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Gefragtes Nünchritz

Wohnungsleerstand ist in der Gemeinde kein Thema – das liegt nicht nur an Wacker.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Nünchritz. Zwischen Riesa und Nünchritz liegen Welten – zumindest, was den Wohnungsleerstand angeht. Während Riesas größter Vermieter WGR aktuell mit mehreren Hundert freien Wohnungen einen 13-Prozent-Leerstand verzeichnet, hat man in Nünchritz Mühe, bei einer Wohnblock-Sanierung genug freie Wohnungen als Ausweichquartier zu finden. Laut Statistik hat zwar auch die Wohnungsgesellschaft Nünchritz (WGN) einen Leerstand von zehn Prozent. „Von den 69 freien Wohnungen liegen aber 50 im Block am Karl-Liebknecht-Ring, der gerade umgebaut wird“, sagt Geschäftsführer Reiner Striegler. Für das Objekt habe man schon jetzt mehr Bewerber, als später Wohnungen zu vermieten sind. So betrachtet, liege der Leerstand bei der WGN nur bei drei Prozent. Zum Vergleich: 2009 seien es 20 Prozent gewesen.

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Und wie kommt das? „Nünchritz ist sehr attraktiv als Wohnstandort“, sagt Reiner Striegler. Die WGN habe vergangenes Jahr drei Baugrundstücke verkauft – und hätte problemlos mehr loswerden können. Durch das gute Angebot an Arbeitsplätzen bei Wacker und Unternehmen im Umfeld des Betriebs seien Baugrundstücke gefragt. Und wer altershalber sein Haus oder seinen Hof in Nünchritz oder den Dörfern ringsum aufgebe, ziehe lieber in eine Nünchritzer Mietwohnung als über die Elbe nach Riesa. „Nünchritz ist ein attraktiv ausgestattetes Mittelzentrum“, sagt Striegler. „Hier gibt es Schulen, Kita, Sparkasse, Einkaufsmöglichkeiten.“ Die stark frequentierte Bahnlinie und die Staatsstraße durch den Ort nehmen Anwohner dafür offenbar gern in Kauf.