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Ich teile meinen Freund mit dem Alkohol

Eine Frau ist sauer, weil sich ihr Partner regelmäßig am Wochenende betrinkt. In dem Fall helfe nur die harte Tour, meint unser Experte Christian Thiel.

© Jens Büttner/dpa

Von Christian Thiel

Seit acht Jahren habe ich einen Lebensgefährten, der unter der Woche auf Montage ist. Am Wochenende entspannt er dann am Abend mit viel Bier. Unter der Woche trinkt er nichts, so sagt er, was ich ihm auch glaube. Mich stört natürlich, dass er das immer am Wochenende „nachholt“. Ich habe ihm das schon mehrfach gesagt, er ändert aber nichts. Was kann man da tun?

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Was heißt, Sie haben es ihm schon mehrfach gesagt? Haben Sie genörgelt, kritisiert, gejammert? Oder haben Sie deutlich gemacht, was mit Ihnen geht und was nicht?

Die Lösung ist im Grunde ganz einfach. Sie sagen ihm, dass Sie ihn verlassen werden, wenn Sie weiterhin an jedem Wochenende mit einem betrunkenen Partner leben müssen. Wenn Sie das so sagen und wenn Sie das auch ganz ernst meinen, dann haben Sie eine Chance von etwa 50 Prozent, dass er tatsächlich etwas ändert. Weil er Sie nicht verlieren will.

Gut möglich, dass Sie so ein Vorgehen als zu aggressiv empfinden. Aber das ist es nicht. Sie sollen ihn ja nicht anbrüllen oder beleidigen. Sie sollen ihm nur sagen, was Sie mehr oder weniger auch mir geschrieben haben: So wie es derzeit ist, wollen Sie nicht mehr mit ihm zusammenleben.

Im Moment ist die Lage ja so: Er hat Sie und er hat den Alkohol. Sie beide teilen sich den Mann. Den größten Teil vom Wochenende bekommt der Alkohol. Den Rest bekommen Sie. Wenn Sie die Gewichte zu Ihren Gunsten verschieben wollen, dann müssen Sie in meinen Augen sehr deutlich vorgehen. Deshalb mein Vorschlag, ihn darauf hinzuweisen, dass Sie über ein Ende der Beziehung nachdenken.

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor.
Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. © Christian Juppe

Ein häufig betrunkener Partner führt in der Regel dazu, dass Paare nichts mehr miteinander unternehmen. Eine weitere Folge ist, dass die Sexualität mehr oder weniger versiegt. Das ist eine der unangenehmsten Folgen. Außerdem unterhöhlt die allwöchentliche Entscheidung des Partners für den Alkohol (und gegen die Partnerin) auf Dauer die Gefühle.

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Ein solcher Hinweis auf ein mögliches Ende der Beziehung funktioniert natürlich nicht, wenn Sie das einfach so als Drohmittel benutzen. In dem Fall halte ich es auch nicht für legitim. Ich halte es dann für angebracht, wenn Sie genau wissen, dass Sie es so, wie es derzeit läuft, nicht mehr länger aushalten. In dem Fall ist es in meinen Augen sogar Ihre Pflicht, Ihrem Partner klarzumachen, dass Sie so nicht mehr weiter mit ihm leben wollen und können. Wenn Sie ihm das nicht sagen, dann hat er keine Chance, sein Verhalten zu ändern.

Haben Sie Fragen an ihn? Schicken Sie eine Mail an [email protected]

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