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Warum Sachsens Apotheker heute streiken

Sie gelten als Gutverdiener. Doch das ist nicht immer so, wie das Beispiel einer Apotheke aus Chemnitz zeigt. Nicht nur sie wird deshalb bald schließen.

Von Stephanie Wesely
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Ausverkauf. Mitte Dezember wird die Apotheke von Anne Zipplies-Polster in Chemnitz geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen.
Ausverkauf. Mitte Dezember wird die Apotheke von Anne Zipplies-Polster in Chemnitz geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen. © Andreas Seidel

Viele Kästen und Regale in der Linden-Apotheke von Chemnitz sind schon leer – ab Mitte Dezember wird sie aus wirtschaftlichen Gründen schließen, nach 32 Jahren. „Als ich die Apotheke vor acht Jahren übernommen habe, war der Plan natürlich ein ganz anderer. Gern hätte ich sie noch über viele Jahre weitergeführt“, sagt Anne Zipplies-Polster. Die Lage in einem Ärztehaus mitten im Wohngebiet sei mal eine gute Adresse gewesen. Doch nicht mehr lange. „Die Kinderarztpraxis zieht zum Jahresende an einen anderen Standort, und die Hausärztin im Gebäude arbeitet schon über ihr Rentenalter hinaus. Da kann ich keinen langfristigen Mietvertrag mehr abschließen“, so die Inhaberin. Die beiden Ärzte seien ihre Hauptverordner gewesen. „Nur vom Verkauf rezeptfreier Arzneimittel kann ich nicht überleben. Ohnehin gehen die Kunden dafür meist in Apotheken, die in Einkaufszentren liegen“, so Anne Zipplies-Polster. Die 35-jährige Apothekerin wird im neuen Jahr ins Angestelltenverhältnis wechseln.

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