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Gelbe Luftballons über dem neuen Kinderschloss

© SZ/Steffen Gerhardt

Waldhufen nimmt seine neue Kindereinrichtung in Besitz. Die Freude darüber ist nach der langen Bauzeit groß.

Von Steffen Gerhardt

Frisch gebacken ist am Dienstagnachmittag nicht nur der symbolische Schlüssel. Mit ihm überrascht Bürgermeister Horst Brückner die Kita-Leiterin Monika Kynast. Ein gutes Dutzend Semmeln wurde zum Schlüssel geformt und in den Backofen geschoben. Wie frisch gebacken sehen auch die Kinder in ihren grünen Shirts aus, die die Gäste mit einem Programm erfreuen und anschließend gelbe Luftballons in den Himmel steigen lassen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer lässt sich die fertigen Räume zeigen. © SZ/Steffen Gerhardt
Einen Schlüssel mit Nährwert übergibt der Bürgermeister der Kita-Leiterin. © SZ/Steffen Gerhardt

Viele von ihnen waren noch gar nicht geboren, als die Idee entstand, das ehemalige Herrenhaus zu einem Kinderschloss zu machen. Das ist nun fünf Jahre her. Drei Jahre davon wurde gebaut. Bürgermeister Horst Brückner spricht von „erheblichen Geburtswehen“, unter denen das Vorhaben gelitten hat. Nicht alle Skeptiker und Gegner des Kinderschlosses konnten überzeugt werden von der Entscheidung, das zuletzt als Schule genutzte Gebäude grundlegend zu sanieren und damit wieder mit Leben zu erfüllen. Horst Brückner sprach am Dienstag von rund vier Millionen Euro, die wahrscheinlich zusammenkommen, wenn alle Rechnungen vorliegen. Ursprünglich sollten es 2,6  Millionen Euro werden, die der Umbau kostet. Rund eine Million Euro steuerte der Freistaat bei. Zwei Drittel der Summe kamen aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege. Sie sind für das Restaurieren des Inneren bestimmt gewesen, während 300 000 Euro für die Fassade vorgesehen waren. Der damalige sächsische Innenminister Markus Ulbrich (CDU) überbrachte Anfang September 2015 den Scheck.

Landrat Bernd Lange stärkte dem Bauherren den Rücken, indem er den Mut lobte, so ein Vorhaben anzugehen und einem historischen Gebäude eine Perspektive zu geben. Gewiss, es hätte auch ein Neubau auf der grünen Wiese für die Hälfte des Geldes gemacht. „Aber das war nicht das Ziel, denn das Schloss sollte erhalten werden“, betonte Lange. Dabei musste die Gemeinde auch mit dem Denkmalschutz klarkommen. Dieser hat nicht nur das Gebäude im Blick, sondern auch den umliegenden Park.

Dass es ein Park ist, daran mochte Michael Kretschmer, damals als Bundestagsabgeordneter der CDU, beim ersten Besuch nicht glauben. „Wo ist hier der Park, fragte ich mich?“, sagte er als Ministerpräsident zur Einweihungsfeier. In nächster Zeit ist dieses Gelände sowieso noch Baustelle, denn die Krippenkinder sollen noch einen eigenen Spielplatz bekommen. Zudem soll auch der alte Kindergarten der Parkstrolche abgerissen werden. Das ist ebenfalls noch Bestandteil des Bauvorhabens. Somit werden die Bauarbeiter die Kinder noch eine Weile begleiten.

Die Jüngsten, und natürlich ihre Erziehrinnen unter der Leitung von Monika Kynast, sind glücklich über ihr Schloss mit den neuen und modernen Räumen. Um das alles so zu gestalten und den heutigen Anforderungen an eine Kita gerecht zu werden, dafür waren rund 30, meist regionale Firmen im Einsatz. Ihnen dankte der Bürgermeister für die geleistete Arbeit, ebenso allen Helfern und Unterstützern dieses Projektes. Nicht zu vergessen die Eltern und Bürger, die sich in einem Förderkreis zusammengeschlossen haben und sich mit Muskelkraft, materieller und finanzieller Hilfe an dem Großvorhaben beteiligten. Stellvertretend für sie alle dankte der Bürgermeister der Vorsitzenden Julia Schmidt für das Engagement.

Das Kinderschloss bietet Platz für 100 Kinder – 20 in der Krippe und 80 im Kindergarten. Damit sind zwei Etagen des ehemaligen Herrenhauses belegt. Die dritte Etage unter dem Dach wartet noch auf eine Nutzung – oder Erweiterung der Kita. Der Gemeinde bleibt also noch eine Herausforderung an diesem Objekt.