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Görlitzer Oma-Mörder scheitert mit Revision

Der Bundesgerichtshof bestätigt das damit rechtskräftige Urteil des Görlitzer Landgerichts einstimmig: lebenslang.

Der inzwischen verurteilte Mörder mit seiner Verteidigerin.
Der inzwischen verurteilte Mörder mit seiner Verteidigerin. ©  Nikolai Schmidt

Der gewaltsame Tod einer 90-jährigen Görlitzerin im August 2018 wird nun endgültig mit der in Deutschland maximal möglichen Strafe bestraft. Der inzwischen 39-jährige Marek B. muss lebenslang hinter Gitter.

Richter Theo Dahm hatte den in Görlitz lebenden Polen im Juli 2019 nach einer viertägigen Gerichtsverhandlung am Görlitzer Landgericht wegen Mordes und weiteren Straftaten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt, weshalb die Freiheitsstrafe auch nach 15 Jahren nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann, sondern eine Strafvollstreckungskammer dann  festlegt, wie viel Strafe zusätzlich verbüßt werden muss. Der Angeklagte war in Revision gegangen. Der Bundesgerichtshof hat diese mit Beschluss vom 2. September einstimmig  verworfen, wie das Landgericht Görlitz am Dienstag mitteilte.

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Brutale Reaktion gegen aufgewachte Seniorin

Die Tat hatte wegen ihrer Brutalität gegen die wehrlose Seniorin für viel Aufsehen gesorgt. Letztlich sah es das Gericht als erwiesen an, dass Marek B. am Nachmittag des 14. August 2018 im Kaufland in Görlitz-Königshufen aus dem Rollator seines 90-jährigen Opfers den Schlüssel gestohlen und ausgespäht hatte, wo sie wohnte. In der folgenden Nacht war er in diese Wohnung eingebrochen. Als er nach Beute suchte, erwachte die Frau und kam ins Wohnzimmer.  Der Mörder stürzte sich panisch auf sie und kniete sich auf die gebrechliche Frau. 

Die Gerichtsmediziner stellten später unter anderem elf Rippenbrüche fest. Er griff sich ein Kissen von der Couch, drückte es auf ihr Gesicht, bis die Frau ruhig war und verklebte ihr dann Mund und Nase mit mehreren Lagen des mitgebrachten Panzertapes. Danach fuhr er mit einer EC-Karte der Seniorin und einer Pin an einen Sparkassen-Geldautomaten. Die Pin stimmte nicht. Der Pole fuhr daraufhin zurück in die Wohnung, suchte weiter (vergeblich) nach der Pin und drapierte die tote Seniorin und die Wohnung so, dass sogar die Hausärztin auf den ersten Blick eine natürliche Todesursache ankreuzte.

Gefasst nach einer Ringfahndung

Dazu waren sieben (von 26 ermittelten) Fälle des schweren Raubes mit Körperverletzung, allesamt begangen an hochbetagten Seniorinnen in Görlitz, Löbau, Zittau, Weißwasser und Bautzen im Juni und August 2018 angeklagt und wurden mit verurteilt. Gefasst worden war er nach einem Überfall auf eine 77-jährige Seniorin in Bautzen, die sich Teile des Kennzeichens und Typs sowie die Farbe des Fluchtwagens merken konnte und schnell die Polizei alarmierte. Die löste eine Ringfahndung aus und ergriff den Täter auf der B6 bei Hochkirch.

Marek B. gab während der Verhandlung die Raubtaten zu, bestritt aber bis zuletzt, die Seniorin umgebracht zu haben. Er habe sich nicht auf sein Opfer gekniet, ihr zwar das Klebeband auf den Mund geklebt, es aber rechtzeitig entfernt und die Frau in ihr Bett gelegt. Dort sei sie dann gestorben ohne sein Zutun. In diese Richtung ging auch die Revision. Aber auch keiner der Richter am Bundesgerichtshof glaubte ihm. 

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