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Görlitz freut sich über den ersten Schnee

An der Neiße hat es geschneit? Nein. Für Dreharbeiten am Kaufhaus rieselte es am Freitag nur künstliches Weiß.

Von Matthias Klaus
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Das Görlitzer Kaufhaus wird für Filmarbeiten mit Kunstschnee am Freitagnachmittag "eingeschneit".
Das Görlitzer Kaufhaus wird für Filmarbeiten mit Kunstschnee am Freitagnachmittag "eingeschneit". © Martin Schneider

Schnee nur in den Hochlagen der sächsischen Mittelgebirge ab etwa 800 Meter? Nein, das stimmt so nicht. Am Freitagnachmittag hat es in Görlitz geschneit. Direkt am Marienplatz. Struvestraße, die Gehwege vorm Goldenen Strauß, dem Kaufhaus, plötzlich ist alles weiß. Sogar der neue rote Sonnenschutz vor den Schaufenstern des Kaufhauses - weiß.

Nein, es ist kein plötzlicher Wetterumschwung und schon gar keine Auswirkung des Klimawandels für dieses Phänomen, sondern der aktuelle Filmdreh. Für die Serie mit dem Arbeitstitel "Torstraße 1" für die seit Wochen in Görlitz mal mehr mal weniger Technik aufgefahren wird und Straßen abgesperrt werden, wurde das Kaufhaus am Freitag in ein frühes Winterwunderland getaucht.

Entsprechend sind auch die Auslagen in den Schaufenstern Richtung Marienplatz. Neben dem, was Frau und Mann in den 1920ern an Mode drüber und drunter benötigt, samt "Pelzmantel" und ausgestopftem Fuchs daneben, gibt es viel Weihnachtsdeko, von roten Sternen aus Papier bis zum Nussknacker gleich neben dem Bügeleisen. Aufmerksam verfolgt werden die Aktionen der Filmleute von den Kameraden der Feuerwehr Hagenwerder. Sie kommen immer wieder hier zum Einsatz, machten auch schon mal die Straßen nass.

Wenn der Schnee nicht liegenbleibt, wo er soll, wird eben per Hand nachgeholfen, hier am Kaufhaus.
Wenn der Schnee nicht liegenbleibt, wo er soll, wird eben per Hand nachgeholfen, hier am Kaufhaus. © Martin Schneider

"Torstraße 1", die Serie für den Streamingdienst TVNow, die dann auch bei Vox zu sehen sein soll, sie hatte in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder für Aufsehen in Görlitz gesorgt. Zuletzt wurde mit viel künstlichem Nebel am Kaufhaus direkt gedreht, vorher in der gesperrten Steinstraße im früheren Kaufhaus Totschek, das sich zu einer Filiale des Kauhauses Jonass in Berlin verwandelte.

Das Gebäude in der Wirklichkeit wurde Anfang der 1920er von der jüdischen Familie Gollhuber als erstes Kreditkaufhaus erbaut. Später wurde es von den Nazis enteignet und zum Sitz der Hitlerjugend. Zu DDR-Zeiten diente es als SED-Zentrale, heute ist das Gebäude als Soho House bekannt und als Hotel beziehungsweise Privatclub in privater Hand.