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Genossenschaft stößt Wohnblock ab

Das Haus in Limmritz hat einen neuen Eigentümer. Die Harthaer Wohnungsgenossenschaft braucht Geld.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Hartha/Limmritz. Die Wohnungsgenossenschaft Hartha hat den Wohnblock 10 bis 12 am Mastener Weg verkauft. Das wurde den Mietern schriftlich mitgeteilt. Bereits zur Mitgliederversammlung im Juni vergangenen Jahres informierte der Vorstand darüber, dass sich die Genossenschaft von diesem Objekt trennen will. Zum einen aus wirtschaftlichen Gründen – zwölf der 25 Wohnungen stehen leer – und auch, weil es das Sanierungskonzept der Bank so fordert. „Wir haben uns mit dem Verkauf sehr schwer getan. Schließlich trennen wir uns von einem Vermögen. Aber er ist notwendig, um Geld zu generieren. Zurzeit laufen Gespräche mit der Bank. Wir wollen, wenn es möglich ist, das Geld in Wohnungen in Hartha investieren“, so Vorstand Jörg Keim.

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Dass sich das in Bezug auf die bessere Vermietung von leerstehenden Wohnungen lohnt, zeigen die Wohnblöcke Herbst und Winter an der Nordstraße. Seit sie Balkone haben und die bis dahin nicht vermieteten Wohnungen saniert wurden, gibt es mehr Interessenten für die Wohnungen.

Der Altneubau in Limmritz war das einzige Objekt der Wohnungsgenossenschaft außerhalb von Hartha. Es sei nicht einfach gewesen, den Altneubau zu verkaufen. Das habe ein Makler im Auftrag der Wohnungsgenossenschaft übernommen. „Es war ein langwieriger Verkaufsprozess“, so Vorstand Jörg Keim.

Mieter verunsichert

Der neue Eigentümer ist Sandro Wende aus Ingensdorf. Ihm gehören auch schon Wohnblocks in Zschaitz. Verwaltet werden sie und künftig der Block in Limmritz von der TL Immobilien Lachotta in Döbeln.

Einige Mieter sind wegen des Anschreibens verunsichert. Sie fragen sich, ob sie nun mit einer Mieterhöhung rechnen müssen. Sandro Wende kann die Mieter beruhigen. „Die Mieten sollen so bleiben, wie sie sind“, so der Mann aus Ingensdorf. Er hat lediglich vor, die leerstehenden Wohnungen komplett zu sanieren. Dazu gehören neben der Elektrik, den Bädern auch die Decken und Fußböden. „Wir wollen die Wohnungen so attraktiv gestalten, dass wir möglichst zeitnah neue Mieter finden“, sagte der Eigentümer. Die Lage sei sehr gut. Man wohnt im ländlichen Raum, habe den Blick ins Grüne und sei auch schnell auf der Bundesstraße, um in die umliegenden Orte oder auf die Autobahn zu kommen.

Auch wenn der Wohnblock verkauft ist, sind die Mieter noch Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Hartha und können es auch bleiben. „Wer will, kann nach Hartha ziehen. Wir sind bei der Wohnungssuche behilflich“, so Jörg Keim. Wer von den ehemaligen Mietern will, kann die Mitgliedschaft kündigen.

Der Vorstand geht ebenfalls nicht davon aus, dass der neue Vermieter die Miete erhöht. Garantieren könne er es jedoch nicht. Doch es spricht einiges dagegen. Zum einen sei er an das Mietrecht gebunden und zum anderen würden die Mieten schon im guten Durchschnitt liegen.

Der Wohnblock hat bereits ein neues Dach, Wärmedämmplatten und neue Fenster. Allerdings müsste künftig etwas mit der Heizung passieren, so Keim. Jeder Eingang habe eine eigene Ölheizung. Außerdem wird das Abwasser noch in einer vollbiologischen Kläranlage entsorgt.