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Zweiter Corona-Fall an Innenstadt-Schule

Am Freitag schickt der Schulleiter seine Schüler nach Hause, eine weitere Klasse muss in Quarantäne. Ein Mädchen verpasst dadurch einen wichtigen Termin.

Besonderes Pech: Zwei Coronafälle binnen einer Woche gab es an der Oberschule Innenstadt
in Görlitz
Besonderes Pech: Zwei Coronafälle binnen einer Woche gab es an der Oberschule Innenstadt in Görlitz © Nikolai Schmidt

Die tägliche Pressemeldung des Görlitzer Gesundheitsamtes war kaum öffentlich und vermeldete sechs neue Corona-Infizierte, darunter vier aus Görlitz. Da sickerten auch die ersten Gerüchte durch: Die Oberschule Innenstadt auf der Elisabethstraße soll zum zweiten Mal binnen einer Woche einen Corona-Fall haben. War erst eine 9. Klasse betroffen, ist es diesmal eine 7. In beiden Fällen ist jeweils ein Mädchen positiv auf Corona getestet worden. Schulleiter Thomas Warkus postete um 13.30 Uhr bei Facebook, wonach er den zweiten Fall bestätigte und alle Schüler nach Belehrung um 13 Uhr nach Hause entlassen habe. Ob die Schule am Montag geöffnet werde, werde noch in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden.

Schulleiter Thomas Warkus bestätigte den zweiten Corona-Fall auf Facebook.
Schulleiter Thomas Warkus bestätigte den zweiten Corona-Fall auf Facebook. © nikolaischmidt.de

Für ein Mädchen war damit das Wochenende gelaufen. Die Tochter von Dieter Baran – er ist vielen Görlitzern vom K 9-Sicherheitsdienst am Berzdorfer See bekannt – sollte mit anderen jungen Handball-Talenten vom SV Koweg am Sonntag zu einem Sichtungstraining nach Schneeberg fahren. „So eine Chance kommt nicht alle Tage“, so Vater Baran gegenüber der SZ. Doch der Traum ist geplatzt. Das Mädchen hat sich in Quarantäne zu begeben, wie alle Schüler der betroffenen 7. Klasse. Bei allen würde am Montag im Testcenter Löbau ein Abstrich gemacht werden, so die Ansage des Gesundheitsamtes. 

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Auf seine Bitte hin, das Mädchen am Freitag noch zu testen kam ein klares Nein. Landkreis-Sprecherin Susanne Lehmann erklärt auf SZ-Nachfrage: „Sobald es einen konkreten Fall gibt, ist das Gesundheitsamt zuständig, da kann die Familie auch nicht auf eigene Faust zum Arzt gehen, um einen Test machen zu lassen und ein schnelleres Ergebnis zu bekommen.“ Denn, so Lehmann, das sei in einer solchen Situation unverantwortlich. Doch selbst wenn das Mädchen am Sonnabend ein negatives Testergebnis gehabt hätte: Sie muss auf jeden Fall weiter in Quarantäne bleiben. „Das ist der Unterschied zu den Tests bei Reiserückkehrern, da halten wir uns strikt an das Robert-Koch-Institut“, sagt Lehmann und räumt ein, dass das oft für Verwirrung sorgt.

Dieter Baran vom K9 Sicherheitsdienst: Seine Tochter geht in die 7. Klasse an der Oberschule Innenstadt, die jetzt von der Corona-Quarantäne betroffen ist.
Dieter Baran vom K9 Sicherheitsdienst: Seine Tochter geht in die 7. Klasse an der Oberschule Innenstadt, die jetzt von der Corona-Quarantäne betroffen ist. © Nikolai Schmidt

Barans jedenfalls verstanden am Freitag die Welt nicht mehr. Zweimal telefonierte Dieter Baran selber mit dem Gesundheitsamt – nichts zu machen. „Und dann können sie mir nicht einmal beantworten, ob meine Frau, die in der Pflege arbeitet, und ich, der auch mit vielen Leuten am See in Kontakt kommt, auch in Quarantäne sollen. Das werde erst entschieden, wenn das Ergebnis unserer Tochter da ist.“ Susanne Lehmann beteuerte am Freitag, dass alle verfügbaren Mitarbeiter an dem Fall sitzen, und die Kontaktermittlungen auf Hochtouren laufen. Sieben neue Corona-Infizierte gab es somit am Freitag.

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