst als dicke Bohlen unter die Ausleger geschoben wurden, stand der Autokran sicher. Dann installierten die Kranleute eine spezielle Aufhängevorrichtung. Dicke Seile wurden unter die Stahlkonstruktion gesteckt.

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Später die nächste Herausforderung. Die Brücke lag verkehrt herum. Sie musste um 180 Grad gedreht werden. „Wegen der schmalen Einfahrt für den Tieflader konnte sie nur so abgelegt werden. Jetzt wird sie vom Kran angehoben, und dann gedreht“, sagt der Firmenchef. So kam es dann auch. Unter leisem Brummen hob der Kran die 18 Meter lange Brücke an. Bauleute schwenkten sie mittels Halteseilen eine halbe Runde in die richtige Position. Der Kranfahrer zirkelte dann das Stahlmonstrum zwischen den Bäumen hindurch über die Röder. Dann der Moment der Wahrheit: Kein Kippeln und Knirschen, exakt schmiegte sich die Brücke zwischen die Fundamente. Die waren zwischenzeitlich noch erhöht worden. „Die Talsperrenverwaltung hatte das gefordert, um die Durchflussmenge bei Hochwasser zu erhöhen“, sagte Bodo Knauthe. Die Fundamente reichen nach seinen Angaben sechs Meter tief in den Erdboden. Rund 60 Tonnen Beton wurden eingebaut. „Die halten jedem Hochwasser stand.“

Zum Stadtjubiläum fertig

Jetzt kommt noch Gussasphalt auf die Brücke. „Zu den Festtagen des Stadtjubiläums soll sie begehbar sein“, sagte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Für Stadtrat Rolf Daehne (Grüne) ist die Installation der Brücke ein Meilenstein. „Nach Jahren der Planung passiert jetzt endlich etwas Handfestes. Wunderbar, wie Stück für Stück das Grüne Band entlang der Röder wächst“, sagt der Politiker.

Jetzt nachdem die Brücke steht, gehen die Arbeiten im Gelbke-Hain so richtig los. Die Stadt plant, das Gelände an der Dresdner Straße für mehr als eine halbe Million Euro in einen Naturpark zu verwandeln. Zunächst wird der Fußweg zur Brücke gestaltet. Er wird mehr als einen Meter angehoben, um auf das Niveau der Brücke zu kommen. „Uns ist wichtig, dass alle Wege barrierefrei sind“, sagt Mitplanerin Sarah Hörnig vom Planungsbüro Schubert. Im Gelbke-Hain sollen Angebote geschaffen werden, die es Kinder ermöglichen zu spielen und die Natur zu erforschen. Diese Arbeiten werden aber voraussichtlich erst Ende des Jahres fertig sein.