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Görlitz: So teuer werden die Corona-Tests ab Montag

Die Preise im Landkreis sind unterschiedlich. In Görlitz gibt es für Studenten ein Sonderangebot.

Annabell Stellmach, Mitarbeiterin der Bären-Apotheke, An der Frauenkirche, testet am Freitagnachmittag eine Kundin. Ab Montag kostet das hier 11,50 Euro.
Annabell Stellmach, Mitarbeiterin der Bären-Apotheke, An der Frauenkirche, testet am Freitagnachmittag eine Kundin. Ab Montag kostet das hier 11,50 Euro. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Ab Montag sind Corona-Tests nicht mehr kostenlos. Nur noch bestimme Personengruppen können sich gratis testen lassen, für alle anderen wird es teuer. Wie teuer, das bleibt den Anbietern der Tests überlassen. Denn laut Gesundheitsministerium will der Freistaat in dieser Hinsicht keine Vorgaben machen. Eine Art Gebührenordnung gibt es nicht. Ärzteverbände gingen bisher von Kosten für einen Test von bis zu 35 Euro aus. So teuer wird es aber im Kreis Görlitz jetzt aber erst einmal nicht.

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Zwar gibt es offensichtlich keine Absprachen zwischen den einzelnen Anbietern. Trotzdem bewegen sich die geplanten Testkosten ab Montag in einem eher engen Rahmen. "Wir bieten den einfachen Test für 11,50 Euro an", sagt Thomas Neumann, Chef der Bären-Apotheke, An der Frauenkirche 2, in Görlitz. Dass er damit großen Gewinn macht, bestreitet er. "Wenn pro Test 50 Cent übrigbleiben, ist das okay", sagt Thomas Neumann. Er rechnet vor: Personalkosten, der Test selbst, der eingekauft werden muss, Miete, Strom. "Eigentlich hätte ich das ganz genau ausrechnen müssen. Habe ich aber nicht", sagt Thomas Neumann. Er sehe die Tests in seiner Apotheke viel mehr als eine "soziale, gesellschaftliche Verpflichtung".

Geht er davon aus, dass nun weniger Personen zum Test kommen, wenn der kostet? Thomas Neumann möchte keine Prognose wagen. "Einen Impfgegner interessiert das Thema Testen sicherlich auch wenig", sagt er. Aber, so fügt er hinzu, mit den kostenpflichtigen Tests werde schon ein gewisser Druck auf die Menschen ausgeübt, sich doch impfen zu lassen.

11,50 Euro für einen Test, da geht Stefan Menzel nicht mit. Der Chef der Flamingo-Casinos und Boats and Friends in Görlitz verlangt ab Montag nur glatte zehn Euro pro Test. Derzeit hat Stefan Menzel zwei Testzentren in Betrieb, bei Penny auf der Görlitzer Bahnhofstraße und in der Theaterpassage.

"Wir gehen das Ganze wirtschaftlich an", sagt er. Die Tests an sich seien derzeit relativ günstig zu haben. "Der Einkaufspreis ist stark gefallen", sagt Stefan Menzel. Zudem setze er auf effiziente Abläufe bei den Tests selbst, etwa mit Online-Anmeldungen.

Wie sich die Nachfrage entwickeln wird, wenn Tests ab Montag in der Regel kostenpflichtig werden, auch er wagt keine Prognose. "Auf jeden Fall wollen wir die Tests unter den neuen Umständen so günstig wie möglich anbieten", so Stefan Menzel.

Gratis ist der Corona-Test ab Montag nur noch in Ausnahmefällen. Dazu gehören Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung besteht. Das gilt beispielsweise für Kinder unter zwölf Jahren, bis Ende des Jahres auch für Minderjährige und Schwangere. Menschen mit Symptomen können sich ebenfalls weiterhin kostenlos testen lassen, am besten beim Hausarzt.

11,50 Euro, das ist die Summe, die bisher der Bund für Schnelltests den Anbietern erstattet hat. Das Deutsche Rote Kreuz in Löbau verlangt so wie die Bären-Apotheke in Görlitz ab Montag diesen Betrag für einen Test. "Ich glaube nicht, dass sich künftig weniger Leute testen lassen werden", sagt Silke Seeliger, Geschäftsführerin des Kreisverbandes. Wer den Test benötigt und sich nicht impfen lassen will, werde ihn auch bezahlen.

Das sieht Volker Müller in Boxberg zwar ähnlich. Aber der Chef der Apotheke Boxberg sieht auch den politischen Aspekt hinter den kostenpflichtigen Tests. "Die Wut in der Bevölkerung ist schon groß", hat er festgestellt. Dabei richte sich diese nicht gegen die Apotheke, sondern gegen die Politik an sich. Bei Volker Müller kostet ein Corona-Test ab Montag 15 Euro. Billiger könne er den nicht anbieten. "Bei einem Angebot von 11,50 Euro kann doch am Ende nichts übrigbleiben", sagt er. Und auch Volker Müller rechnet vor: Kosten für den Test, Personal und so weiter.

Volker Müller hat bereits Anfragen für die kommende Woche für Corona-Tests. "Ja, die Leute kommen. Manche vielleicht auch mit einer geballten Faust in der Hosentasche", schildert er. Aber wer den Test brauche, der müsse ihn eben auch machen.

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Einen Corona-Test, den brauchen auch jene, die jeden Euro umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, beispielsweise Studenten. Wurde in der neuen Regelung an sie gedacht? Thomas Neumann von der Bären-Apotheke jedenfalls hat es. "Bei uns bekommen sie den Test günstig", schildert er. Wer einen gültigen Studentennachweis vorlegt, zahlt fünf Euro für einen Corona-Test. Mit der Hochschule Zittau/Görlitz hat Thomas Neumann deswegen bereits Gespräche geführt.

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