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Glücksspender nicht ausgeliefert

© Symbolfoto: dpa

Ein Online-Sex-Shop, der sich verselbstständigt haben soll, steht im Mittelpunkt eines Betrugsprozesses. Es geht um allerlei Gemüse.

Von Alexander Schneider

Jahre nach den Taten muss sich ein Kaufmann vor dem Amtsgericht Dresden wegen Betruges verantworten. Laut Anklage hat der 39-Jährige zwischen Ende 2013 und Anfang 2015 Artikel über seine Onlineshops verkauft, aber nicht geliefert. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Dildos einer Firma, die sich auf Obst und Gemüse-Design spezialisiert hat – Gurken, Bananen, Auberginen und sogar Fliegenpilze wurden vor allem in der Vorweihnachtszeit fleißig von Frauen wie Männern für knapp 80 Euro pro Glücksspender geordert. Der in Shops wie „Gemüse-Dildos 24“ verursachte Schaden dieser 31 Fälle beläuft sich auf rund 2 700 Euro. Weiter habe Maik B. drei Fotoausrüstungen über Ebay-Kleinanzeigen verkauft und ebenfalls, ohne zu liefern, nur das Geld kassiert. Dabei entstand ein Schaden von rund 1 700 Euro.

Weil B. untergetaucht war, wurde er per Haftbefehl gesucht. Seit Januar sitzt er in Untersuchungshaft. Seine Verteidigerin Uta Modschiedler erklärte, ihr Mandant sei seit Jahren depressiv und nehme Medikamente. Die Geschäfte in der Dresdner Wohnung habe er mit seiner Freundin geführt, zusammen hatten beide bereits zuvor in Heilbronn einen Sexshop. Nach dem Umzug handelten sie nur noch im Internet mit Liebesspielzeug und Unterwäsche. Nach der Trennung habe B. sich nicht mehr um die Geschäfte gekümmert.

B. gab die Vorwürfe zu. Die Online-Bestellungen seien von der Software automatisch angenommen worden, die Kunden hätten bezahlt – mehr sei aber nicht passiert. Sein Problem: B. stand unter Bewährung. 2014 wurde er wegen Sozialbetruges in Heilbronn zu 13 Monaten verurteilt. Der Prozess wird fortgesetzt.