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Diagnose Darmkrebs: Spiegelung oder Stuhltest?

Die Angebote zur Früherkennung von Darmkrebs wurden ausgeweitet. Doch jede Methode hat neben Vorteilen auch Nachteile.

Bei einer Darmspiegelung kann sich der Arzt am Monitor die Darmwand des Patienten genau ansehen.
Bei einer Darmspiegelung kann sich der Arzt am Monitor die Darmwand des Patienten genau ansehen. © dpa

Mediziner sind sich einig: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer die Überlebenschancen. Bei Darmkrebs könnten – bei früher Diagnose – 90 Prozent aller Betroffenen geheilt werden, heißt es bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Aus diesem Grund wurden die bisherigen Früherkennungsangebote zu einem Screening ausgeweitet. Versicherte können dabei zwischen Darmspiegelung (Koloskopie) und Blutstuhltest wählen.

Als zuverlässigste Methode gilt nach wie vor die Darmspiegelung, betont das Deutsche Krebsforschungszentrum. Männer können sie ab dem 50., Frauen ab dem 55. Geburtstag erstmals und zehn Jahre später erneut in Anspruch nehmen. Seit im vorigen Jahr die Altersgrenze für Männer herabgesetzt wurde, verzeichnet die AOK Plus ein größeres Interesse.

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Bei der Untersuchung führt der Arzt einen biegsamen Schlauch, an dessen Ende sich eine Kamera mit Lichtquelle befindet, in den Darm ein. „Der Vorteil der Koloskopie besteht darin, dass der Arzt dabei bereits Polypen entfernt, die sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln können“, betont Professor Gunnar Folprecht. Für den Bereichsleiter Onkologie an der Medizinischen Klinik 1 des Dresdner Uniklinikums ist diese Form der Vorsorgeuntersuchung der wesentliche Grund, weshalb die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland seit Jahren abnimmt.

Risiko Verletzung des Dickdarms

Kritiker halten eine flächendeckende Vorsorgekoloskopie allerdings für unnötig. Die Begründung: Selbst aus den meisten gutartigen Vorstufen entwickele sich später nur selten ein Krebs. Außerdem berge die Untersuchung Risiken. So kann es zur Verletzung des Dickdarms und zu Blutungen kommen, während der Kurznarkose treten bei manchen Patienten darüber hinaus Kreislaufprobleme auf. Und: Niemand kann garantieren, dass bei der Spiegelung nichts übersehen wird. Viele Patienten empfinden die Darmspiegelung beziehungsweise die vorausgehende Darmreinigung als unangenehm.

Als Alternative steht seit drei Jahren ein immunologischer Stuhltest zur Verfügung. Er macht verstecktes Blut im Stuhl sichtbar und ist genauer als der zuvor angewandte chemische Stuhltest. Hundertprozentige Genauigkeit kann jedoch auch er nicht liefern. Den Stuhltest können alle Versicherten zwischen 50. und 55. Lebensjahr jährlich, später alle zwei Jahre alternativ zur Koloskopie durchführen lassen. Etwa jeder zehnte Versicherte bevorzugt dieses Verfahren.

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Darüber hinaus bieten manche Ärzte ihren Patienten weitere Untersuchungen an, die von den medizinischen Leitlinien jedoch nicht empfohlen und deshalb von den Kassen nicht bezahlt werden. Dazu gehört beispielsweise der M2-PK-Test, der das Enzym M2-Pyruvatkinase aufspürt und in der Regel 30 bis 45 Euro kostet. Der Nutzen sei unklar, schreibt der IGeL-Monitor der Krankenkassen.

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