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Künftiges Hotel mit tollem Ausblick

Die Kreuzbergbaude bei Görlitz ist verkauft. Schon lange wollte der neue Besitzer das Gebäude haben.

Die Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach ist verkauft.
Die Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach ist verkauft. © Nikolai Schmidt

Wären da nicht die Bäume auf dem Kreuzberg.

Michael Knibbiche könnte seine neueste Errungenschaft vom heimischen Sofa aus sehen. Der Immobilienkaufmann erwarb die Kreuzbergbaude in seinem Wohnort Jauernick-Buschbach.

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Der Kaufvertrag für die Gebäude auf dem Kreuzberg ist unterschrieben, einige kirchenaufsichtliche Genehmigungen müssten noch erledigt werden, sagt der zuständige Superintendent Thomas Koppehl in Niesky. Das sei ein normales Prozedere bei einem Immobilienverkauf. Zum 1. Januar 2021 wechselt das Anwesen den Besitzer.

Diesen tollen Blick hat man von der Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach.
Diesen tollen Blick hat man von der Kreuzbergbaude in Jauernick-Buschbach. © Archiv SZ/Steffen Gerhardt

Kirche trennt sich von dem Anwesen

Damit finden die Verkaufsabsichten der evangelischen Kirche schließlich einen guten Abschluss. Nachdem monatelang mit der Küchenbetriebsgesellschaft Rothenburg, die zur Diakonie St. Martin gehört, verhandelt und dann doch von dort abgesagt wurde, ist nun der Weg frei für die Erhaltung der Stätte auf dem Kreuzberg und vor allem für deren Entwicklung.

Denn der neue Eigentümer hat vor, einen ganz normalen Hotelbetrieb zu etablieren. "Der Ort und die Gegend sind so schön, sie bieten sich an für Menschen, die Erholung suchen und Urlaub machen möchten", sagt Michael Knibbiche. Die Lage auf dem Berg sei toll, die Gebäude haben viel Charme. 

Die Idee zum Kauf der Kreuzbergbaude kam ihm vor etwa einem Jahr, als er in der Sächsischen Zeitung von Problemen las, die die Kirche mit der Unterhaltung der Tagungsstätte hatte. Etwa 50.000 Euro musste die Kirche jedes Jahr zuschießen, was deren finanzielle Kräfte auf Dauer überstieg. Die Kirchenleitung sah schließlich keinen anderen Ausweg, als sich von dem Anwesen zu trennen.

Schon damals suchte der 62-jährige Immobilienkaufmann das Gespräch mit Thomas Koppehl. Doch da war schon die Diakonie als Kaufinteressent im Gespräch. Nichtsdestotrotz rief Knibbiche auch zwischendurch hin und wieder beim Superintendenten an. Jetzt kam der 62-Jährige zum Zuge.

Derzeit ist Roswitha Schuster die einzige Angestellte in der Baude. Doch bald bekommt sie Kollegen.
Derzeit ist Roswitha Schuster die einzige Angestellte in der Baude. Doch bald bekommt sie Kollegen. © Nikolai Schmidt

Angestellte erhält bald Kollegen

Zum 1. Januar 2021 übernimmt Michael Knibbiche nicht nur die Kreuzbergbaude, sondern auch die eine Angestellte, die das Haus noch hat. Roswitha Schuster ist sehr froh darüber, nicht nur wegen des äußerst kurzen Arbeitsweges, den die Jauernickerin hat. Doch sie wird auf Dauer nicht die einzige Angestellte bleiben. "Mindestens zwei Leute müssen noch dazu", sagt der neue Eigentümer. 

Er möchte einen ganz normalen Hotelbetrieb auf dem Kreuzberg. Das schließt Tagungen von kirchlichen und weltlichen Einrichtungen ein, "dafür ist das Haus gut geeignet", sagt er. Zunächst will der 62-Jährige die Zimmer modernisieren und zeitgemäß sowie funktionell ausstatten. 

Er hätte sich gewünscht, das in Ruhe ohne Gäste zu machen. "Aber es gibt für die ersten drei Monate einige Buchungen von Gruppen, und die möchte ich nicht vor den Kopf stoßen", sagt Michael Knibbiche. Die Buchungen waren zu einer Zeit eingegangen, als die Kirche noch fest mit dem Betriebsübergang auf die Küchenbetriebsgesellschaft gerechnet hatte. Über einige bauliche Veränderungen und andere Vorhaben möchte der neue Eigentümer derzeit noch nicht sprechen, zu frisch sei noch die Tinte unter dem Kaufvertrag.

Wanderung am Fuße des Kreuzberges um den Berg: Blick nach Buschbach, zum Berzdorfer See bis ins polnische Riesengebirge.
Wanderung am Fuße des Kreuzberges um den Berg: Blick nach Buschbach, zum Berzdorfer See bis ins polnische Riesengebirge. © Foto: Gabriela Lachnit
Blick zur Landeskrone.
Blick zur Landeskrone. © Foto: Gabriela Lachnit
Die katholische Kirche in Jauernick-Buschbach mit der imposanten, sanierten Friedhofsmauer.
Die katholische Kirche in Jauernick-Buschbach mit der imposanten, sanierten Friedhofsmauer. © Foto: Gabriela Lachnit
Blick über Buschbach zum Berzdorfer See und ins Gebirge Richtung Polen und Tschechien.
Blick über Buschbach zum Berzdorfer See und ins Gebirge Richtung Polen und Tschechien. © Foto: Gabriela Lachnit

Bergdorf baut Ruf als Urlaubsort aus

Was er auf jeden Fall tun wird, ist das Marketing für die Kreuzbergbaude zu verbessern. "Das Hotel muss vernünftig beworben werden", sagt er und denkt daran, die Übernachtungsmöglichkeiten auf Plattformen im Internet wie booking.com anzubieten. Knibbiche schätzt, dass sich die Nähe zu Görlitz als günstig erweisen wird. Schon jetzt finden manche Urlauber keine Übernachtung in Görlitz.  Auch das Bergdorf selbst könne vom Hotel auf dem Kreuzberg profitieren und seinen Ruf als schöner Urlaubsort ausbauen.

Michael Knibbiche, der in Jauernick-Buschbach und in Görlitz mehrere Immobilien besitzt, freut sich auf die neue Herausforderung, das Hotel auf dem Kreuzberg nach seinen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Wer weiß, was er beispielsweise aus dem alten Konsum-Areal im Bergdorf gemacht hat, traut ihm viel Positives zu.

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