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Wie Görlitzer an einen Antikörpertest kommen

Die Verunsicherung bei vielen Menschen ist groß, der Kreis Görlitz ist Risikogebiet. Deshalb wollen viele schnell Gewissheit, ob sie immun sind.

Sars-CoV-2-Antikörpertests wurden bislang meist in Arztpraxen vorgenommen. Jetzt gibt es auch Tests für Zuhause.
Sars-CoV-2-Antikörpertests wurden bislang meist in Arztpraxen vorgenommen. Jetzt gibt es auch Tests für Zuhause. ©  dpa

Wilfried Fischer ist unsicher: Ob er mit dem Sars-CoV-2 infiziert war? Vor einigen Tagen hatte er grippeähnliche Symptome. Deswegen möchte der Görlitzer sich jetzt selbst testen, mit einem Testset aus dem Drogeriemarkt.

Der ist aber nur online erhältlich, indem der Kunde im Internet ein solches Set bestellt und bezahlt. Es kommt per Post nach Hause. Anhand einer Beschreibung kann die Testperson sich selbst eine Blutprobe entnehmen. Das Ganze wird an ein Labor geschickt. Ebenfalls online oder über eine App wird das Ergebnis mitgeteilt.

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Test auf eigene Kosten

Der Drogeriemarkt dm bietet den Antikörpertest in Zusammenarbeit mit cerascreen an. Das ist nach eigenen Aussagen ein zertifizierter Hersteller von Medizinprodukten. Knapp 60 Euro plus Versand kostet der Antikörpertest. Auch Apotheken bieten mittlerweile Antikörpertests an, darunter einen, den eine Leipziger Firma entwickelte. Allerdings ist der Verkauf dieser Tests in Apotheken umstritten, da er der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (MPAV) widerspricht. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt, dass bei der Abgabe von Schnelltests an medizinische Laien die MPAV zu beachten ist.

Verständlich ist ein Antikörpertest für Menschen, die prüfen wollen, ob sie schon an Covid-19 erkrankt waren. In manchen Fällen verursacht das Coronavirus nur leichte, grippeähnliche Beschwerden. Manche Menschen haben gar keine Symptome und sind sich daher auch nicht sicher, ob sie das Virus vielleicht schon hatten. Ein Test soll da Klarheit bringen. Ein Antikörpertest ist aber frühestens 14 Tage, nachdem Symptome auftraten, möglich, weil sich erst dann Antikörper bilden.

Antikörper kommen im Blut des Menschen vor. Sie entstehen als Antwort des Immunsystems, wenn sich der Körper gegen Krankheitserreger wehren muss. Werden Antikörper nachgewiesen, bedeutet das, dass der Betroffene die jeweilige Krankheit hatte oder vielleicht sogar noch hat. Kommt der Krankheitserreger erneut in den Körper, bekämpfen ihn die Antikörper und die Person erkrankt dann gewöhnlich nicht mehr an dieser Krankheit.

Wissenschaftliche Belege über Dauer der Immunität fehlen

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Ob Personen, die eine Sars-CoV-2-Infektion überstanden haben, dann gegen eine erneute Ansteckung mit dem Virus immun sind, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Derzeit ist ungewiss, wie regelhaft, robust und dauerhaft eine Immunität aufgebaut wird, sagt das Robert-Koch-Institut (RKI). Erfahrungen mit anderen Coronavirus-Infektionen deuteten darauf hin, dass eine Immunität bis zu drei Jahre anhalten kann, erklärt das RKI. Um genauere Aussagen zur Sars-CoV-2-Immunität treffen zu können, seien Langzeitstudien erforderlich.

Wilfried Fischer jedenfalls will auch künftig die angeordneten Hygienevorschriften beachten, auch wenn der Test ihm eine Immunität anzeigen sollte.

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