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Wie sich Reichenbacher Kinder ihre Zukunft vorstellen

In der Coronazeit haben die Schüler einen Film gedreht. Ein Medienprojekt. Es zeigt, warum es sich lohnt, auch künftig in der kleinen Stadt zu leben.

Spielplätze gehören zu den Lieblingsorten der Kinder. Das zeigt eine Szene aus dem Film "Wir Kinder von Reichenbach".
Spielplätze gehören zu den Lieblingsorten der Kinder. Das zeigt eine Szene aus dem Film "Wir Kinder von Reichenbach". © privat

Was ist in Reichenbach und seinen Ortsteilen besonders schön? Was muss unbedingt verändert werden? Warum lohnt es sich für junge Leute,  dazubleiben? Antwort auf diese Fragen von Kindern und Jugendlichen geben sie selbst in einem Dokumentarfilm.

An diesem Freitag hat der Streifen Premiere. 17 Uhr wird er beim SV Reichenbach auf dem Sportplatz im Freien gezeigt. Eine etwa vier mal drei Meter große Leinwand wird dafür aufgebaut. Der Verein hat für die Premiere ein Hygienekonzept erarbeitet. Mit etwa 100 Premierengästen rechnen die Veranstalter. Der Eintritt ist frei.

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Hier wird eine Moderation geprobt. Da muss schon mal ein Stift als Ersatz fürs Mikrofon herhalten.
Hier wird eine Moderation geprobt. Da muss schon mal ein Stift als Ersatz fürs Mikrofon herhalten. © privat

Kinder und Jugendliche erzählen aus ihrem Alltag

Gedreht haben den Film rund 40 Kinder und Jugendliche aus Reichenbach in der Stadt und ihren Ortsteilen. Jürgen Dettling, ein professioneller, freiberuflicher Filmemacher und seit Mai Neu-Reichenbacher, unterstützte die jungen Leute. Er gab auch die Anregung zu dem Film. 

Jürgen Dettling brachte nicht nur seine Profession und Privates aus Südbaden mit in die Oberlausitz, sondern auch den Verein Black Dog Jugend und Medienbildung. Der ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Umgang im Medienbereich, vor allem mit Film und Video. Und so lernte das Filmprojekt schon im Vorjahr das Laufen, als Dettling die Idee hatte und mit den Vorbereitungen zu dem Dokumentarfilm "Wir Kinder von Reichenbach"  begann.

Für das Filmprojekt engagierten sich weitere Mitstreiter. Außer Dettling als Vertreter von Black Dog und den Jugendlichen saßen die Grundschule und der Sportverein Reichenbach sowie der Jugendring Oberlausitz mit im Boot. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesbildungsministerium.

Wie soll die nächste Szene ablaufen? Die Schülerinnen diskutieren darüber.
Wie soll die nächste Szene ablaufen? Die Schülerinnen diskutieren darüber. © privat

Gedreht wurde in Corona-Zeit

Für Jürgen Dettling war der Filmdreh eine spannende Sache. Im Film sollten die Kinder und Jugendlichen zeigen, wo ihre Lieblingsplätze in der Stadt sind, wie ihr Lebensgefühl ist und wie sie sich ihre eigene Zukunft vorstellen. "Sie sollten aber auch berichten, was sie gern in ihrer kleinen Stadt im hintersten Sachsen verändern würden", betont Dettling seine Sicht als ehemaliger Wessi, der nun im Osten lebt. Aus Kindermund und durch die Sichtweise von Jugendlichen soll der Film unterhaltsam und humorvoll Anregungen, auch an die Kommunalpolitiker, geben.

Die Kinder und Jugendlichen waren begeistert bei der Sache - vielleicht auch, weil ein Großteil des Films unter Corona-Bedingungen in der schulfreien Zeit entstand und sie dankbar waren für eine spannende Aufgabe. "Da war es nicht möglich, eine ganze Gruppe von Kindern zum Workshop in meine Arbeitsräume einzuladen", erklärt der Filmprofi. Dennoch haben die Zehn- bis 16-Jährigen viel gelernt - gutes Wetter machte das oft im Freien möglich. Zum Beispiel den Umgang mit der Kamera, wie man eine Moderation macht oder ein Interview führt.  

Bis kurz vor der Premiere arbeitete Jürgen Dettling an dem Film, "so knapp war es noch nie", sagt er. Der Filmprofi ist gespannt, wie die Dokumentation, die etwa 45 Minuten lang sein wird, bei den Kindern selbst, ihren Eltern und Reichenbachern ankommt. "Auf jeden Fall soll das Projekt mithelfen, dass Jugendliche künftig aus Reichenbach nicht mehr weggehen, weil sich ihr Lebensmittelpunkt entwickelt und ihnen alle Chancen gibt", sagt der Filmemacher. 

Nach getaner Dreharbeit gibts ein Eis für alle. Links Jürgen Dettling.
Nach getaner Dreharbeit gibts ein Eis für alle. Links Jürgen Dettling. © privat

Film als Ideengeber für Veränderungen

Jürgen Dettling wollte wegen der Pandemie eigentlich keine Premierenfeier. Doch mit dem vom Sportverein ausgearbeiteten Hygienekonzept fürs Freie konnte er sich anfreunden. Er hofft, dass die Premierengäste nach dem Film noch eine Weile dableiben, ihre Meinung zum Film kundtun und mit anderen Gästen ins Gespräch kommen. 

"Am schönsten wäre es natürlich, wenn der Film Anlass für positive Veränderungen in Reichenbach und seinen Ortsteilen wäre", sagt Dettling, "und die kleine Stadt künftig noch lebenswerter wird."

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