merken
PLUS Görlitz

Was hat es mit dem Licht auf sich?

Leser berichten von seltsamen Beobachtungen am Himmel vor 30 Jahren in Görlitz. Ufos? Kugelblitze? Niemand weiß es.

Immer wieder kommt es zu ungeklärten Lichterscheinungen. Dieser helle Feuerball wurde 1991 zum Beispiel von zahlreichen Menschen in Hessen und Baden-Württemberg beobachtet.
Immer wieder kommt es zu ungeklärten Lichterscheinungen. Dieser helle Feuerball wurde 1991 zum Beispiel von zahlreichen Menschen in Hessen und Baden-Württemberg beobachtet. © Peter Komka/dpa

Gab es in Görlitz Besuch von Ufos? So fragten wir auf der SZ-Heimatgeschichtsseite. Zur Erinnerung: Eberhard H. fand ein Schreiben seiner verstorbenen Mutter. Damals wohnhaft auf dem Obermarkt mit dem Schlafzimmer Richtung Königshufen hatte sie ein Erlebnis vom 12. August 1990 zu Papier gebracht: „Bevor ich schlafen ging, öffnete ich die Schlafzimmerfenster. Plötzlich klirrten die Schleuderstäbe laut. Ich sah an die Uhr, es war 20.58 Uhr. Das Zimmer wurde von einer Lichtquelle, direkt vor dem Fenster, hell erleuchtet. Ich konnte nur etwa einen Meter weit sehen. Ich dachte an einen Brand. Dann schien das Licht direkt im Zimmer zu sein. Dann zog sich das Licht draußen strahlenförmig zusammen und verschwand. Die Erscheinung dauerte fünf bis sieben Minuten.“

Eberhard H. schickte die Aufzeichnung an Dr. Johannes Fiebag (1956 - 1999) in Bayern, wissenschaftlicher Berater für Grenzwissenschaftsautoren wie Erich von Däniken. Er bestätigte, dass die Görlitzerin „etwas Außergewöhnliches erlebt hat, das sich nur schwer mit konventionellen Hypothesen“ erklären lasse. Die Schilderung sei aber zu ungenau für eine Klassifizierung.

Anzeige
Lausitz Festival, ein neues Kultur-Festival
Lausitz Festival, ein neues Kultur-Festival

In Sachsen und Brandenburg findet erstmals ein Mehrsparten-Kulturfestival statt, das durch Fördermittel des Bundes ermöglicht und finanziert wird.

Hell leuchtende Scheibe gesehen

Das Erlebnis schien vergessen, bis Eberhard H. auf eine Parallele stieß. Fast auf die Minute genau ein Jahr später geschah etwas, das 1991 so in der SZ stand: „Am 12. August wurde um 21.04 Uhr über Königshufen eine undefinierbare Erscheinung beobachtet. Einwohner berichteten Mitarbeitern der Sternwarte von einer sehr hell leuchtenden Scheibe, die nur für einen kurzen Augenblick in nördlicher Richtung sichtbar war. Sie bewegte sich horizontal mit hoher Geschwindigkeit von Osten.“ Auch dies soll fünf bis sieben Minuten gedauert haben. Wetterbeobachter am Flugplatz bedauerten auf Anfrage und wussten nur: „Es konnten zu dieser Zeit keine leuchtenden Nachtwolken (sehr hoch fliegende Wolken, die von der Sonne angeleuchtet werden, obwohl diese schon unter dem Horizont steht) beobachtet werden.“

Was also war das 1990 und 1991 über Görlitz? Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht? Tatsächlich meldeten sich weitere Leser. Friedrich M. berichtete über „mehrere Lichtkugeln“, über die er sich einst gewundert habe, sich aber nicht traute, es zu erzählen. „Man will ja nicht als Spinner gelten“, sagte er. Und es könnte im Sommer 1991 gewesen sein, als er diese Kugeln („drei waren es wohl“), am späten Abend vom Nordring aus am Himmel entdeckte. In welcher Höhe? „Keine Ahnung.“ Auch Andreas S. weiß weder die Höhe noch damit eine ungefähre Größe. 

Der heutige Dresdener wohnte 1991 in Königshufen auf der Schlesischen Straße. Damals war er 13 Jahre alt, seine Eltern bekamen „Westbesuch“, dessen Kind das Bett von Andreas, und dieser wiederum wollte in der warmen Augustnacht auf dem Balkon übernachten. Aufgeregt kam er plötzlich ins Zimmer. Noch heute erinnert er sich im SZ-Gespräch, warum: „Ich sah am dunklen Himmel drei kreisrunde Lichter, V-förmig angeordnet, als ob sie auf mich zukämen. Für ein Flugzeug waren sie zu klein und zu langsam, blinkten auch nicht, dennoch lag ein Brummen in der Luft. Langsam schoben sich die drei runden, sehr hellen Lichter von der Innenstadt aus über den Friedhof nach Nord. Ich weiß bis heute nicht, was das war.“

Ein Kugelblitz?

Das wird wohl auch weiter ein Geheimnis bleiben, auch wenn es also weitere Beobachter gab. Vielleicht war es auch gar nicht das, was Ufologen als „Sichtung der B-Klasse (Lichter, Kugeln, leuchtende Massen)“ definieren? Vielleicht war 1990/1991 der August-Sternschnuppenstrom der Perseiden besonders ergiebig? Oder war es ein Kugelblitz, wie ihn Elektromeister Hans-Dieter M. beschrieb: „Meine Frau und ich gingen 1958 über den Schwarzen Weg auf die Frauenburgstraße. Wir sahen in einem Meter Höhe eine helle Kugel von Tennisballgröße auf uns zukommen. Sie schwebte geräuschlos. Dann bog diese Kugel in die Daniel-Riech-Straße ein, schwebte noch rund fünf Meter und verlosch.“ Konkret wissen wir also nur eins. Nämlich, dass wir weiterhin gar nichts wissen…

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz