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Liedermacher Gerhard Schöne begeistert Gäste des Görlitzer Carolus Krankenhauses

Seit 20 Jahren gibt es an dem Görlitzer Krankenhaus eine Palliativstation Das wurde jetzt in der Kirche St. Hedwig in Rauschwalde gefeiert - mit einem Konzert.

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Liedermacher Gerhard Schöne bei dem Konzert am vergangenen Freitag anlässlich des Jubiläums der Palliativstation im St. Carolus Krankenhaus Görlitz.
Liedermacher Gerhard Schöne bei dem Konzert am vergangenen Freitag anlässlich des Jubiläums der Palliativstation im St. Carolus Krankenhaus Görlitz. © Raphael Schmidt

Von Raphael Schmidt

90 Minuten stand der bekannte Liedermacher Gerhard Schöne am vergangenen Freitag auf einem Podest am Altarraum der Görlitzer St. Hedwigs-Kirche. Nicht bekannte Kinderliedern wie „Jule wäscht sich nie“ präsentierte der 71-jährige Schöne, sondern vertonte Texte, die die 200 Zuhörer begeisterten und berührten. Da ging es unter anderem um den Koffer, in den Menschen im Laufe ihres Lebens immer mehr hineinlegen und irgendwann merken, dass er zu schwer geworden ist. Gerhard Schöne stellte in vielen Liedern Sinn-Fragen, beispielsweise: Was kommt nach dem Leben?

Das Konzert mit Gerhard Schöne war ein Höhepunkt eines Danktages am Görlitzer St. Carolus Krankenhaus. Die Palliativstation im Görlitzer Carolus Krankenhaus begeht in diesem Herbst das 20-jährige Bestehen. Palliativ – der Begriff kommt vom lateinischen Wort Pallium und bedeutet Mantel. Palliativmedizin umhüllt und schützt Patienten. Dabei ist die Linderung von Beschwerden bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen zu verstehen, die nicht mehr geheilt werden können. Patienten sollen körperlich und seelisch stabilisiert und Leben soll bewusst gestaltet werden. Das unterscheidet Palliativmedizin vom Hospiz, bei dem Sterbende betreut werden. Palliativstation ist vorübergehend: Patienten können nach notwendigen medizinischen Behandlungen wieder nach Hause – oder dort den letzten Weg auf Erden gehen.

Etwa 200 Zuhörer erlebten das Konzert in der St. Hedwigs-Kirche als einen Höhepunkt eines Danktages zum 20-jährigen Bestehen der Palliativstation am St. Carolus Krankenhaus.
Etwa 200 Zuhörer erlebten das Konzert in der St. Hedwigs-Kirche als einen Höhepunkt eines Danktages zum 20-jährigen Bestehen der Palliativstation am St. Carolus Krankenhaus. © St. Carolus Krankenhaus/Stephani

„Es war eine der ersten Palliativstationen im Osten Deutschlands, in einer Zeit, in der das nicht mehr Heilen können, das Sterben und der Tod von Patienten im Krankenhaus, wie ein Makel anhaftete und in der Gesellschaft noch weitgehend tabuisiert worden war“, blickte Klinikseelsorger im „Carolus“, Bernd Schmuck, in seiner Ansprache bei der Andacht am Nachmittag zurück.Mit dieser begann das Fest. Es schloss sich eine Zeit für Begegnungen im und am Konferenzsaal des Hauses an, bevor es einige Schritte weiter zur Hedwigskirche zum Konzert ging. Krankenhaus-Geschäftsführer Lutz Möller dankte dem gesamten Team. Mitarbeitende berichteten von berührenden „Mantel“-Erfahrungen im Dienst, die zum Lachen und zum Weinen waren.

Der Eintritt zum Konzert war frei, um eine Spende für die Arbeit der Palliativstation, wurde gebeten. Der Förderkreis des Carolus-Krankenhauses hatte dieses Konzert finanziell unterstützt. Auch, um mit dem Konzert Danke zu sagen an die Mitarbeitenden der Palliativstation, sagte Joachim Rudolph vom Förderkreis-Vorstand.