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Gärtnern ohne Verpflichtung

In Podemus können Dresdner ein Stück Feld mieten. Nicht alle Hobbygärtner wollen hier nur Gemüse ernten.

© Sven Ellger

Von Malte Wenk

Endlich ist die Sonne da, der Sommer nimmt Fahrt auf. Das perfekte Wetter, um mit dem Säen, Pflanzen und Gärtnern zu beginnen. Viele Leute tun das im eigenen Garten. Andere, die keinen haben, nutzen die Angebote der Kleingartenvereine. Doch dort gibt es oft Wartelisten. Die Sparten in Dresden sind äußerst begehrt. Dazu kommt: Man verpflichtet sich für länger.

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Zum Ende der Osterferien findet am 26. April 2019 der Entdeckertag des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) statt.

Wer sich erst einmal ausprobieren möchte, vielleicht nur für eine Saison, kann das beim Vorwerk Podemus tun. Seit 2014 werden dort im Verbund mit dem Projekt „meine Ernte“ Felder zum Gärtnern angeboten. Die Aussaat auf den 45 oder 90 Quadratmeter großen Beeten übernimmt Armin Schubert vom Vorwerk.

Er pflanzt auf den 50 kleinen Flächen unter anderem Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Spinat an. Für einen Jahresbeitrag von 199 Euro dürfen die Mitglieder das Gemüse pflegen, ernten und mitnehmen. Geräte, Wasser sowie Beratung und Betreuung durch den Vorwerksbesitzer können alle nutzen. Zwölf Flächen sind noch frei.

Bereits zum zweiten Mal macht Yvonne Eger mit. Die Diplom-Geografin hat ihr Beet „Yves Paradies“ getauft. Sie wohnt zwar direkt um die Ecke, hat bei sich zu Hause aber nur einen Balkon. Hier am Vorwerk Podemus kann sie sich austoben. „Ich will einfach rauskommen und gärtnern“, sagt sie. Mit Sonnenhut steht sie auf dem Feld. Hier hat sie ihre Ruhe und kann nach Herzenslust buddeln. Am liebsten macht sie das früh am Morgen. Nutzen kann sie dabei auch das gemeinschaftliche Wunschbeet. Hier kann jeder pflanzen, was er will. Beliebt sind Tomaten, Paprikas und Chilis.

Yvonne Eger macht beim Projekt mit, weil sie den Freiraum genießt. Anders als zum Beispiel in einer Gartensparte, wo es Vereinsregeln gibt. Jedes Jahr könne sie sich neu entscheiden, ob sie mitmachen will. Nur bei der Nutzung der Gartengeräte gäbe es manchmal Probleme. „Manche stibitzen sich die einfach.“

Markus Schmidt, Mitarbeiter von „meine Ernte“ empfiehlt, einmal wöchentlich zum Feld zu kommen. Bleibt der Regen aus, auch öfter zum Gießen. Viele Gärtner organisieren sich untereinander, übernehmen diese Arbeit bei Engpässen füreinander. Yvonne Eger plant, ihr kleines Beet häufiger zu besuchen, und freut sich schon auf eine reiche Ernte. Ihr persönliches Paradies hat viel zu bieten.

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