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Gewerkschaft: Polizei braucht besser ausgestattete Polizeiwagen

Für Polizisten ersetzt der Streifenwagen immer häufiger das Büro, sagt die Polizeigewerkschaft und fordert größere und besser ausgestattete Einsatzfahrzeuge für Sachsen. Und sie hat schon Muster.

© ZB

Dresden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat bessere Einsatzfahrzeuge für die sächsische Polizei gefordert. Der vom Innenministerium favorisierte VW Golf werde den im Zuge der Polizeireform veränderten Anforderungen an einen interaktiven Streifenwagen in puncto Platz und Zuladung nicht gerecht, sagte der sächsische Gewerkschaftsvorsitzende Frank Conrad am Montag in Dresden. Innenminister Markus Ulbig (CDU) wies die Kritik zurück. „Es kann kein Standardfahrzeug für alle Aufgabenbereiche geben. Die Polizei hat verschiedene Aufgaben, verschiedene Einsätze und verschiedene Fahrzeuge.“

Die stärkere Belastung der Beamten sorge dafür, dass sich deren Arbeitsplatz immer mehr vom Revier in den Streifenwagen verschiebe, argumentierte DPolG-Landeschef Conrad. Durch den vorgesehenen Stellenabbau im Zuge der Polizeireform 2020 werde der Streifenwagen zum vollwertigen Büroarbeitsplatz. „Deshalb werden größere Fahrzeuge gebraucht, in denen die Polizisten Verdächtigen oder Zeugen bei der Befragung auch gegenübersitzen können.“ Dabei spielten ebenfalls Sicherheitsgründe eine Rolle. „Sie wollen doch keinen Verdächtigen hinter sich auf der Rückbank sitzen haben und vernehmen.“

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Ministerium wundert sich über Golf-Kritik

„Ein Jammern über die „inneren Werte“ eines Golf VII als Dienstfahrzeug ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. „Vor der landesweiten Einführung des interaktiven Funkstreifenwagens steht ein Praxistest.“ Derzeit laufe auch ein Test mit einem VW Caddy Maxi. In der größeren Transporterklasse biete der Markt derzeit aber kein den Anforderungen entsprechendes Car-PC-System an, über das bis 2020 alle Fahrzeuge verfügen sollen.

Die Polizeigewerkschaft stellte zwei Musterfahrzeuge auf Basis eines VW Busses und des Elektro-BMW i3 vor, die nach Angaben Conrads besser geeignet wären. Sie sind unter anderem mit Sensoren zur automatischen Kennzeichenerfassung, umfangreicher Videotechnik und einer kompletten Büroausstattung ausgerüstet. Zu den Kosten machte Conrad keine konkreten Angaben. „Das hängt natürlich von der Ausstattung ab.“

Voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres sollen die ersten von 100 mit einem PC-System ausgestatteten Golf VII Variant ausgeliefert werden. Nach Angaben des Innenministeriums erhält die sächsische Polizei damit eines der modernsten Polizeifahrzeuge in der Bundesrepublik. (dpa)