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Spaziergang auf zerfurchten Wegen

Die beliebten Waldwege am Schwarzberg bei Görlitz sind in einem schlechten Zustand. Der Waldbesitzer will sich jetzt darum kümmern.

Direkt am Schwarzberg in Jauernick-Buschbach befindet sich eine Bushaltestelle.
Direkt am Schwarzberg in Jauernick-Buschbach befindet sich eine Bushaltestelle. © Nikolai Schmidt

Der Schwarzberg bei Jauernick-Buschbach ist ein beliebtes Wandergebiet. Die Fernwanderstrecke "deutsche Einheit" führt hier wie über den Kreuzberg entlang. Die Wanderwege sind stellenweise arg ramponiert.

Der Grund dafür ist Holzeinschlag, der im vergangenen und in diesem Jahr dort ausgeführt wurde. Mit großer Technik rückten Forstbetriebe in den Wald, schlugen das Holz und schichteten es am Waldrand auf. Mit Lkw wurde es später abtransportiert. Zurück blieben zerfurchte Waldwege, über die sich Wanderer und Spaziergänger ärgern.

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Waldschäden durch Sturm und Borkenkäfer

Große Teile des Waldes gehören Freiherr Maximilian von Rotenhan. Er ist der Geschäftsführer der Salm Boscor Erste Waldgesellschaft in Wallhausen, einer Gemeinde im Landkreis Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz. Vor zwei, drei Jahren stellte er fest, dass die Schäden durch Sturm und Borkenkäferbefall vor allem bei Fichten und Lärchen am Schwarz- und Kreuzberg  groß sind. Deswegen beauftragte er sächsische Forstunternehmen mit dem Holzeinschlag. 

"Die Flächen waren vor dem Schaden deutlich überbevorratet, also hatte der Borkenkäfer gute Angriffsfläche", erläutert der Freiherr. Das heißt, die Bäume standen viel zu dicht. Durch den Holzeinschlag - es entstanden keine Kahlflächen, weil nicht jeder Baum gefällt wurde - wachsen die Bäume durch mehr Licht wieder nach. "Der Wald ist bereits in der Verjüngung", sagt der Waldbesitzer.

Auf den Flächen finde man bereits viel Nachwuchs an Eiche, Ahorn und Eberesche. Sie vermehren sich durch Aussamung, was der naturgemäßen Forstwirtschaft, wie sie von Rotenhan dort betreibt, entgegenkomme, sagt er. Außerdem seien Douglasien und Lärchen angepflanzt worden. Eine Einzäunung der Neupflanzung sei im Moment nicht vorgesehen.

Der Aufgang zum Schwarzberg. An den Wochenenden ist hier manchmal gar kein Parkplatz zu finden.
Der Aufgang zum Schwarzberg. An den Wochenenden ist hier manchmal gar kein Parkplatz zu finden. © Nikolai Schmidt

Nur kleine Reparaturen an Waldwegen

Aus forstwirtschaftlicher Sicht könne der Freiherr nicht bestätigen, dass die Wege im Wald erheblich beschädigt worden seien, sagt er. "Für die Bewirtschaftung des Waldes sind die Wege gut nutzbar. Kleinere Reparaturen wurden bereits vorgenommen." Weitere Arbeiten seien im Moment nicht geplant. Offenbar sieht er den Zustand der Wege für die Forstwirtschaft als ausreichend an. "Insofern Wanderwege von Initiativen oder Vereinen vor Ort gepflegt werden wollen, stehen wir gerne für Gespräche bereit", sagt der Waldbesitzer.

Von Wanderern und Spaziergängern wünscht sich der Geschäftsführer, dass sie Verständnis  für die Waldbewirtschaftung aufbringen. Weiterhin bittet er darum, auf Ruhe im Wald zu achten, vor allem ein bis zwei Stunden vor und nach der Dämmerung für die effektive Hege und Bejagung des Wildes. Das sind  Rehe und Schwarzwild. "Wanderer und Spaziergänger sollen ihren Müll nicht im Wald zurücklassen", betont von Rotenhan.

Herbststimmung im Wald auf dem Schwarzberg.
Herbststimmung im Wald auf dem Schwarzberg. © Foto: Joachim Lehmann

Flächen für Parkplatz fehlen

Der Schwarzberg ist für viele Görlitzer ein beliebtes Ausflugsziel. Es wird gewandert, spaziert und der Hund ausgeführt. Allerdings gibt es wenige Parkmöglichkeiten am Zugang zum Schwarzberg in Jauernick. Mitunter stehen sehr viele Autos auf dem Weg zum Berg. Besitzer der angrenzenden Wiesen haben ihre Flächen abgesperrt, um sie vor unbefugtem Befahren zu schützen. Hier einen Parkplatz für die vor allem an den Wochenenden zahlreichen Erholungssuchenden einzurichten, ist für die Gemeinde Markersdorf, zu der Jauernick gehört, nicht möglich. Ortsvorsteher Helmut Zaunick: "Wir haben dafür dort einfach keine Flächen, die sind alle in Privathand."

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