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Wie steht es um die Sanierung des Görlitzer Kaufhauses?

Die Stadt ist in engem Kontakt mit dem Team des Investors Winfried Stöcker. Ein Bebauungsplan liegt zwar vor. Aber noch sind Einwände möglich.

Von Matthias Klaus
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Da war die Hoffnung noch groß: 2016 präsentierte Winfried Stöcker seine Pläne für das Kaufhaus im Kaufhaus.
Da war die Hoffnung noch groß: 2016 präsentierte Winfried Stöcker seine Pläne für das Kaufhaus im Kaufhaus. ©  Archiv/Pawel Sosnowski

Der Görlitzer Kaufhaus-Investor Winfried Stöcker wartet weiterhin auf einen Bebauungsplan. "Im Augenblick gibt es noch nichts Neues, wir unternehmen nicht viel mit dem Kaufhaus, solange der Bebauungsplan noch nicht vorliegt", teilte er auf eine entsprechende SZ-Nachfrage mit.

Hintergrund des Ganzen ist weiterhin der Streit um den Abriss zweier Villen am Postplatz. Dies hatte Winfried Stöcker zur Bedingung für sein weiteres Engagement in Sachen Kaufhaus und City-Center gemacht. Er möchte das Parkhaus des Centers erweitern, die Lieferzufahrt einfacher gestalten und später das City-Center mit dem Kaufhaus verbinden. Gegen den Abriss der beiden Villen regt sich allerdings Widerstand.

Dabei gibt es aber schon einen vom Stadtrat beschlossenen Bebauungsplan. Der, sagt der Görlitzer Bürgermeister Michael Wieler, ist wie ein Gefäß, das befüllt werden muss. Derzeit gebe es enge Kontakte zum Stöcker-Team. "Es finden weitere Treffen statt", so Michael Wieler. Insgesamt, sagt er, werden in der Sache Fortschritte gemacht.

"Zeitnah" sollen die "Träger öffentlicher Belange" zu dem Vorhaben gehört werden. Je nach Umfang eines Vorhabens gehören dazu beispielsweise das Landratsamt, Energieversorger, Entsorgungsfirmen, Betreiber von Telekommunikationsnetzwerken, Post, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Wenn deren Vorschläge, Einwände und ähnliches vorliegen, wird das Ganze wieder dem Stadtrat vorgelegt. Dann wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt. Auch hier können wieder Einwendungen gemacht werden, die dann erneut abgestimmt werden müssten. Zeitlich gibt es für das gesamte Prozedere keine Begrenzung, so Michael Wieler. "Das ist eine ganz andere Frage", so der Görlitzer Bürgermeister.

Er gehe aber davon aus, dass es nicht mehr als zwei öffentliche Auslegungen des Bebauungsplanes geben werde.

Euroimmun-Gründer und Medizinprofessor Winfried Stöcker hatte das Kaufhaus 2013 gekauft. "Wir geben uns viel Mühe, das kostet Zeit", sagte er bereits 2016.

Die Eröffnung war ursprünglich im Oktober 2015 vorgesehen, später 2016, dann 2017, dann wiederum 2018, schließlich 2019. Inzwischen erwarb Winfried Stöcker das benachbarte City-Center, will es mit einem Übergang mit dem Kaufhaus verbinden, das zugehörige Parkhaus erweitern.

Inzwischen gab es eine Online-Petition, die sich gegen die Pläne von Winfried Stöcker richtete. Der stellte im Gegenzug eine Eröffnung des Kaufhauses im Oktober 2021 dagegen. Allerdings: Im Haus selbst tat beziehungsweise tut sich derzeit wenig, außer einer Filmkulisse ist vom früheren Hertie-Karstadt-Kaufhaus wenig geblieben.

Geld scheint derweil für den Umbau da zu sein. Winfried Stöcker verdiente mit dem Verkauf von Euroimmun an ein amerikanisches Unternehmen 1,2 Milliarden Euro. Den Umbau des Kaufhauses samt City-Center schätzte er 2019 auf reichlich 50 Millionen Euro.