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Kreis schickt Psychologen ins Hochwassergebiet

Die Katastrophenkräfte bleiben zunächst im Kreis Görlitz, wo die Pegel der Flüsse am Montag deutlich sanken. Die starken Regenfälle haben aber die Absage von Veranstaltungen zur Folge.

Das war knapp: Dieses Bild ergab sich am Sonntagnachmittag an der Neiße, vorn ist der Stadtteil Weinhübel, rechts der Berzdorfer See zu erkennen.
Das war knapp: Dieses Bild ergab sich am Sonntagnachmittag an der Neiße, vorn ist der Stadtteil Weinhübel, rechts der Berzdorfer See zu erkennen. © Foto: Matthias Wehnert

Am Montagabend starten drei Mitglieder des Kriseninterventionsteams des Kreises Görlitz in die Hochwassergebiete im Westen Deutschlands. Sie werden in den nächsten Tagen, wie Kreis-Sprecherin Franziska Glaubitz gegenüber der SZ bestätigte, Menschen begleiten, die Familienangehörige verloren haben oder andere Schicksalsschläge verarbeiten müssen. Auch Einsatzkräfte vor Ort werden durch die Mitarbeiter der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) seelisch unterstützt.

Zudem hatte der Landkreis am Freitag bereits 70 Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes zur Unterstützung angeboten. Da im Moment auf Kräfte aus näher gelegenen Bundesländern zurückgegriffen wird, bleiben die Katastrophenzüge zunächst an der Neiße. "Das Angebot seitens des Landkreises halten wir jedoch aufrecht", sagt Frau Glaubitz, "da auch noch in zwei, drei Wochen Aufbauhilfe nötig sein wird oder Kräfte, die jetzt im Einsatz sind, nach einer gewissen Zeit abgelöst werden müssen."

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Pegel sinken sowohl an der Neiße als auch an der Spree

Angesichts zurückgehender Niederschläge beruhigt sich auch die Lage an den Flüssen in der Oberlausitz. In Görlitz sank der Pegel der Neiße im Laufe des Montags. Wurden um 2 Uhr in der Nacht noch 4,02 Meter gemessen, waren es um 16 Uhr nur noch 3,06 Meter. Auch der Durchfluss nahm ab. Eine Hochwassergefahr bestand nie.

Auch an den kleineren Zuflüssen fielen die Pegel ähnlich stark. In Schöps ging der Pegel des Schwarzen Schöps von 97 Zentimeter (Sonntag, 18 Uhr), auf 19 Zentimeter (Montag, 16.15 Uhr) zurück, in Tauchritz die Pließnitz von 1,62 Meter (Sonntag, 23 Uhr) auf 84 Zentimeter (Montag, 16.15 Uhr) sowie in Holtendorf der Weiße Schöps von 1,57 (Sonntag, 19 Uhr) auf 36 Zentimeter (Montag, 16.15 Uhr).

Waschtrog-Regatta fällt aus

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Ungeachtet der rückläufigen Pegelstände hat der städtische Kulturservice die Waschtrog-Regatta abgesagt, die am kommenden Wochenende stattfinden sollte. "Ausschlaggebend ist die aktuell zu schnelle Strömungsgeschwindigkeit und der zu hohe Pegelstand der Lausitzer Neiße", erklärte der DLRG-Einsatzleiter Oliver Kittel nach einer gemeinsamen Lageeinschätzung von Kulturservice, DLRG und THW. Auch befinden sich die Katastrophenschutzeinheiten aufgrund der Lage in Deutschland in Rufbereitschaft. Und außerdem könnte ein fröhlicher Wettkampf auf der Neiße durch die aktuelle Flut-Katastrophe in Deutschland eher missverstanden werden.

Ob und wann die Regatta nachgeholt wird, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.

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