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Die zerstörerischen Folgen der Sonne

Schon 1,7 Millionen Deutsche haben weißen Hautkrebs. Die Krankheit nimmt rasant zu – auch in Sachsen.

Beim Spaziergang oder Sonnenbad am Strand ist Vorsicht angesagt: die Gefahr von Hautkrebs ist nicht zu unterschätzen.
Beim Spaziergang oder Sonnenbad am Strand ist Vorsicht angesagt: die Gefahr von Hautkrebs ist nicht zu unterschätzen. © Pixabay.com

Weißer Hautkrebs ist anfangs kaum von einem Pickel oder einer Hautunreinheit zu unterscheiden. Ist er weiter fortgeschritten, zeigt er sich am häufigsten als erhabener, heller oder rot pigmentierter Knoten, der überwiegend im Gesicht und auf den sogenannten Sonnenterrassen auftritt. Der Knoten ist oft von einem perlschnurartigen Randsaum besetzt, an seiner Oberfläche schimmern Blutgefäße durch. Er wird auch Basalzellkarzinom oder Basaliom genannt und ist die häufigste Form von Hautkrebs.

Fortgeschrittene Basaliome können Geschwüre bilden. „Oft kommen Patienten wegen eines nicht heilenden Grindes oder Schorfs in die Sprechstunde“, sagt Dr. Fabian Ziller, stellvertretender Chefarzt des Hautkrebszentrums am DRK-Krankenhaus Chemnitz Rabenstein. Frauen und Männer erkranken gleich häufig an Basalzellkrebs. Die meisten Patienten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Seit einiger Zeit tritt dieser Hautkrebs aber auch zunehmend im jüngeren Alter auf.

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Seltener würden sogenannte Plattenepithelkarzinome – sogenannte Spinaliome – beobachtet. Sie zeigen sich als verhorntes Knötchen oder leicht erhabene Plaque, mitunter auch als offene Hautstellen, die zum Teil sehr tief sein können und bluten. Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen bildet das Spinalion Metastasen, die dann meist Lymphknoten oder Lunge befallen. Das Erkrankungsalter liegt hier bei über 60 Jahren.

Kann Knorpel und Knochen befallen

Weißer Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland, und die Zahl der Erkrankten steigt. Im Jahr 2018 waren knapp 1,7 Millionen Deutsche deshalb in Behandlung, wie die Barmer in einem aktuellen Report informiert, 89.000 davon in Sachsen.

Auch wenn der weiße Hautkrebs im Gegensatz zum Melanom nicht potenziell lebensgefährlich ist, gilt er als bösartiger Tumor, weil er zerstörerisch in umliegendes Gewebe hineinwächst und sogar Knorpel und Knochen befallen kann. „In sehr seltenen Fällen bildet er Absiedlungen in andere Organe. Deshalb ist eine radikale und oft auch tief greifende Behandlung nötig“, so Ziller. „Etwa alle zehn Jahre verdoppeln sich die Neuerkrankungsfälle. Und das sollte zu denken geben.“ Denn Hauptrisikofaktoren sind die intensive Sonnenbelastung und Sonnenbrände in der Kindheit.

Ziller zufolge gilt die Operation als Therapie der ersten Wahl. Im Anfangsstadium ist dabei aber selten eine Vollnarkose notwendig, eine örtliche Betäubung genügt meist. Auch ein Krankenhausaufenthalt muss meist nicht sein.

Häufig bei hellhäutigen Familien

Beim oberflächlichen Basaliom sei auch die photodynamische Therapie angezeigt. Dafür wird ein Photosensibilisator aufgetragen und mit speziellem Licht bestrahlt. Mithilfe des Sauerstoffs in der Haut bilden sich gewebeschädigende Stoffe. Bewährt hätten sich auch medikamentöse Creme-Behandlungen mit Imiquimod oder 5-Fluorouracil. „Fortgeschrittene, nicht mehr operable Tumoren werden bestrahlt. Neuerdings stehen auch Medikamente zur Verfügung“, erklärt der Dermatologe. Gegen fortgeschrittene Basaliome gebe es eine Tablettentherapie und gegen das Plattenepithelkarzinom eine Infusion mit einem immunstimulierenden Antikörper.

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Wurde einmal weißer Hautkrebs operiert oder medikamentös behandelt, gelte er an dieser Stelle meist als geheilt. „Nicht zu unterschätzen ist allerdings das Auftreten von weiteren weißen Hautkrebsen an anderen Stellen. Das sind neue Tumore, keine Tochtergeschwülste“, sagt Fabian Ziller. Das sei Ausdruck einer Lichtschädigung. „Bei entsprechender UV-Belastung haben wir Patienten, die regelmäßig mit neuen Hautkrebsen operiert werden müssen.“ Eine familiäre Häufung gebe es vor allem bei hellhäutigen Familien. Sie sollten regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen gehen und besonders vorsichtig mit der Sonne sein.

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