merken
PLUS Leben und Stil

Hautkrebs: Sachsen sind spitze beim Haut-Check

Frauen gehen öfter zur Hautkrebs-Vorsorge als Männer, zeigt ein Krankenkassen-Report. Das ändert sich aber im Alter.

Ein Arzt untersucht die Haut einer Patientin.
Ein Arzt untersucht die Haut einer Patientin. © dpa

Es dauert kaum eine halbe Stunde, bis der Arzt die Haut auf Veränderungen angeschaut hat. Muttermale und andere Unregelmäßigkeiten werden zusätzlich mit einem Dermatoskop – einem Auflichtmikroskop – untersucht. Auch nach Aufenthalten in der Sonne, Sonnenbränden und Hautkrebserkrankungen in der Familie fragt der Arzt. Haus- und Hautärzte, mitunter auch Gynäkologen bieten die Untersuchung an.

Obwohl gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch darauf haben, nimmt deutschlandweit nur etwas mehr als ein Drittel diese wichtige Früherkennungsmaßnahme wahr. Die Sachsen sind, wie bei vielen Früherkennungsuntersuchungen, am vorbildlichsten, zeigt der Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse. Danach nutzten 43 Prozent der TK-Versicherten in den Jahren 2018 und 2019 das Angebot. Bis zu einem Alter von 74 Jahren sind Frauen beim Haut-Check in der Mehrzahl. In den Altersgruppen darüber gehen die Männer häufiger zur Untersuchung, so der Report.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

„Die Sterblichkeit beim schwarzen Hautkrebs ist seit einigen Jahren nicht mehr angestiegen. Etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben die Krankheit nicht. Vor dem Haut-Check war die Rate höher“, sagt Professor Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung der TU Dresden. Eine über Jahre bestehende Stagnation bei der Zahl der Todesfälle sei deshalb schon als Erfolg zu werten. Jedoch haben sich in den letzten Jahren auch die Behandlungsmöglichkeiten für das Melanom verbessert. Daten der AOK Plus zufolge hätten die beim Haut-Check festgestellten Melanome auch seltener Metastasen gebildet , seien dünner und damit besser behandelbar. Das alles spreche für die Sinnhaftigkeit der Untersuchung, auch wenn wissenschaftliche Studien noch fehlen, um den Nutzen des Haut-Checks abschließend zu bewerten.

Nicht genügend Hautärzte

Ein Problem gibt es beim Haut-Check aber genauso wie bei anderen Früherkennungsuntersuchungen: „Es gehen vor allem die Menschen hin, die ohnehin gut auf ihre Gesundheit achten. Wir wissen noch nicht, wie wir diejenigen Menschen noch besser erreichen, die durch die Arbeit im Freien gefährdet sind oder die ein kritisches Sonnenverhalten zeigen“, so Schmitt.

Die Inanspruchnahme scheitert aber in vielen Regionen auch daran, dass es nicht genügend Hautärzte gibt. „Die Digitalisierung wird Ärzte hier in Zukunft sinnvoll unterstützen können“, sagt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Künstliche Intelligenz und Telemedizin würden ihnen in Zukunft helfen, ihre Diagnosen sicherer zu machen und ärztliche Versorgung in strukturschwache Regionen zu bringen.

Weiterführende Artikel

Wenn der Hautkrebs schon Metastasen gebildet hat

Wenn der Hautkrebs schon Metastasen gebildet hat

Mathias Jatzlauk liebte das Sonnenbad – und hat jetzt das gefährliche metastasierte Melanom. Eine neue Kombinationstherapie lässt ihn hoffen.

Die zerstörerischen Folgen der Sonne

Die zerstörerischen Folgen der Sonne

Schon 1,7 Millionen Deutsche haben weißen Hautkrebs. Die Krankheit nimmt rasant zu – auch in Sachsen.

„Unser Projekt Teledermatologie in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie solche Regionen von App-gestützten Anwendungen profitieren können. Dabei füllt der Hausarzt mithilfe der App einen Anamneseborgen aus und fertigt Fotos von der Hauterkrankung an. Diese Informationen werden in einem Ordner über das digitale Portal an den Facharzt übergeben. Dieser wiederum gibt Therapieempfehlungen an den Hausarzt. „Das Projekt soll künftig in die Regelversorgung übertragen werden. Ab März 2021 liegen Evaluationsergebnisse vor, und wir wissen, ob das Projekt erfolgreich war“, sagt Katrin Lindner, Sprecherin der TK Sachsen.

Mehr zum Thema Leben und Stil