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Genossenschaft pumpt Millionen in ihre Häuser

Die WG Aufbau will neu bauen, um jungen Familien größere Wohnungen anzubieten. Und es wird noch mehr erneuert.

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© Daniel Förster

Von Kay Haufe

Hammerschläge hallen vom Dach an der Bautzner Landstraße 172–176. Steffen Zimmermann deckt es mit neuen Ziegeln ein. Dahinterliegende Gebäude der denkmalgeschützten Wohnanlage, die zwischen 1928 und 1937 in drei Etappen entlang der Bautzner Landstraße und Rossendorfer Straße errichtet wurde, sind eingerüstet. Seit Ende März lässt die Wohnungsgenossenschaft Aufbau (WGA) hier einen Teil der Häuser sanieren. Im kommenden Jahr sind die restlichen Wohnungen dran. „Wir haben die Gebäude bereits in der 1990er-Jahren modernisiert, aber inzwischen hat der Putz gelitten und sind Elektro- und Sanitäranlagen zu erneuern“, sagt WGA-Vorstand Hans-Peter Klengel. Dabei werden auch Fassaden und Treppenhäuser neu gestaltet und eine Fahrradgarage gebaut. Mehr als vier Millionen Euro kostet die Sanierung, deren erster Abschnitt Ende November abgeschlossen sein soll. 2017 folgt der Rest der Siedlung.

Insbesondere für die älteren Mieter des Großzschachwitzer Wohngebietes an der Rathener und Großschönauer Straße gibt es gute Nachrichten. Die Genossenschaft lässt dort, wo es technisch möglich ist, Balkone anbauen. Insgesamt sind zehn neue Aufzugsanlagen geplant, sagt Klengel. „Natürlich möchten auch weitere Mieter einen Fahrstuhl, aber der Anbau ist nicht überall umsetzbar und auch wirtschaftlich. Ausgewählt haben wir auch danach, wo besonders kurze Wege zum Nahverkehr und zu Versorgungseinrichtungen bestehen“, so Hans-Peter Klengel. Saniert wird in vier Abschnitten, verteilt auf vier Jahre. Die beiden Hochhäuser werden erst 2018 in Angriff genommen. In diesem Jahr werden die Rathener Straße 2 bis 22, und 89 bis 111 sowie die Schönaer Straße 34 bis 50 modernisiert. An den Wohngebäuden werden die Dächer instand gesetzt, Fassaden und Treppenhäuser sowie die Loggien erneuert. Auch hier gibt es die Überprüfung der Elektroanlagen in allen Wohnungen, der Brandschutz im Erd- und Kellergeschoss wird erneuert und eine Fahrradgarage gebaut. „Je nach Mieterwunsch können auch Küchen und Bäder gefliest werden. Das muss dann aber selbst bezahlt werden“, sagt Gita Müller, die ebenfalls Vorstand der Genossenschaft ist. Mehr als acht Millionen Euro fließen in diese Arbeiten.

Das wichtigste Projekt ist für die Genossenschaft, deren Wohnungen fast alle im Dresdner Osten beheimatet sind, der Neubau an der Guerickestraße. „Wir haben bereits vor zwei Jahren an der Wallotstraße in Striesen neu gebaut. Nun folgt das zweite Vorhaben in Leuben“, sagt Gita Müller. Weil die Bestandswohnungen der WGA meist nur wenig Wohnfläche bieten, sollen nun vor allem große Wohnungen entstehen. „Dann hat eine Dreiraumwohnung auch mal 83 Quadratmeter Wohnfläche und nicht nur 65“, sagt Müller. 48 neue Wohnungen sollen bis Ende 2017 in zwei neuen Gebäuden entstehen. Darunter 15 Zweiraum-, 15 Dreiraum- und 17 Vierraumwohnungen. Letztere sind für junge Familien mit Kindern vorgesehen. Auch zwei Penthäuser mit fünf Räumen und 115 Quadratmetern wird es geben. Bis Ende dieses Jahres soll der Rohbau inklusive Fenstern und Dach fertig sein, damit 2017 der Innenausbau starten kann. Fußbodenheizung gehört zum Standard, aber keine Tiefgarage. Denn Luxus sei nicht gewollt. „Bei der Vergabe der Wohnungen werden unsere Mitglieder natürlich bevorzugt behandelt“, sagt Müller. Im Frühjahr 2017 wird die Musterwohnung fertig, die dann besichtigt werden kann. Die Vermietung soll aber frühestens im Sommer erfolgen. Zwischen 8,50 und neun Euro pro Quadratmeter wird die Miete betragen. „Billiger schaffen wir es nicht“, sagt Müller.

Vor zehn Jahren hat die Genossenschaft dort zwei Wohnblöcke abgerissen, bereut diese Entscheidung aber nicht. „Deren Bauqualität war nicht gut“, sagt Vorstand Klengel. Dafür saniert die WGA noch einen bestehenden Block an der Reisstraße 27 bis 31, der mit den zwei Neubauten dann den Leubener Wohnpark mit einem großen, grünen Innenhof bildet.