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Glücklichere Kühe

Die Agrargenossenschaft Hainewalde lädt am Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür ein. Für 2,9 Millionen Euro ist viel geschaffen worden.

© Rafael Sampedro

Von Holger Gutte

Hainewalde. Die Rinder der Agrargenossenschaft in Hainewalde fühlen sich sichtlich wohl in den zwei neuen Stallanlagen des Landwirtschafstbetriebes. Davon können sich auch die Besucher an diesem Sonnabend überzeugen. Geschäftsführer Rolf Riedel und Lutz Schiemann vom Vorstand des Unternehmens laden am 2. Juni zu einem Tag der offenen Tür ein. Zu sehen gibt’s jede Menge. In die Standorterweiterung hatte die Agrargenossenschaft vor eineinhalb Jahren rund 2,9 Millionen Euro investiert.

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440 Milchkühe stehen heute in den neuen Ställen. Die Kühe können sich in einer 102 x 35 Meter großen Halle frei bewegen und je nach Lust fressen oder sich auf der anderen Seite des Ganges in den Liegeflächen ausruhen. Voll automatisch wird dazwischen der Mist weggeschoben. Computergesteuert funktioniert auch die Belüftung und das Regulieren der Jalousien je nach Sonneneinwirkung für die Ställe. Jeweils an den Übergängen befinden sich im Stall die Trinktröge. An acht solchen Übergängen gibt es im großen Stall noch etwas ganz Besonderes. Was aussieht, wie ein Teil einer Autowaschanlage, sind Massagebürsten für die Kühe. Tritt eine Kuh an sie heran, schaltet die sich automatisch ein – massiert und reinigt zugleich das Fell.

„Mit dem Neubau haben wir das Tierwohl gegenüber dem alten Stall erheblich verbessert “, sagt Rolf Riedel. Die Kühe sind weniger krankheitsanfällig, werden älter und sie geben länger Milch. Wurde eine Milchkuh bisher 2,1 Jahre lang ins Melk-Karussel geführt, kann das nun ein halbes Jahr länger gemacht werden. 120 Kühe können im Melk-Karussel in einer Stunde gemolken werden. 11 500 Liter Milch geben die Kühe der Hainewalder Agrargenossenschaft am Tag. Die Rinder stammen alle aus der eigenen Aufzucht. 360 Jungtiere stehen deswegen noch unterhalb des neuen Geländes im alten Stall.

Beim Tag der offenen Tür steht für die Besucher der gesamte neue Bereich des Landwirtschaftsbetriebes offen. Neben den neuen Ställen können die Gäste auch das Melk-Karussel und die zum Jahresende eingeweihte Biogasanlage besichtigen. Vier Behälter sind für sie gebaut worden. Mit der Anlage deckt die Agrargenossenschaft fast über das gesamte Jahr ihren Energiebedarf ab. „Etwa 30 Kilowattstunden brauchen wir am Tag, durchschnittlich 200 werden erzeugt“, berichtet Lutz Schiemann. Also kann meist reichlich davon auch ins Energienetz eingespeist werden. Und die anfallende Wärme wird für Warmwasser und zum Heizen der Gebäude genutzt.

Für die Biogasanlage verwendet das Unternehmen ausschließlich nur den in ihren Ställen anfallenden Mist sowie eigene Futterreste und Grünabfälle. Das reicht für den Betrieb. Mais wollen sie deshalb für die Biogasanlage nicht anbauen. Die ihnen zur Verfügung stehenden 870 Hektar für die Feldproduktion sollen traditionell genutzt werden. Erneuerbare Energiegewinnung wird auf dem Firmengelände aber nicht nur mit der Biogasanlage praktiziert. Die Agrargenossenschaft hat die Dächer ihrer Gebäude einem Unternehmen zur Verfügung gestellt, das auf diesen Solaranlagen gebaut hat.

Neben einer Technikschau und Führungen für Groß und Klein durch den Agrarbetrieb gibt es beim Tag der offenen Tür am 2. Juni, von 13 bis 18 Uhr auch Kinderbelustigungen wie Traktor-Rundfahrten, Hüpfburg und natürlich reichlich zu essen und zu trinken. Die Zufahrt ist an diesem Tag übrigens nur über die Obere Straße möglich.